Die 3 K’s: Organisiere die geerbte Forschung eines Verwandten

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Dies ist ein Gastbeitrag von Kate Eakman, Berufsgenealogin bei Legacy Tree Genealogists, ein von MyHeritage empfohlener Forschungspartner. Kate hat einen Master-Abschluss in Geschichte und liebt es den Menschen einen Einblick in das Leben ihrer Vorfahren zu geben. Ihre Fähigkeit, ständig „über den Tellerrand hinaus zu blicken“ hilft ihr, gehütete Details über das Erbe einer Person zu finden.

Da eure Familie weiß, dass ihr „Genealogie betreibt“, habt ihr die Familienforschung eurer Großmutter, eures Großonkels oder vielleicht eines entfernten Verwandten bekommen – und jetzt fragt ihr euch, was ihr damit machen sollt?

Hier sind drei einfache Schritte, diese Informationen in die eigene Forschung zu integrieren.

1. Klassifizieren
Schaut euch jede Seite an.
• Was ist es? Ist es ein Foto, ein Brief, ein Familienblatt, eine Volkszählung, ein Zeitungsausschnitt oder etwas anderes?
• Über wen ist es? Ist diese Seite nur über eine Person, eine Familie oder mehrere Generationen? Manchmal findet man Informationen über eine Person oder Personen, über die ihr nie zuvor gehört habt.

Vorher: Was tun mit einer geerbten Forschung? Bilder? Dokumente? Klassifizieren, Kombinieren und Konservieren! (Bild: Kate Eakman)

Organisiert die Seiten.

Sobald ihr ein Gefühl dafür habt, was diese geerbte Genealogie enthält, könnt ihr entscheiden, wie alles zu organisieren ist.
• Wenn die verschiedenen Papiere und Fotos nur eine Familienlinie betreffen, wird es wahrscheinlich am Nützlichsten sein, die Informationen, anhand der Generationen zu teilen. Beginnt mit eurer Generation, und dann geht ihr zurück zur Generation eurer Eltern, dann Großeltern usw.
• Wenn die geerbte Genealogie weiter erfasst wurde, werdet ihr wahrscheinlich die Informationen zuerst in jeder Familienlinie teilen und dann in die Generationen unterteilen wollen, so wie ihr es oben gemacht habt.

Wie ihr physisch die Informationen organisiert, ist euch überlassen. Stellt nur sicher, dass euer neues Organisationssystem mit dem den ihr derzeit verwendet, übereinstimmt. So entstehen keine Verwirrungen.

Egal welche Methode ihr wählt, ihr werdet wahrscheinlich einen Weg brauchen, um die Dinge zu unterteilen. Innerhalb eines Ordners einer Familienlinie, könnt ihr vielleicht eine Teilung für jede Generation vornehmen. Abhängig davon, wie tief und breit ihr euch in die bisherige Forschung eingearbeitet habt, solltet ihr jede Generation in Individuen aufteilen.

• Legt jede Seite oder Information aus der geerbten Genealogie im Ordner für diejenige Familie oder Person an.
• Wenn eine Information relevant für mehr als eine Person oder Familie ist, könnt ihr das Dokument scannen und eine Kopie im anderen Ordner legen.
• Wenn ihr euch die Dokumente anschaut und Fragen aufkommen – Wer ist diese Person auf dem Foto? Warum gibt es Dinge über eine Familie, über die ich noch nie etwas gehört habe? – macht eine Kopie des Dokuments und schreibt eure Frage auf der Kopie auf. Legt dann die Seite in einem weiteren Ordner an, den ihr mit dem Titel „Fragen“, „Rätsel“ oder  „Mysterien“ beschriftet.

2. Kombinieren

Nun, da ihr die geerbte Forschung klassifiziert und organisiert habt, ist es an der Zeit mit der Integration der Forschung, die ihr bereits abgeschlossen habt, zu beginnen.
• Beginnt mit der Generation, die am Nähsten zu euch ist und lest euch jede Seite durch.
• Vergleicht die Informationen aus der geerbten Forschung mit den Daten, die ihr entdeckt habt.
• Stellt sicher, dass diese Seite tatsächlich über euren Verwandten ist. Wenn die Informationen neu sind, fügt diese – mit der Quellenangabe – zu eurem Baum hinzu.

Schließlich werdet ihr feststellen, dass einige Informationen, die ihr bei eurer Recherche aufgedeckt habt, von der geerbten Forschung widerlegt wird. Behandelt diese wie jede widersprüchliche Aussage: vergleicht, prüft und forscht weiter, bis ihr eine glaubwürdige Erklärung für die Diskrepanz habt.

Wenn euch die geerbte Forschung neue Personen aufdeckt, stellt sicher, dass diese an richtiger Stelle im Stammbaum hinzugefügt werden. Auch hier: gebt die Quelle an.
• Online-Datenbanken ermöglichen es, Fotos und andere Dokumente, wie z.B. Briefe, hinzuzufügen. Scannt diese und fügt sie ein.
• Beachtet die Informationen in der geerbten Forschung, solche die euch sonst nicht zur Verfügung stehen würde. Steht in einem Umschlag oder Brief eine Absenderadresse drauf? Diese Adresse kann dabei helfen die Familie in einer Volkszählung zu finden. Zeigt ein Foto drei Töchter und zwei Söhne, und nicht zwei Töchter und zwei Söhne, wie ihr es gedacht habt?

Schließlich geht den Ordner der „Rätsel“ an. Wenn die bisherige Arbeit nicht erklärt hat, wer die unbekannten Menschen sind und wie sie mit eurer Familie verwandt sind, beginnt mit der Forschung jeder einzelnen Person, um mehr über ihn oder sie zu lernen. Vielleicht waren sie die Nachbarn der Familie oder langjährige Freunde. Fragt bei eurer Familie nach, ob sie jemals von diesen unbekannten Menschen gehört haben.

3. Konservieren

Wenn es möglich ist, speichert alles ab, auch wenn es eure eigene Arbeit dupliziert. Die gesamte Arbeit ist ein Beleg für die Liebe, die ihr für eure Vorfahren und Familie habt. Durch die Erhaltung ihrer Arbeit, ehrt ihr ihre Bemühungen.
Scannt Fotos, Dokumente und Transkriptionen, doch vor allem Dinge, die ihr nicht bereits in eurer Sammlung habt.
Wenn ihr alles gescannt habt, bewahrt die gesamte Sammlung auf. Bewahrt Fotos und handgeschriebene Seiten in Polypropylenhülsen auf. Wenn ihr einen Stapel loser Blätter oder einen Drei-Ring-Binder habt, könntet ihr vielleicht die Seiten aus dem Binder entfernen und die Seiten in einer speziellen Qualitätsbox aufbewahren.

Danach: Die gesamte geerbte Ahnenforschung in spezielle Ordner und Boxen aufbewahren. (Bild. Jeremy Katz, archivization.wordpress.com)

Schließlich teilt diesen Schatz mit den anderen geschichtsinteressierten Familienmitgliedern. Ihr könnt die Informationen auf einer MyHeritage Familienseite hochladen, diese zum Mitmachen einladen, und somit zusammenarbeiten. Seht dieses genealogische Erbe als eine Möglichkeit, andere aus der Familie zu fördern und sich für ihre Geschichte mehr zu interessieren. Viel Erfolg!

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  • Wolfgang Horend


    22. Juli 2016

    ich hatte auch von meinem Vater einen 3 Meter langen Schrank voll mit seinen Forschungsergebnissen geerbt. Wir haben damals (1994) die Wohnung übernommen und brauchten Platz. Für die Ahnenforschung hatte ich keine Intresse. Einige Unterlagen, soweit sie den eigenen Baum betrafen, habe ich behalten den grossteil habe ich zum Herold(Genologische Gesellschaft) wo mein Vater Mitglied war gebracht. Ich war der Meinung dort ist sie gut aufgehoben und kann anderen Forschern weiter helfen. Leider musste ich erfahren, das alle Unterlagen vernichtet worden sind. Heute forsche ich selber und wäre froh die Unterlagen zuhaben.

  • G.Kloock


    5. August 2016

    Danke für diese vielen Hinweise!

  • Herwig Kussing


    5. August 2016

    ich möchte familienforschung treiben

  • Katharina Guth


    5. August 2016

    Super Tipp. Wo kann ich solche Boxen kaufen?

  • E. Doering


    5. August 2016

    Ich habe als Kind zusammen mit meiner Schwester auf dem Dachboden aus alten Briefen die Briefmarken zum Sammeln herausgerissen, die Briefe haben uns nicht interessiert und wir haben sie auch nicht gelesen (abgesehen davon, dass sie in altdeutscher Schrift waren). Im Jahr 1985 wurde das komplette Haus abgerissen und alles wanderte in den Müll.
    1990 fing ich dann mit der Familienforschung an und die Briefe von damals hätten mir sehr weitergeholfen. Darüber ärgere ich mich noch heute, denn diese alten Briefe waren sicherlich sehr interessant.
    Ich rate heute jedem, auch wenn er sich nicht für die Familienforschung interessiert, nicht alles sofort wegzuwerfen, vielleicht kommt irgendwann einmal der Zeitpunkt, an dem man sich doch dafür interessiert.

  • Christine Lamprechter


    7. August 2016

    Ich habe leider nur die Erinnerung, und ganz wenig Handfeste Daten.
    Beim Tod meiner leiblichen Mutter erfuhr ich, das ich (Pflegekind) angelogen worden bin, als Kind. Ich habe Verwandte in England, und in der Schweiz. Ich bräuchte Hilfe, aber ich weiß nicht, ob das so geht überhaupt. Nähere Infos nur per Mail. Wäre schon neugierig!!

  • Peter Haggenmiller


    27. August 2016

    Eine der wichtigsten Quellen in der Deutschen Ahnenforschung, wenn auch mit Negativgeschmack, sind die Ahnenpässe. Viele, die nach dem Krieg geboren wurden, haben von dieser Datenquelle noch nichts gehört. Aber im Nachlass der Eltern bis Urgroßeltern befinden sich diese Büchlein, die in der Nazizeit als perfider Nachweis der Arierabstammung dienten. Heute sind diese Dokumente, die bis in die Zeit der Ur-Ur-Ur-Großeltern, so um 1720 herum, ausgefüllt wurden, ein perfekter Start in die Ahnenforschung. Aber natürlich nicht unbedingt fehlerfrei.
    Schade auch, dass insbesondere in Bayern die Kirchenbücher nicht ins Netz gestellt werden, die Daten muss man sich so mühsam bei den Kirchenämtern zusammensuchen. (Zeitraum ca. 1580 bis 1887). Danach ist man auf die kommunalen Ämter angewiesen, das kostet Geld und Zeit.

  • Bettina


    30. August 2016

    Zu E.Döring!!

    Da haben Sie recht. Ich bin gerade dabei sämtliche Dokumente zu scannen und zu ordnen.Meine Schwiegermutter hat einiges.ABER.
    Das wird alles weggeschmissen werden.Warscheinlich unter anderem auch Kriegspost,Rotes Kreuz usw.Zeithistorisches.Ich versuche das alles zu retten.Auf einem USB Stick.
    Leider gibt es Leute die dafür nichts überhaben.

  • Bettina


    30. August 2016

    Ich habe unlängst ein Gemeindeamt angeschrieben.Der Beamte hat mir sehr geholfen.Es ging um die alten MELDEZETTEL.
    Ich wußte nicht das mein GRoßvater, 5 Geschwister hatte.Die Fotos aus den 30iger Jahren sind nicht beschriftet.

    Ich weiß nur von 2 Leuten zuverlässig wer sie sind.Aber,ich hab jetzt Geburtsdaten,Wohnanschriften und wann und wo sein Bruder gefallen ist.Oder,die Schwestern im Dienst waren.
    Ich kann mich jetzt weiterhangln,ich hab mich so über die Kopien gefreut.
    Und ich weiß jetzt auch das Sindelfingen nicht zufällig immer wieder im Spiel war.Nur wußte ich nicht in welchen Zusammenhang.1935 zog die Familie vom Raum Günzburg dorthin.