Lisa Louise Cooke: Google-Tools für die Ahnenforschung verwenden

Kommentare1

Heute präsentieren wir euch einen Gastbeitrag von Lisa Louise Cooke – Gründerin der Genealogy Gems, ein Ahnenforschungs- und Familienforschungsunternehmen. Sie ist Produzentin und Moderatorin des „Genealogy Gems Podcast“ – der beliebte online Ahnenforschungspodcast, sowie von „Family History_ Genealogy made easy“ (Familiengeschichte: Ahnenforschung leicht gemacht). Ihre Podcasts handeln von Neuigkeiten zu Ahnenforschung, Forschungsstrategien, Interviews mit Experten und Ideen für Genealogen. Sie ist die Autorin von verschiedenen multimedialen Daten, wie z.B. „Google-Tools für die Ahnenforschung“. Sie ist verheiratet, hat 3 Töchter und ist bereits Großmutter.

Wir haben vor kurzem mit Lisa über die Vorteile von den Google-Tools für die Ahnenforschung gesprochen und wie sie euch helfen können, zu übersetzen, zu recherchieren und zu kommunizieren.

1- Können Sie sagen, inwiefern die Tools von Google die Ahnenforschung verändert haben?

Als das Internet in den 90er Jahren sein Debüt gegeben hat, war keinem klar, wie groß es später sein würde. Die Menge an Informationen, die in jeder Stunde hinzugefügt wird, ist einfach unbegreiflich und deswegen ist auch Google der Riese, den wir alle kennen. In kürzester Zeit, in ungefähr 15 Jahren, hat Google ein erstaunliches Produkt entwickelt. Zwar handelt es sich nicht um Informationen, aber es ist dennoch wertvoll: Denn mit Google haben wir die Möglichkeit, Informationen  wieder aufzufinden. Und das ist genau, was Ahnenforscher benötigen. Das bedeutet, dass unsere Quellen viel umfangreicher sind als Archive und Bibliotheken und wir jetzt die Möglichkeit haben, andere zu kontaktieren, die eventuell das eine Foto oder die Urkunde haben, wonach wir schon immer gesucht haben. Ohne Internet und ohne Google, das uns hilft, die Personen und ihre Webseiten zu finden, hätten wir womöglich niemals diese Art von Informationen  bekommen.

2- Webseiten für die Ahnenforschung, wie MyHeritage, geben ihren Nutzern die Chance, historische Aufzeichnungen zu durchsuchen, um Informationen über die Ahnen zu finden und mehr über ihre Leben zu erfahren. Wie kann Google verwendet werden, um diese Recherche zu ergänzen?

Wenn ich was Neues auf MyHeritage finde, kann ich es kaum erwarten, mit dieser Information zu Google zu gehen und weiter auf Google Books und YouTube zu recherchieren. Habt ihr eine Adresse in einer Volkszählung gefunden? Geht zu Google Earth und schaut euch die Adresse in Street View an. Habt ihr den Namen von dem Geschäft eures Ahnen entdeckt? Dann geht zu Google Books und durchsucht die riesige Sammlung von digitalisierten Büchern und schaut, ob der Namen dort auftaucht. Ein Fund in MyHeritage ist zwei Mal wertvoller, wenn ihr diese Entdeckung auf Google weiter recherchiert. Vielleicht findet ihr dort weitere Informationen, die ihr zurück zu MyHeritage mitnehmen könnt und weiter zu suchen, usw.

3- Vor kurzem haben Sie die zweite Auflage von Ihrem Buch „The Genealogist’s Google Toolbox“ veröffentlicht. Warum haben Sie sich für eine zweite Auflage entschieden? Können Sie uns etwas darüber erzählen?

Witzig, dass Sie das fragen. Für mich ging es nie darum, ob ich eine zweite Auflage schreiben würden, sondern eher wann. Ich wusste, als ich das Buch geschrieben habe, dass es eine fortzusetzende Arbeit wäre, so wie Google sich auch immer weiter entwickelt. Ich tauche immer wieder in die Online Tech-Welt ein, damit ich immer auf dem Laufenden bleibe, was die neuesten Nachrichten betreffende Technologie anbelangt. Dann nutze ich diese Informationen für unseren Zweck und frage mich, wie uns dieses Wissen zum Durchbruch in der Ahnenforschung verhelfen kann. Heutzutage brauchen wir ein ganzes genealogisches Team, hier bei den Genealogy Gems, um das Web nach Neuigkeiten durchzusuchen, so dass wir die neuesten Trends auffinden und wir die Schätze ausgraben, die später dem Buch hinzugefügt werden.

4-Glauben Sie, dass alle Ahnenforscher die in dem Buch beschriebenen Verfahren auch verwenden können?

Ich habe großen Wert darauf gelegt, das Buch so zu schreiben, dass alle, die ein Interesse an Google haben, es auch verstehen werden können. Mein Ziel ist es, die Angst um neue Technologien zu beseitigen und zu zeigen, wie sie lustig, interessant und leicht anwendbar sein können. Ich habe schon sehr oft von Ahnenforschern gehört, dass sie es [das Buch] direkt neben ihren Tastatur liegen lassen, so dass sie es griffbereit haben, wenn sie im Netz unterwegs sind, egal ob das, wonach sie suchen, etwas mit der Ahnenforschung zu tun hat, oder nicht. Ein Herr, der sein eigenes Geschäft führt, hat mir vor kurzem gesagt, dass er jedem Mitarbeiter seines Unternehmens ein Exemplar des Buches schenken möchte, denn nachdem er das Buch gelesen hatte, ist es ihm klar geworden, dass sie nicht effektiv oder effizient recherchieren.

5- Welche Google-Tools verwenden Sie persönlich am meisten bei Ihrer Ahnenforschung?

Diese ist eine schwierige Frage, denn ich springe vom Tool zu Tool während meines Arbeitstages. Ich verbringe schon viel Zeit mit Gmail und Google, aber YouTube wird für mich immer wichtiger für schnelle Antworten. Google Alerts sind 24 Stunden am Tag und 7-mal die Woche aktiv und suchen nach neuen Ressourcen für mich. Mein neuer Google Favorit ist der Google Drive mit den Google Docs. Ich betrachte es als eine von Google eingespielte Symphonie J

6- Welches Google-Tool ist das effektivste, aber gleichzeitig das am wenigsten verwendete Tool für die Ahnenforschung?

Das Google Tool, das genau das anbietet, was man in dem Moment braucht ist das „effektivste“. Aber das ist so bei allen technologischen Tools, oder? Aber Spaß beiseite, ich denke, dass Google.com selber das wichtigste Tool ist. Wenn man das schon mal beherrscht, dann stehen alle anderen Tools zur Verfügung. Und das ist so, weil die anderen Tools, wie Google Scholar, Google Patents, YouTube, Gmail, Google News Archive, Google Books, Google Earth usw., alle die gleiche Suchmaschine verwenden. Aber wenn es um das effektivste, aber nicht so häufig verwendete Tool (bei Ahnenforscher) gehen soll, dann haben wir dreifaches unentschieden: Google Books, Google Earth und YouTube.

7- Viele Kapitel in Ihrem Buch konzentrieren sich auf Google Earth. Können Sie uns mehr über dieses kostenlose Tool erzählen und erklären, wie man es in der Ahnenforschung verwenden kann?

Google Earth ist eine kostenlose Kartographie-Software, die man auf dem eigenen Rechner herunterladen und frei benutzen kann, wenn man online ist. Online zu sein ist wichtig, damit Bilder via Satellit angezeigt werden und Zugang zu wichtigen Datensätzen wie historischen Karten ermöglicht wird. Wenn man bedenkt, dass Ahnenforschung und Orte tief miteinander verwurzelt sind, dann macht es Sinn, Google Earth für die Familienforschung zu verwenden.

Man kann anfangen, das Tool zu verwenden, indem man die Orte, wo die Ahnen gelebt und gearbeitet haben, auf der Karte markiert. Tut man das, dann sieht man Daten in einem geografischen Zusammenhang. Und das ist wunderbar für die Recherche.

Kurz nachdem ich angefangen hatte, das Tool für meine Recherche zu benutzen, ist mir aufgefallen, wie wichtig es für das Geschichtenerzählen ist. Ich habe etwas entwickelt, was ich die „Familiengeschichtentour“ nenne, und in meinem Buch zeige ich den Lesern, wie auch sie das gleiche machen können. Das Potenzial von Google Earth ist unbegrenzt und deswegen habe ich dem Tool 5 Kapitel in meinem Buch gewidmet. Wer Lust zum Schnuppern hat, kann sich das kostenlose Video „Google Earth für die Ahnenforschung“ (auf Englisch) anschauen. Da erzähle ich, wie ich dank Google Earth ein Geheimnis in meiner Familie lüften konnte.

8- Gibt es noch Themen, die Sie Ihrem Buch noch gerne hinzufügen wollten, aber nicht konnten?

Was einfach nicht gemacht werden kann, ist ein Programm oder Webseite zu zeigen, live. Das war für mich wichtig, als ich über Google Earth sprach. Deswegen habe ich viele Videofolgen gemacht, die wunderbar zu den genannten Kapiteln im Buch passen. Sie sind in meinem Store verfügbar.

Ich habe schon erwähnt, dass ich Google Drive super toll finde. Es hat etwas gedauert, bis ich davon überzeugt war, aber jetzt, da ich das Tool gut kenne, sehe ich, wie viele Vorteile es nicht nur für die Ahnenforschung, sondern auch überhaupt mit sich bringt. Wenn ihr mehr über das Tool erfahren möchtet, dann besucht unseren Blog Genealogy Gems und The Genealogy Gems Podcast.

9- Ein Stammbaum ist mehr als Namen und Daten, man nutzt ihn, um die Familiengeschichte zu erzählen und zu erklären, wie die Ahnen einst lebten. Wie können Google Tools verwendet werden, um diese Familiengeschichte noch besser zu erzählen?

Wie bereits erwähnt, ist Google Earth eins meiner Lieblingstools. Man kann dort wichtige Orte markieren und Fotos,  Videos, E-Boooks verwenden, die Orte und Geschichte lebendig machen.

Man kann ein Video innerhalb Google Earth aufnehmen, während man durch die Karte geht und sogar die Erzählung aufnehmen. Das Endergebnis ist eine KMZ-Datei, die angezeigt wird, wenn man davor das kostenlose Google Earth heruntergeladen hat.

Sogar Ahnenforschungsleien werden begeistert sein. Kinder werden das Gefühl haben, in einem Videogame der Familiengeschichte zu sein, denn KMZ-Dateien sind interaktiv.

Und das Beste ist: Wenn man darauf klickt, kopiert und einfügt, dann erschafft man Familiengeschichtentours bei Google Earth!

Vielen Dank Lisa für das Interview. Ihr Buch ist hier zu kaufen.

Was ist euer Lieblingstool für die Familienforschung?

Kommentar hinterlassen

Die E-Mail-Adresse ist privat und wird nicht angezeigt

  • Ludwig Weist


    8. November 2015

    Es wäre gut, wenn Google Earth für die Ahnenforschung auch in deutsch angeboten würde. So nützt es mir als Lateiner herzlich wenig.