„Denn früher, da war nur ich – jetzt gibt es ein wir!“

„Denn früher, da war nur ich – jetzt gibt es ein wir!“

Die 52 jährige Esther D. aus Worms suchte seit ihrer Jugend nach ihrem leiblichen Vater. Als sie mit MyHeritage einen DNA-Test machte, fand sie nicht nur heraus, wer ihr Vater war, sondern entdeckte auch 6 Halbgeschwister. Sie erzählt uns ihre Geschichte:

Stellen Sie sich vor, Sie sind 4 Jahre alt und fragen sich, warum Ihre Eltern Sie zur Adoption freigegeben haben.

Als Kind habe ich mich immer anders gefühlt und mich gefragt, woher meine dunkle Haut kommt. Im Kindergarten fragten mich die anderen Kinder, warum ich dunkel sei, meine Eltern aber nicht. Es war nicht nur mein Aussehen, auch meine Persönlichkeit war anders als die meiner Eltern. Ich hatte eine andere Lebenseinstellung, ein anderes Temperament, eine andere Stimmung.

Wer war meine Mutter? Wer war mein Vater? Warum wollten sie mich nicht? Was habe ich falsch gemacht, dass sie mich nicht behalten wollten? Es gab so viele Fragen – Fragen, die mich mein ganzes Leben lang an mir zweifeln ließen.

1982, als ich 13 Jahre alt war, gab mir meine Adoptivmutter meine Adoptionsurkunden und meine Geburtsurkunde. Sie sagte mir, dass ich mit ihnen machen könnte, was ich wollte. Von diesem Zeitpunkt an war ich entschlossen, meine leibliche Familie zu finden.

Es war nicht so schwer, meine Mutter zu finden, denn in der Geburtsurkunde war ein Fehler: obwohl der Name und die Adresse nicht erwähnt werden sollten, stand alles darauf. Als ich 17 war, wandte ich mich an sie und verstand schnell, dass meine dunkle Haut nicht von ihr stammt. Sie weigerte sich aber, mir zu sagen, wer mein Vater war. „Du verdienst es nicht, es zu wissen“, sagte sie.

Der Mann auf dem Foto

Ein paar Jahre später, als ich 24 war, besuchte ich meine leibliche Großmutter mütterlicherseits. Ich fand das Tagebuch meiner Mutter und dort, zwischen den Seiten versteckt, war ein Schwarzweißfoto eines schwarzen Mannes. Auf der Rückseite stand: „Billy Kaot – Düsseldorf – 68.“

Ich wusste sofort, dass das mein Vater war. Ich nahm das Foto und die Seiten aus dem Tagebuch mit den Adressen der Freunde meiner Mutter und ging.

Meine Suche war jedoch noch lange nicht zu Ende: Es sollte weitere 38 Jahre dauern, um das Geheimnis um die Identität meines Vaters zu lösen.

Eine Freundin meiner Mutter erzählte mir, dass meine Mutter in einen schwarzen Musiker verliebt war und ihm überallhin folgte, egal wo er spielte. Ich rief alte Taxiunternehmen an, die Ende der 60er in Düsseldorf tätig waren, sowie Clubs, in denen er vielleicht gespielt hat. Ich habe Detektive angeheuert, um mir zu helfen. Aber es gab keine Spur von Billy Kaot. Ich habe bei der Suche erfahren, dass die meisten Schwarzen in Deutschland damals Billy hießen, und das machte es nicht einfacher. Ich wurde ohne eine Spur zurückgelassen und beschloss, mich an die Medien zu wenden. Sie berichteten über meine Geschichte in den Zeitungen und in den Nachrichten, aber trotzdem – niemand wusste, wer Billy Kaot war.

Meine Suche kann man mit Wellen vergleichen. Von Zeit zu Zeit stieg das Gefühl der Hoffnung auf und ich versuchte, weitere Fortschritte zu machen, aber dann verlor ich die Hoffnung und gab die Suche auf. Ich begann zu akzeptieren, dass ich meinen Vater nicht kennenlernen würde und dass die Quelle meiner musikalischen und künstlerischen Seite ein Rätsel bleiben würde. Ich begann zu akzeptieren, dass ich meine Wurzeln nie kennen würde. Ich akzeptierte, dass das Gefühl des Alleinseins für immer bleiben würde. Ich habe akzeptiert, dass es nur mich gibt.

Ein neues Kapitel meiner Suche

Ende 2019 habe ich ferngesehen und in einem Werbespot etwas über DNA gesehen. Ich war neugierig und zum Glück konnte ich zurückspulen, um es erneut zu sehen. Es war ein Werbespot von MyHeritage. Ich dachte, vielleicht könnte es das sein.

Ich habe sofort nach dem Unternehmen gesucht und angefangen, es mit anderen DNA-Testanbietern zu vergleichen, aber letztendlich fühlte ich mich am wohlsten mit MyHeritage. Ich begann, einen Stammbaum zu erstellen, abonnierte, um Zugang zu allen Funktionen der Plattform zu haben, und kaufte ein DNA-Kit. Ein neues Kapitel meiner Suche hatte begonnen.

Ich habe mein Ergebnis im Juni 2020 erhalten und war entschlossen, alles in meiner Macht Stehende zu tun, um meine Familie zu finden. Ich hatte nur eine 2,3%ige Übereinstimmung mit einer schwarzen Frau: einer jungen Frau Anfang Dreißig aus Belgien. Wer war sie? Ich habe dann verstanden, dass mir die AutoCluster-Funktion helfen könnte. AutoClusters ist ein genetisches Genealogie-Tool, das DNA-Übereinstimmungen, die wahrscheinlich von gemeinsamen Vorfahren abstammen, in einem visuellen Diagramm zusammenfasst.

Die einzige Person, die nicht in meiner AutoClusters-Karte enthalten war, war die junge Frau aus Belgien.

Da sie mein einziger Anhaltspunkt war, beschloss ich, sie über die MyHeritage-Nachrichtenfunktion zu kontaktieren. Später wechselten wir zu Facebook und ich schickte ihr das Foto meines Vaters. Ich fragte sie, ob sie ihre Mutter oder Großmutter fragen könne, ob sie wüssten, wer dieser Mann sei.

Die Mutter wusste es!

Die Entdeckung

Billy Kaots richtiger Name war Raphaël Alingabo. Er wurde in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Er war ein Musiker, der in den späten 60er und 70er Jahren mehrere Jahre in Europa verbrachte. Leider war er 2017 verstorben, aber mir wurde etwas Unerwartetes offenbart: Ich hatte anscheinend 6 Halbgeschwister da draußen.

Mein Herz machte einen Sprung, und von diesem Moment an war mein Leben nicht mehr dasselbe. Mit einigen von ihnen habe ich auf Facebook und am Telefon eine Beziehung aufgebaut. Meine Halbschwester Linda aus Schweden habe ich vor ein paar Monaten hier in Deutschland endlich kennengelernt, da wir uns aufgrund von COVID-19 nicht früher treffen konnten. Ich bat sie, einen DNA-Test zu machen, um unsere Beziehung zu bestätigen. Beim nächsten Treffen, also Anfang Juni 2021, stand das Ergebnis fest. Ich hatte schreckliche Angst, dass ich falsch lag – aber sie stimmte mit 26,6% überein. Ich sah meine Halbschwester an.

Wir sind 7 Halbgeschwister von verschiedenen Müttern. Ich habe immer geglaubt, dass meine künstlerische Seite von meinem Vater stammt, aber jetzt bin ich überzeugt, dass wir alle das künstlerische Gen von ihm geerbt haben. Wir alle singen, musizieren, tanzen oder malen. Wir sind so verschieden und doch so ähnlich. Endlich habe ich das Gefühl, ein Teil von etwas zu sein, das über mich hinausgeht.

Das Zusammentreffen

Vor kurzem hatte ich endlich die Gelegenheit, eine meiner Schwestern zu treffen. Es war eine unglaubliche und lebensverändernde Erfahrung. Wir gingen unsere DNA-Ergebnisse gemeinsam durch. Mein Leben wird nie mehr dasselbe sein.

MyHeritage hat mir nicht nur auf meiner Reise geholfen, es hat mir auch meinen Herzenswunsch erfüllt.

Denn früher, da war nur ich; jetzt gibt es ein wir!

Vielen Dank MyHeritage!

Bemerkungen

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  • IW

    Ines Wiesheu geb.Rommel

    10. August 2021

    Das ist schön. Leider gibt es über mich einfach nichts herauszufinden. Ich wurde adoptiert habe auch Original Geburtsurkunde aber kann einfach nichts herausfinden. Es ist zum verzweifeln.