Weihnachten International – Teil 3

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Kommen wir also heute zu unserem 3. Teil der internationalen Weihnachtsfeste. Nachdem wir euch hier und hier schon ein wenig über Bräuche und Rituale aus anderen Ländern berichtet haben, geht es heute – im letzten Teil – um folgende 3 Länder: Polen, Schweden und Spanien.

Polen

Der heilige Abend (Wigilia) ist das wichtigste Familienfest im katholischen Polen und eines der traditionsreichsten Weihnachtsfeste der Welt. Man glaubt in Polen, dass der Ablauf des Tages für das gesamte folgende Jahr entscheidend ist, daher wird viel Wert auf Eintracht und Ruhe in der Familie gelegt. Die Vorbereitungen zum heiligen Abend beginnen bereits am frühen Morgen, an dem die Familie sich gemeinsam an das Schmücken des Weihnachtsbaumes macht. Zur festlichen Dekoration gehören auch Getreide-, Heu- und Strohbündel, die eine gute Ernte bescheren sollen und die Jesuskrippe im Heustall symbolisiert.

Unter dem üppig gefüllten Esstisch, befindet sich immer ein kleines Heubündel, zum einen um an Jesus Geburtstätte zu erinnern und da man in Polen glaubt, dass das Christkind in Begleitung eines Esels auf die Erde kommt. In den meisten polnischen Familien wird ein Geldstück unter die Teller gelegt in der Hoffnung, dass man vor Armut geschützt sei.

Ein ebenso fester Bestandteil des polnischen Weihnachtsessens ist ein zusätzliches Gedeck, dass an die Verstorbenen erinnern soll derer man an diesem Tage besonders gedenkt und für den Fall dass ein unerwarteter Gast oder Bedürftiger an die Tür klopft.

Schweden

Weihnachten ist in Schweden der wichtigste und längste Feiertag. Der Hauptfeiertag ist der Heilige Abend. In Schweden feiert man das Weihnachtsfest sehr traditionell. Überall sieht man Adventskerzen und Adventssterne in den Fenstern. Am 13. Dezember in jedem Jahr wird in Schweden Lucia gefeiert. Das Luciafest ist ein vorweihnachtlicher Feiertag und somit die Hauptfestivität vor Weihnachten.

Lillejulafton ist der kleine Weihnachtsabend am 23. Dezember. Er dient der Vorbereitung auf den großen Tag. Der traditionelle Weihnachtsschinken, Bestandteil des schwedischen Weihnachtsmenüs, wird gekocht. Man schreibt und übt Julklapp-Reime. In diesen kleinen Gedichten werden gewöhnlich der Schenkende und das Geschenk aufs Korn genommen.

Mit dem Ersten Advent beginnt die Weihnachtszeit in Schweden. Der schwedische Weihnachtsmann bringt die Geschenke am 24. Dezember und daher wird dieser Tag in Schweden besonders gefeiert. Der Weihnachtsbaum ist der Mittelpunkt zum Fest in den schwedischen Häusern. Unter oder am Weihnachtsbaum ist in Schweden oft der Julbock zu finden. Er besitzt eine lange Tradition.

Spanien

Die Adventszeit verläuft in Spanien eher ruhig, den Startschuss für die Weihnachtsfeiertage stellt die Weihnachtslotterie (Sorteo extraordinario de Navidad) dar. Sie gilt aufgrund der ausgespielten Gesamtsumme als größte Lotterie der Welt und findet in Spanien seit 1812 immer in der gleichen Form statt. Die meisten Spanier kaufen sich Lose für diese Lotterie und verfolgen die Ziehung, die über die öffentlichen Radio- und Fernsehsender übertragen wird.

Am 24. Dezember, die Heilige Nacht, in Spanien „Noche Buena“, versammelt sich die ganze Familie zu einem ausgewogenen Abendessen. Eine spanische Weihnachtsspezialität ist das „Turron“, welches aus gerösteten Mandeln, Zucker, Honig und Eiern hergestellt wird und bei diesem Festessen natürlich nicht fehlen darf. Nach dem Essen wird die „Urne des Schicksals“ auf den Tisch gestellt. Darin befinden sich viele kleine Geschenke, aber auch Nieten. Jeder zieht dann solange, bis er ein Geschenk bekommen hat. Die eigentliche Bescherung, wie wir sie kennen, findet in Spanien traditionell erst am 6. Januar statt, in den letzten Jahren bekommen die Kinder ihre Geschenke aber schon immer öfter bereits am 24. Dezember.

Auch der Weihnachtsbaum, den wir bei uns als selbstverständlich ansehen, errang in Spanien erst in den letzten Jahrzehnten Beliebtheit. Daneben stellt die Krippe einen wichtigen Bestandteil des Weihnachtsfestes dar. Um 24 Uhr findet die Mitternachtsmesse statt, die in Spanien „Misa del Gallo“ – die Messe des Hahns – genannt wird, welcher die Geburt Jesu als erster verkündet haben soll. Bis zum 6.Januar finden dann immer wieder Feste und Weihnachtsaufführungen statt.

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