Endlich vereint: Über 80 Jahre nach dem Holocaust lernen sich Cousine und Cousin persönlich kennen
- Von corinna


Anfang dieses Jahres haben wir die bewegende Geschichte von Adriana Turk erzählt. Die 74-jährige Australierin wuchs in dem Glauben auf, die Familie ihres Vaters sei im Holocaust ermordet worden. Nachdem ihr einziger Bruder gestorben war und sie keine nahen Angehörigen mehr hatte, machte Adriana einen DNA-Test von MyHeritage. Was dann folgte, veränderte ihr Leben: Sie hatte mehr als 50 Verwandte, von denen sie nie etwas gewusst hatte.
Mit Unterstützung von Naama Lanski, Familienforscherin bei MyHeritage, fand Adriana ihren Cousin zweiten Grades, Raanan Gidron, in Israel. Schon beim ersten Videoanruf, den MyHeritage für die beiden organisiert hatte, war die Verbindung sofort spürbar.
Umso mehr freut es uns, dass wir Ihnen heute erzählen können, wie es weiterging: Im August 2026 reiste Adriana rund 14.000 Kilometer von Australien nach Israel, um Raanan und ihre neu gefundene Familie endlich persönlich zu treffen.
Raanan wartete am Flughafen Ben Gurion auf sie. Als sie sich sahen, lagen sie sich überwältigt in den Armen.
„Da ist er, mein verloren geglaubter Cousin“, sagte Adriana. „Da bist du ja.“
Sehen Sie hier, wie sich Adriana und Raanan zum ersten Mal begegnen:
Obwohl sie sich zum ersten Mal gegenüberstanden, fühlte sich das Treffen sofort vertraut an. Raanan beschrieb es als „magisch“, als würde er einem Familienmitglied begegnen, das er längst kennt.
Während ihres Besuchs stellte Raanan Adriana weiteren Verwandten in Israel vor. Besonders berührt war sie von der Familienähnlichkeit. „Wenn ich die Familie in Israel anschaue, sehe ich in ihren Gesichtern meinen Vater“, sagt sie.
Die beiden nahmen sich Zeit, einander kennenzulernen, aßen zusammen und sprachen über ihre Familiengeschichte. Adriana war besonders dankbar, dass sie endlich offen über den Holocaust sprechen konnte und darüber, was er für ihre Familie bedeutet hat. Der Generation ihrer Eltern war es schwergefallen, über das Erlebte und die Verluste zu reden. Jetzt konnten die beiden gemeinsam zusammensetzen, was damals geschehen war, und die Gefühle teilen, die damit verbunden sind. Adriana nannte es eine Art „internationale Gruppentherapie“: Zum ersten Mal, sagte sie, konnte sie mit anderen aus ihrer Familie über den Holocaust weinen.
Adriana und Raanan haben uns auch in der MyHeritage-Zentrale in Or Yehuda besucht. Unser Team hat ihre Geschichte von Anfang an begleitet. Es hat uns sehr bewegt, die beiden persönlich zu empfangen und zu erleben, wie aus einer Begegnung am Bildschirm eine so herzliche, ganz selbstverständliche Familienbeziehung geworden ist.
Die Begegnung hat verändert, wie Adriana ihren Platz in der Welt sieht. Bevor sie den DNA-Test machte, fühlte sie sich von Trauer und Einsamkeit überwältigt. Heute, sagt sie, haben ihr die Cousins und Cousinen ein neues Gefühl von Zugehörigkeit gegeben und das Gefühl, dass wieder etwas möglich ist. „Ich fühle mich, als wäre ich durch diese Erfahrung neu geboren“, sagt sie.
Mit Adrianas Heimreise ist die Geschichte nicht zu Ende. Ihre Verwandten aus Israel sind jederzeit bei ihr in Australien willkommen, und die Jüngeren in der Familie haben schon angekündigt, dass sie die Einladung gern annehmen würden.
Fast ihr ganzes Leben lang glaubte Adriana, von der Familie ihres Vaters sei niemand mehr übrig. Heute gehört sie zu einem wachsenden Kreis von Verwandten, die sie mit offenen Armen aufgenommen haben.
„Diese neue Familie heilt mich“, sagt sie.
Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir dazu beitragen konnten, Adriana und Raanan zusammenzubringen, und wünschen den beiden noch viele gemeinsame Erinnerungen, Besuche und Jahre als Familie.
Haben auch Sie mit MyHeritage eine unglaubliche Entdeckung gemacht? Wir freuen uns, davon zu hören! Schreiben Sie uns Ihre Geschichte gerne per E-Mail an stories@myheritage.com.

