Ich machte einen DNA-Test, um lange verschollene Verwandte in den USA zu finden – stattdessen fand ich eine Schwester
- Von corinna


Ich wusste schon immer, dass ich Verwandte in Amerika habe. Zwei Brüder meiner Urgroßmutter wanderten Anfang des 20. Jahrhunderts aus Schweden in die Vereinigten Staaten aus, und dieser Zweig der Familie fühlte sich immer irgendwie unerreichbar an. Als es einem Verwandten vor Kurzem gelang, Kontakt zur amerikanischen Seite aufzunehmen, wurde ich neugierig und wollte es selbst versuchen. Also bestellte ich im Herbst 2025 einen DNA-Test von MyHeritage und schickte meine Probe ein – in der Erwartung, einen Namen aus diesem fehlenden Familienzweig zu finden. Vielleicht einen Cousin oder ein Enkelkind dieser beiden Brüder.
Doch auf das, was ich stattdessen fand, war ich nicht vorbereitet.
Ein unerwarteter DNA-Match
Die Ergebnisse kamen Anfang November. Es war ein Sonntagmorgen, als die E-Mail von MyHeritage eintraf. Als Erstes wurde mir meine ethnische Herkunft angezeigt: 37 % Balkan.
Mein ganzes Leben lang hatte ich geglaubt, mein Vater sei Däne – basierend auf allem, was meine Mutter mir erzählt hatte. Ich hatte das nie infrage gestellt. Bis diese Zahl auf dem Bildschirm mich plötzlich nachdenken ließ.
Doch das war erst der Anfang. Als ich weiterging und mir meine DNA-Matches ansah, stand ganz oben auf der Liste als erstes Ergebnis: Halbschwester.
Mein Herz begann zu rasen. Ich war so nervös und aufgewühlt, dass ich kaum noch klar denken konnte.
Irgendwo da draußen gab es eine Frau, die denselben Vater hatte wie ich. Einen Vater, den ich nie gekannt hatte.
„Können wir telefonieren?“
Ich schrieb ihr über MyHeritage eine Nachricht. Ihre Antwort kam schnell: Können wir telefonieren? Und genau das taten wir.
Sie heißt Suzanna – alle nennen sie Sanna – und lebt nur ein paar Stunden entfernt in Beddingestrand in Skåne. Sie hatte bereits drei Jahre zuvor einen DNA-Test gemacht, ein Geburtstagsgeschenk ihrer Tochter. Auch sie hatte mit so etwas nicht gerechnet.
Sie erzählte mir, dass sie völlig unter Schock stand, als sie die Betreffzeile meiner Nachricht sah: Hallo, mein Name ist Eva und wir sind Halbschwestern. Dann erzählte sie mir etwas Bemerkenswertes. Als sie 24 war, hatte sie ein Medium besucht, das ihr sagte, sie habe eine Schwester. Damals hatte sie das nicht geglaubt. Das Medium hatte gesagt, diese Schwester werde „an ihre Tür klopfen“, wenn sie älter sei.
40 Jahre später klopfte ich an.
Dasselbe Dorf, dieselben Straßen
Wir trafen uns zum ersten Mal am 13. Dezember 2025 – und es passte sofort.
Wir sind uns unglaublich ähnlich – in der Art, wie wir denken, in unserem Humor und in unserer Spontaneität.
Dann begannen wir, unsere Erinnerungen und Lebenswege zu vergleichen, und die Zufälle hörten nicht auf.
Sanna hatte als Kind jeden Sommer zwei bis drei Monate in Milna verbracht, einem kleinen Dorf auf der Insel Brač in Kroatien. Ihre Eltern besaßen dort viele Jahre lang ein Haus. Ich selbst hatte fünf- oder sechsmal Urlaub in Milna gemacht. Wir sahen uns an und rechneten nach. Mit großer Wahrscheinlichkeit waren wir zur selben Zeit in diesem Dorf gewesen, waren durch dieselben Straßen gegangen und vielleicht sogar aneinander vorbeigelaufen, ohne einander eines zweiten Blickes zu würdigen. Wie sich herausstellte, hatte auch unser Vater – ein Mann aus Split, heute 82 Jahre alt – dort ein Haus besessen. Er war die ganze Zeit dort gewesen.
Die Puzzleteile fügen sich zusammen
Sanna hatte sich zunächst Sorgen gemacht, was diese Entdeckung für ihre eigene Familiengeschichte bedeuten könnte. Ihr Vater war Seemann gewesen und oft unterwegs. Doch ihre Mutter konnte sie beruhigen: Unser Vater und meine Mutter waren ein ganzes Jahr zusammen gewesen, bevor er Sannas Mutter überhaupt kennenlernte.
Dann entdeckten wir noch ein weiteres Detail. Wir verglichen Dinge über uns selbst und stellten fest, dass wir exakt dieselbe Brillenmarke und dasselbe Modell trugen. Dann fragte Sanna nach meinem vollständigen Namen.
Marie Eva.
Ihr vollständiger Name lautet Marie Suzanna.
Von all den Namen auf der Welt hatten wir beide ausgerechnet Marie bekommen. Sanna sagte dazu: „Es fühlte sich an wie ein weiterer stiller Faden, der uns miteinander verbindet – lange bevor wir überhaupt voneinander wussten. Derselbe zweite Vorname. Dieselbe Brille. So viele kleine Dinge, die sich auf irgendeine Weise spiegeln. Gerade in diesen Details fühlt sich unsere Geschichte noch außergewöhnlicher an.“
Ein Wiedersehen – und ein erstes Treffen
Am 24. April 2026 traf ich meinen Vater zum ersten Mal.
Am selben Wochenende hielten Sanna und ich das, was wir gefunden hatten, auf die dauerhafteste Weise fest, die uns einfiel: mit passenden Tattoos.
Auf ihrem Arm steht „little sis“. Auf meinem steht „big sis“. Wenn wir nebeneinanderstehen, verbinden sich die beiden Tattoos.
Wir haben außerdem einen gemeinsamen Instagram-Account gestartet, um unsere Geschichte und unseren gemeinsamen Weg zu teilen: @dna_sisterhood.
Die Großmutter, die es noch erfahren durfte
Auch die amerikanischen Verwandten habe ich gefunden. Ich stehe inzwischen mit Jane Thompson in Kontakt, dem Enkelkind eines der Brüder meiner Urgroßmutter – genau jenem Familienzweig, nach dem ich ursprünglich gesucht hatte. Meine Großmutter, die im August 100 Jahre alt wird, war tief berührt, als ich ihr Fotos der amerikanischen Familie zeigte. Es fühlte sich an, als wäre etwas wieder an seinen Platz zurückgekehrt.
Es ist eine wunderbare Geschichte – und sie ist definitiv noch nicht zu Ende.
Vielen Dank an Eva und Sanna, dass sie ihre berührende Geschichte mit uns geteilt haben. Wenn auch Sie mit MyHeritage eine unglaubliche Entdeckung gemacht haben, würden wir uns freuen, davon zu hören. Bitte senden Sie uns Ihre Geschichte über dieses Formular oder per E-Mail an stories@myheritage.com.




