Deutsche Nachnamen: Woher kommen und was bedeuten sie?

Deutsche Nachnamen: Woher kommen und was bedeuten sie?

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Jeder von uns trägt einen, kennt viele und spricht den einen oder anderen falsch aus: die Rede ist von deutschen Nachnamen. Ein Familienname wird dabei immer dann vergeben, wenn das Kind eines Elternpaares das Licht der Welt erblickt. Doch welche Namen werden am häufigsten verwendet und woher stammen diese? Wir geben Ihnen in unserem Beitrag einen Einblick in die Welt der Namen sowie deren Herkunft. Dabei gehen wir auf die Bedeutung von Nachnamen sowie die jeweiligen Häufigkeiten ein.

Welche Nachnamen kommen am Häufigsten in Ihrem Stammbaum vor? Schauen Sie nach, unter „Startseite > Familien-Statistiken“.

Neben diesen spannenden Themenfeldern gehen wir auch der Frage auf den Grund, woher die Namen unserer Zeit stammen. Mit einem spannenden Vergleich und Sprüngen zwischen den verschiedenen Jahrhunderten, sammeln wir gemeinsam mit Ihnen Erfahrungen über die Geschichte der deutschen Nachnamen.

Berufsnamen und Eigenschaftsnamen, darin liegt der Unterschied!

Um ein allgemeines Verständnis über die Herkunft von Familiennamen zu schaffen, betrachten wir die beiden wohl größten der namensgebenden Gruppen. Die erste Zuordnung steckt bei Berufsnamen und Eigennamen bereits im Begriff. So stammen Berufsnamen aus der Zeit des 14. Jahrhunderts, in welchem die jeweiligen Handwerke und Berufe der Menschen anhand ihrer Namen erkennbar gemacht wurden. Während der „Messerschmidt“ nur Messer herstellen durfte, handelte es sich beim Namen „Schneider“ um einen Textilhersteller. Zur Hochzeit des 16. Jahrhunderts waren insgesamt über 140 Berufsnamen im Umlauf.

Das Gegenstück zu dieser Gruppe bildeten die Eigenschaftsnamen. Diese basieren auf den charakterlichen Eigenschaften einer Gruppe sowie auf der Herkunft und dem Ansehen. Schnell wird klar, dass Adlige, besser situierte Persönlichkeiten und große Familien Eigenschaftsnamen getragen haben. Bis heute lassen sich diese erkennen. Der Familienname „Hahn“ symbolisiert beispielsweise die Arroganz streitsüchtiger Menschen. Ein Träger des Namens „Schönherr“ war hingegen eher für sein ansprechendes Aussehen bekannt.

Die Namensgruppen im Ranking

Was Deutsche Nachnamen angeht, lassen sich starke Tendenzen im Ranking der jeweils oben beschriebenen Gruppen erkennen. Es ist laut aktueller Umfragen nicht verwunderlich, dass die 14 häufigsten Namen allesamt Berufsnamen entstammen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Träger von Berufsnamen bereits seit Jahrhunderten den größten Teil der Bevölkerung ausmachen. Schließlich ist die gesamte Arbeiterschaft der Gesellschaft mit Familiennamen versehen, welche den eigenen Beruf beschreiben. Der kleine Teil der Gesellschaft hat Eigenschaftsnamen als Familiennamen getragen: so ist es bis heute.

PlatzierungNachnameNamensgruppe
1.MüllerBerufsname
2.SchmidtBerufsname
3.SchneiderBerufsname
4.FischerBerufsname
5.MeyerBerufsname
6.WeberBerufsname
7.HofmannBerufsname
8.WagnerBerufsname
9.BeckerBerufsname
10.SchulzBerufsname
11.SchäferBerufsname
12.KochBerufsname
13.BauerBerufsname
14.RichterBerufsname
15.KleinEigenschaftsname
16.SchröderBerufsname
17.WolfEigenschaftsname
18.NeumannEigenschaftsname
19.SchwarzEigenschaftsname
20.SchmitzBerufsname
21.KrügerBerufsname
22.BraunEigenschaftsname
23.ZimmermannBerufsname
24.SchmittBerufsname
25.LangeEigenschaftsname

Nicht ohne Grund befindet sich der Name „Müller“ mit Abstand auf dem ersten Platz der Liste. Schließlich macht dieser Familienname insgesamt 0,1% der deutschen Bevölkerung aus. Dabei war der Müller damals für die Mühlen zuständig, welche nahezu jedes Dorf besaß. Von ihm kommen auch die Ableitungen Lohnmüller, Ölmüller und Windmüller, welche jedoch eher weniger verbreitet sind.

Der aktuell am meisten vergebene Eigenschaftsname ist „Klein“ auf dem 15. Platz. Träger dieses Namens sind dabei geschichtlich nicht nur physisch kleine Menschen gewesen. Auch scharfsinnige und kluge Menschen haben diesen Namen verliehen bekommen, welchen sie oft mitsamt ihrem Intellekt über Generationen weitergegeben haben. Die darauffolgenden Eigenschaftsnamen sind „Wolf“, „Neumann“ und „Schwarz“, welche für grimmige Menschen, Zugezogene und Schwarzhaarige vergeben wurden.

Moderne Nachnamen auf Grundlage der Geschichte

Da wir uns nun mit den bekanntesten Namen sowie der generellen Herkunft von Familiennamen befasst haben, springen wir in die moderne Zeit. Aktuell sind so viele Namen im Umlauf, wie noch nie zuvor. Der Grund hierfür ist einfach: es handelt sich um die voranschreitende Globalisierung. Mit dem Anschluss an neue Kulturen, Länder und Sitten, wächst auch der Umfang an Nachnamen. Angeheiratete Partner nehmen neue Namen an und lassen alte Nachnamen fallen. Dieser Faktor ist maßgeblich dafür, dass wir heute weit mehr als die damals bekannten Namen der Epoche haben.

Ein weiterer Grund für den Wandel der Nachnamen, ist die Weiterentwicklung. Hierbei werden Synonyme gebildet, englische Begriffe herangezogen und existente Schreibweisen umgestellt. Die hierdurch entstandene Vielfalt macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man Personen im geschäftlichen Alltag oder auf Social Media antrifft. Hier warten nicht nur bekannte Schreibweisen, auch Neologismen und Anglizismen lassen sich antreffen. Ein treffendes Beispiel für einen Anglizismus ist „Goldsmith“ als deutscher Nachname. Der eigentliche Goldschmied ist namensgebend und ohne eine explizite Übersetzung aus der englischen Sprache übernommen. Dennoch gibt es auch „Goldschmied“ als deutschen Namen.

Fazit: neue Namen mit altem Ursprung

Namen werden durch ihre Träger trotz der Häufigkeit zu etwas ganz Individuellem. Schließlich ist es die Person hinter dem Nachnamen, die maßgeblich dafür ist, welche Eigenschaften mit diesem in Verbindung gebracht werden. Somit formt sich in unserer Zeit jeder das Bild, welches er seinem Umfeld präsentieren möchte. Die Zeiten des Fortbestehens eines Familiennamens Zwecks des Berufes sind lange vorbei. Sie wurde vom Zeitalter des Individualismus und Pluralismus der Gesellschaft abgelöst.

Nur noch wenige Menschen besinnen sich auf die eigentliche Herkunft ihres Namens und sind der Annahme eines neuen Namens durch die Heirat nicht abgeneigt. Zu früheren Zeiten erkannten die Menschen ihre Nachnamen im Vergleich mit mehr Stolz an, was auf eine große Treue und Verbundenheit schließen lässt. Undenkbar war es daher, sich leichtfertig im eigenen Berufsfeld mit einem fremden Namen zu brüsten.

In unserem Artikel konnten wir Ihnen zeigen, welche Bedeutungen von Namen es gibt, wie sich diese herleiten lassen und woher die häufigsten Nachnamen stammen. Außerdem konnten wir der Frage auf den Grund gehen, weshalb es in unserer Zeit so viele neue Namen gibt, die nicht aus Berufsgruppen oder Eigenschaften entstammen. Achten Sie bei Ihrem nächsten Kontakt mit einem neuen Menschen darauf, welchen Nachnamen er trägt. Vielleicht erkennen Sie ja die Berufswege der weit entfernten Vorfahren wieder und können so ein spannendes Gespräch eröffnen.

Kennen Sie die Bedeutung Ihres Namens? Lernen Sie mehr über Ihren Namen und die Herkunft Ihrer Familie. Falls noch nicht geschehen, erstellen Sie jetzt Ihren Stammbaum auf MyHeritage und finden Sie Spannendes über Ihre Familiengeschichte heraus.

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