21    Mrz 2013Ein Kommentar

Familiengeschichte: Poesiealbum

Heute ist der Welttag der Poesie. Deshalb möchten wir den heutigen Tag zum Anlass nehmen, über das Poesiealbum zu sprechen.

Typischer Spruch aus einem Poesiealbum aus Zürich, 1929. Quelle: Wikipedia.de

Der Brauch, guten Freunden Namen, Wappen und Wahlspruch in ein Buch zu Schreiben, entstand schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert kamen zu den Sprüchen auch Widmungen und viele Zeichnungen, und im Laufe der Zeit wurden aus den Stammbüchern dann Erinnerungsbücher. Die Blütezeit hatte das Poesiealbum im 19. Jahrhundert, als sich Mitglieder von literarischen Zirkeln gegenseitig mit Versen und künstlerischen Beiträgen in eigens angeschafften Heften verewigten. Die Sitte betrieben vor allem Erwachsene.

Ab 1950 galt ein Poesiealbum unter Kindern als Vertrauens- und Freundschaftsbeweis. Die poetischen Verse wurden durch Weitergabe des Albums an Mitschüler, Lehrer, Freunde, Verwandte und Bekannte gesammelt. Dabei stand jedem Eintrag nur eine Buchseite (in der Regel die Rechte) zur Verfügung. Die linke Seite blieb frei und diente einer künstlerischen Gestaltung.

Heute hat sich der Gebrauch der Alben durch eine zum Teil vorgefertigte Gestaltung seitens der Hersteller wieder gesteigert. Eine Weiterentwicklung des Poesiealbums ist das Freundschaftsbuch. Es lässt Platz für Fotos, Hobbys, Lieblingslieder, etc. und ggf. einen Sinnspruch, wie er ursprünglich im Poesiealbum üblich war.

Habt ihr oder jemand aus eurer Familie ein Poesiealbum genutzt? Habt ihr es noch? Welches Gedicht gefällt euch besonders gut?

Ich lege schon mal vor:

Familie -

kostbarstes Kleinod
auf dieser Erde,
rettender, schützender
Hafen auch.
Im Glück
wirst du in ihr
geborgen sein,
im Unglück
bist du nicht allein.
Familie zieht
den schützenden Kreis.
Wohl dem,
der sich in ihr
geborgen weiß.
Dr. Carl Peter Fröhling (*1933), deutscher Germanist, Philosoph und
Aphoristiker

Quelle: Wikipedia.de, aphorismen.de

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  1. aus dem Poesie-Album meiner Großmutter Martha zum 9. Geburtstag am 22.10.1917:
    "Es ist ein tiefer Segen
    der aus dem Worte spricht:
    "Erflle allerwegen
    getreulich deine Pflicht!"
    Dies schrieb zum Andenken
    Dein Vater."

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