Geht alles noch ganz gut – ich bin der Mann im Haus und die einzige Person, die unsere Nähmaschine bedienen kann. Ich befasse mich berufs- und interessenhalber mit Kalligrafie. Knoten braucht man im Wald, auf dem Schiff, im Alltag. Nummern kenne ich – zumindest die wichtigsten: mein Haus, mein Büro, mein Handy, das Handy meiner Frau. Dazu kommen ein paar Autonummern. Ich erachte all diese Dinge nicht als veraltet oder spiessig: Es zu können bereichert den Alltag und bringt das Gefühl von Sicherheit und Unabhängigkeit. Und grundsätzlich ist es so: All diese Dinge sind lernbar. Wenn man es kann, braucht man es nämlich auch. Es nicht zu tun oder zu können, ist direkt auf Bequemlichkeit und Faulheit zurückzuführen. Schade, aber wahr. Die heutige Zeit ist nicht eine Zeit der neuen Möglichkeiten, sonder der Nicht-Nutzung der alten.
5 Dinge, die Deine Großeltern gemacht haben und Du nicht mehr kannst
- Von Silvia


Vielleicht wirst du die Dinge, die ich nun aufzählen werde noch können, aber denk scharf darüber nach wann du diese zuletzt praktiziert hast! Im Zeitalter des Internets ist die E-Mail wohl zum verbreiteten Kommunikationsmittel geworden. Wenn ich z.B. jemanden kontaktieren will, versuche ich es meistens erst einmal mit einer E-Mail. Dann würde eventuell eine SMS folgen und ein Anruf. Aber daran denken einen Brief zu schreiben, das würde mir bestimmt nicht in den Sinn kommen… Also los geht’s:
1. Die Fähigkeit leserlich zu schreiben
Ich kann dieses Phänomen bereits bei mir entdecken. Vor gut 20 Jahren habe ich noch regelmäßig Briefe geschrieben, sehr laaaange Briefe. Mit Freunden und Familie, die im Ausland lebten, gab es auch nicht wirklich eine andere Möglichkeit in Kontakt zu bleiben. Ja, das Telefon gab es schon, aber Flatrates – gerade ins Ausland – standen nicht an der Tagesordnung, daher hat Mama alle zwei Wochen eine Telefonkarte gekauft, damit wir von der Telefonzelle aus kurz mit den Liebsten sprechen konnten. In einem Karton habe ich noch unzählige Briefe und Postkarten und hoffe, dass eines Tages meine Enkel daran Gefallen finden werden… Und wie sieht es bei euch aus? Schreibt ihr noch Briefe? Werden eure Kinder überhaupt noch wissen was ein Brief ist? Und ich meine nicht die Rechnungen, die täglich per Brief zuhause ankommen. 😉
2. Nummern auswendig können
Hier geht es hauptsächlich um Telefonnummern. Wisst ihr noch? Früher konnte man alle Nummern auswendig. Mir musste man nur kurz den Namen einer Person nennen und ZACK habe ich die komplette Nummer aufgesagt. Handys – geschweige denn Smartphones – gab es damals nicht und für eine gesamte Familie galt nur die eine Festnetznummer. Meine Mutter hat 10 Geschwister und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch vor ca. 15-20 Jahren noch all diese Telefonnummern auswendig konnte. Heute wird alles im Smartphone abgespeichert und einige sind schon froh, wenn sie ihre eigene Nummer auswendig können. Denkt mal scharf darüber nach… Wie viele Nummern könnt ihr noch auswendig? Witzig ist es auch, wenn man eine neue Nummer bekommt und die Person dann sagt: „Warte, ich muss mal in meinem Handy nachschauen, wie meine Nummer geht!“ hehe Und was ist mit Geburtstagen? Könnt ihr viele aus dem Kopf? Und ich meine inklusive Geburtsjahr. Na?!
3. Nähen
So, bei diesem Punkt muss ich mich da kurz mal raushalten! 🙂 Seit gut einem Jahr habe ich das Nähen gelernt und ein neues Hobby für mich entdeckt. ABER: vorher konnte ich nicht einmal einen Knopf annähen. In meiner Familie ist es zumindest immer eine Tradition gewesen, dass die Frauen nähen konnten. Die Ur-Großmutter konnte es, meine Großmutter ebenfalls und alle fünf Töchter meiner Großmutter – meine Mama mit inbegriffen – können es auch. Zum Hosen kürzen zum Schneider? Auf keinen Fall! Mama macht das! Aber wie sieht es bei euch aus? War oder ist es auch eine Tradition? Könnt ihr nähen?
4. Eine Landkarte benutzen
Hmm… Ich frage mich echt manchmal wie man früher ohne Navi irgendwohin gefunden hat… Mal im Ernst: geklappt hat es wohl immer, aber hat man sich da nicht ständig verfahren? Wie konnte man gleichzeitig die Karte lesen und Auto fahren? (wenn man zumindest alleine fuhr) Ich weiß nur, dass ich ohne meinen Navi nicht mehr leben könnte! haha Hört sich wohl etwas dramatisch an, aber ich bin echt schon so sehr daran gewöhnt direkt die Straße etc. im Navi einzugeben und zu wissen, dass mich dieses Ding (via schnellste oder kürzeste Route) ans Ziel bringt, dass ich vorher einer Landkarte nicht mal einen Blick würdige. Blöd nur, wenn das Navi dringend eine Softwareaktualisierung braucht und dich dann sonst wohin führt, du keine Karte dabei hast und jede Menge Kilometer hin und her fährst, bis es endlich „biegen Sie links ab“ heißt. Und diesmal auch das „richtige Links“ gemeint ist! 😉
5. Verschiedene Arten von Knoten binden
Zum Schluss schaut euch mal das Bild unten an. Wisst ihr wie die verschiedenen Knoten heißen? Dann fragt mal euren Großvater! Der weiß es bestimmt… 🙂



Barbara Schmidt
26. November 2013
also, 2 und 4 geht noch. 1 ist seit der Grundschule immer schlimmer geworden, 5 mit etwas Übung und bei 3 habe ich einfach 2 linke Hände 😉