Die Geschichte unserer Namen: Der Fischer und der Weber

Die Geschichte unserer Namen: Der Fischer und der Weber

Liebe Leser, heute wollen wir Sie wieder in die Geschichte unserer Familiennamen führen. Und weil sie sich relativ schnell erklären lassen, gibt es in unserem heutigen Post gleich zwei Namen, die wieder aus der Sparte der Berufsnamen kommen:

Die Geschichte unserer Namen: Der Fischer

Der Familienname Fischer steht auf Platz 4 der häufigsten Nachnamen in Deutschland und hat seinen Ursprung im Beruf des Fischers.

Schon in den frühesten menschlichen Siedlungen bildete der Fischer einen der Grundberufe, der maßgeblich zum Wachstum der Bevölkerung beitrug. Sie werden neben den Jägern den Wildbeutern zugeordnet. Voraussetzung zur Ausübung dieses Berufes waren der Besitz und die Beherrschung eines Bootes, der Angel und von Fischernetzen.

Erforschen Sie die Fischer in Ihrem Stammbaum. Mit den historischen Sammlungen von MyHeritage.

Varianten des Namens sind:

  1. Visser
  2. Fischler
  3. Vischer
  4. Fischl
  5. Fischel
  6. Fischle
  7. Fischmann
  8. Fisher

Gibt es einen Fischer in Ihrer Familie? Finden Sie mehr heraus über Ihre eigene Familiengeschichte auf MyHeritage.

Die Geschichte unserer Namen: Der Weber

Anders als der Schneider, dessen Berufsbild sich erst im Laufe des Mittelalters herausbildete, gehört der Beruf des Webers zu den ältesten der Menschheit. Manche sagen sogar dass das Verarbeiten von Pflanzenfasern älter ist als das der Metallbearbeitung.

Wie auch der Müller oder der Schneider wurde der Weber als “unehrlicher Beruf” bezeichnet. Man bezichtigte sie, einen Teil des Rohstoffs für sich zu behalten.

Im frühen europäischen Mittelalter stellten die Weber hauptsächlich Leinen und Wolltuch her. Die Leinenweber, die zumeist Flachs und Hanf verarbeiteten, waren vorwiegend in ländlichen Gebieten zu finden. Der Flachs wurde von Bauern angebaut und danach vom Weber bzw. der Weberin (das Weben war hier meist Frauensache) aufbereitet.

Hier einmal eine kurze Übersicht wieviel Arbeit in die Flachsaufbereitung gesteckt werden muss bevor er letztendlich verarbeitet werden kann:

Name Weber

  • Ausraufen: Eine Besonderheit des Flachs ist, das er nicht wie andere Pflanzen abgeschnitten, sondern mit der Wurzel aus dem Boden gerissen wurd. Die nennt man ausraufen.
  • Riffeln: beim Riffeln werden die geernteten Flachs- bzw. Hanfpflanzen durch das Riffelbrett, das wie ein Kamm geformt ist, gezogen, um die Samenkapseln von den Stängeln zu trennen.
  • Rösten: Anders als unser heutiges Verständnis des Wortes wurden bei der Flachsröste die Flachsstengel in Wasser gelagert, um die Faser abzutrennen.
  • Trocknen: Nach der Röste müssen die Fasern getrocknet werden, um sie weiterzuverarbeiten
  • Brechen: Durch die Brechmaschine (auch Breche oder Racke genannt) werden die Fasern von den getrockneten Pflanzenstengeln gebrochen.
  • Schwingen: Zum Schwingen benutzte man meist ein aufrecht stehendes Brett mit einem Fuß. Der Schwinger platzierte einen Bund Flachs so, das die Hälfte an der Seite herunterhing. Anschließend wurde der Flachs mit einem Schwingholz bearbeitet, sodass die letzten holzigen Teile abfielen.
  • Hecheln: Beim hecheln werden die gereinigten Fasern durch ein kammartiges, mit spitzen Drähten versehenes Gerät gezogen

Name Weber

Auch die Wollweber in den Städten hatten noch einiges zu tun, bevor die Schafwolle den Weg auf die Webstühle fand. Die Wolle musste zunächst gesäubert und gebrüht werden, bevor sie mit dem Wollbogen geschlagen und gleichmäßig mit Fett durchfeuchtet wurde. Danach wurde sie mit einem Wollkamm, genannt Krempel, zum Spinnen vorbereitet. Diese Arbeit wurde meist von Wollschlägern durchgeführt; das Kämmen, Spinnen und Spulen war Frauen- oder Kinderarbeit.

In den Zentren der Weberei wurde die Produktion meist von der Obrigkeit reguliert und, obwohl Webermeister samt Gesellen meist drei oder mehr Webstühle gleichzeitig betreiben durften, blieben sie in den meisten Fällen arm. Die Arbeit in den Webervierteln wurde in den Webkellern betrieben, da hier das Garn geschmeidig blieb. Die Aufbereitung der Rohstoffe fiel meist den Frauen zu, wohingegen die Arbeit am Webstuhl Männerarbeit war.

Varianten des Namens sind:

  1. Waeber
  2. Weeber
  3. Wever
  4. Webber
  5. Weaver (englische Variante)
  6. Wefer
  7. Textor (latinisierte Variante)

Haben Ihre Großeltern oder Urgroßeltern noch ein traditionelles Handwerk ausgeübt? Wenn Sie ein Foto haben, können Sie sie ihre Geschichte mit MyHeritage DeepStory erzählen lassen.

Bemerkungen

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  • GT

    Gisela Temme

    17. August 2022

    Haben Sie auch Infos zum Namen Temme?