Blast From My Past, Folge 6: Die Erbstückjäger

Blast From My Past, Folge 6: Die Erbstückjäger

Wir freuen uns, die 6. Folge des Podcasts Blast From My Past präsentieren zu können. In dieser Folge erhalten wir einen bewegenden Einblick in die Arbeit von Erbstückjägern: Menschen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, alte, verlorene Fotos, Briefe und andere persönliche Gegenstände aufzuspüren und sie den Nachkommen derer zurückzugeben, die sie hinterlassen haben.

Hören Sie sich die Episode hier an.

Im Podcast kommen zwei Erbstückjäger zu Wort: Chelsey Brown und Kate Kelley, auch bekannt als „The Photo Angel“.

Chelsey Brown ist von Beruf Innenarchitektin und hat sich einen Namen gemacht, indem sie Expertentipps und Ratschläge für die Gestaltung von Mietwohnungen gibt. Als preisbewusste Dekorateurin verbrachte sie viel Zeit damit, auf Flohmärkten nach verborgenen Schätzen zu suchen. Neben skurrilen Antiquitäten und preiswerten Raumakzenten zog es sie zu einer anderen Art von Schätzen: persönliche Dokumente und Fotos unbekannter Herkunft. Sie erkannte, dass diese Gegenstände für die Familienmitglieder der Personen, denen sie gehörten, von großem Wert sein würden, und begann, die Genealogie-Tools auf MyHeritage zu nutzen, um die Nachkommen der Besitzer ausfindig zu machen und ihnen diese Gegenstände zurückzugeben.

Als Erbstückjägerin hat Chelsey mit ihren faszinierenden Funden und verschiedenen Dilemmas, die sie bei der Rückgabe verlorener Erbstücke erlebt hat, landesweit Schlagzeilen gemacht. In dieser Folge geht es um einen Brief, den sie in einem Stapel von Holocaust-Dokumenten im Haus eines ihr bekannten Flohmarkthändlers entdeckt hat. Obwohl sie kein Deutsch spricht und weder sie noch der Verkäufer wussten, was in dem Brief stand, fühlte sich Chelsey zu ihm hingezogen und beschloss, ihn übersetzen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass der Brief von einer Frau namens Ilse Loewenberg an ihre Schwester Carla geschrieben worden war, die in England lebte. Er wurde kurz nach Ilses Befreiung abgeschickt und enthielt die schreckliche Nachricht, dass die Eltern und zwei weitere Schwestern der Schwestern sowie Ilses Ehemann im Holocaust umgekommen waren. Ilses Schmerz und Schock strahlten aus den Seiten heraus, und Chelsey wusste, dass dieses Dokument ihrer Familie zurückgegeben werden musste.

Chelsey wusste, dass der Verkäufer, wenn er den Inhalt des Briefes verstehen würde, ihn wahrscheinlich für Tausende von Dollar versteigern würde und er nie an Ilses Familie zurückkommen würde. Also flunkerte sie dem Verkäufer vor, dass es nur um Lebensmittelmarken ginge, und überzeugte ihn, ihn ihr zu verkaufen. Dann machte sie sich auf die Suche nach Ilses Familie und fand jemanden, dem sie den Brief schicken konnte.

Mithilfe von MyHeritage und Geni fand Chelsey heraus, dass Carla und ihr Mann Siegfried zwar keine Kinder hatten, Siegfried aber einen Bruder, der welche hatte – und es gelang ihr, seine Enkelin, Jill Butler, ausfindig zu machen und zu kontaktieren.

Jill war erstaunt und vielleicht auch ein wenig misstrauisch, als sie von Chelsey hörte, aber schließlich telefonierten sie miteinander und führten ein tiefsinniges Gespräch über ihre Familien. Chelsey schickte den Brief an Jill.

Der Brief ist ein sehr greifbares Mittel, um der nächsten Generation zu helfen, sich zu erinnern„, sagt Jill. „Die Tatsache, dass wir diese physischen, handgeschriebenen Repliken haben, kann sagen: ‚Wir waren dabei‚“.

Kate Kelley, The Photo Angel, beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit der Ahnenforschung und hat viele Fotos von ihren Familienmitgliedern geerbt. Aber unter den Fotos, die sie geerbt hatte, waren auch einige Fotos von Nicht-Verwandten, und sie beschloss, die Personen auf den Fotos zu finden und sie ihren Familien zurückzugeben. Es gelang ihr – und sie war süchtig. So begann ihr Projekt The Photo Angel.

Wie Chelsey hat auch Kate einige sehr bewegende Erfahrungen damit gemacht, Familien mit ihren verlorenen Artefakten wieder zusammenzubringen. In dieser Folge erfahren wir die Geschichte einer Weihnachtskarte, die sie bei einem Familienausflug in einem Antiquitätengeschäft entdeckte und auf der ein Paar mit einem kleinen Jungen zu sehen war. Es gelang ihr, das Foto mit dem kleinen Jungen auf der Weihnachtskarte in Verbindung zu bringen – der heute ein Mann in den 70ern ist und in Florida lebt. Das Foto wurde in seiner Heimatstadt in Wisconsin aufgenommen, und die Karte wurde an Familienmitglieder in der Gegend von Virginia geschickt. Es gelang ihr, den Mann zu kontaktieren und ihm das Foto zurückzugeben. Sie fragte ihn, ob er sich daran erinnere, in das Studio gegangen zu sein und das Foto machen zu lassen, und er sagte, dass dies nicht der Fall sei – aber dass die Karte wunderbare Erinnerungen an seine Eltern wecke, die schon lange tot seien, und dass er ihr nicht genug danken könne.

Viel Spaß mit dieser Folge, und vergewissern Sie sich, dass Sie dem Podcast folgen oder ihn abonnieren, damit Sie keine weiteren Folgen verpassen!