Woher kommen unsere Familiennamen?

Woher kommen unsere Familiennamen?

Der Nachname – für viele Ahnenforscher der erste Antrieb sich mit der eigenen Herkunft auseinanderzusetzen. Er verbindet uns mit unseren Verwandten und Vorfahren. Auch sind sie meist das Erste, was fremde Menschen von uns erfahren und damit sind sie auch ein Teil unserer Identität.

Etwa seit dem 12. Jahrhundert ist es in Deutschland üblich, einen Familiennamen zu führen, der auch an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird, allerdings waren diese noch nicht festgelegt und konnten z.B. aufgrund neuer Berufstätigkeiten auch noch wechseln. Auch kann es ganz auf den Stand oder den Wohnort ankommen, wie wichtig der Nachname gehandelt wurde. Seit die Lehen erblich wurden, war es für die Adelsschicht sehr wichtig, einen festen Nachnamen zu haben um Erbansprüche durchzusetzen. Dies passierte schon im 10. Jahrhundert. Auch die Patrizier oder die Oberschicht in den Städten folgten dieser Tradition nur wenig später. Anders ging es auf dem Land zu, wo die Menschen zwar auch ihre „Müller-Meier-Schmidts“ hatten, diese aber erst nur als Beinamen verwendeten und in kleineren Siedlungen auch erstmal wunderbar ohne auskamen. Denn wenn es in einem Dorf nur einen Johann oder Heinrich gab, brauchten diese auch nicht voneinander unterschieden werden.

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In Deutschland gibt es ca. 800.000 unterschiedliche Nachnamen, die aus verschiedenen Umständen oder Gegebenheiten entstanden sind.

Die größte Gruppe der Familiennamen sind wohl die Berufsnamen. Natürlich, denn es ist ja sehr leicht einen Menschen nur nach dem zu benennen was er tut. Und jedes kleine Dorf hatte ja mindestens einen Müller, einen Schmied und einen Fischer. Und wenn es von denen auch mehrere gab, dann unterschied man sie einfach noch weiter und nannte sie Bachmüller oder Kleinschmidt. Da die Nachnamen vor langer Zeit entstanden sind, haben es auf der einen Seite relativ moderne Berufe wie der Klempner nicht in diese Benennung geschafft, andererseits kann der eigene Familienname auch eine Berufsbezeichnung tragen, die es gar nicht mehr gibt. Auch muss man bedenken das der gleiche Beruf in unterschiedlichen Regionen auch anders genannt wurde. Jemand der Räder für z. B. Kutschen herstellte war in Mittel- und Süddeutschland als Wagner bekannt, im Norden hingegen eher als Rademacher. Auch wenn Richard Wagner seine Berufung in der Musik gefunden hat, so kann man doch davon ausgehen, dass seine Vorfahren eher Kutschen beschlagen haben.

Eine weitere Kategorie der Familiennamen ist der Herkunftsname. Hier wird unterschieden nach der tatsächlichen Herkunft und dem Wohnort innerhalb einer Gemeinde. Der Nachname Hamburger wird eher selten in der Hamburger Gegend anzutreffen sein, da dort natürlich logischerweise alle Menschen Hamburger sind. Siedelt allerdings jemand aus Hamburg im 15. Jahrhundert in der Gegend um Düsseldorf, so ist nur recht und billig, diesen auch nach seiner Herkunft zu benennen. Innerhalb eines Dorfes war die Benennung dann natürlich etwas anders. Wollte man Dirk den Schmied von einem anderen Dirk unterscheiden, so benannte man den weiteren vielleicht nach seinem Wohnort. Und wenn dessen Haus zufälligerweise an einem Bachlauf lag, so wurde er dann Dirk Bach genannt. Eine Verona wohnte vielleicht an einem Feldbusch und eine Andrea auf einem Berg.

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Am einfachsten ist natürlich, einen Menschen nach seiner Art oder seinem Erscheinungsbild zu beschreiben. Diese Art der Nachnamen nennen wir die Übernamen. Und diese können auf der einen Seite sehr offensichtlich sein, wie z.B. Groß, Klein, Braun, oder Krause oder auch mal etwas subtiler wie Fuchs – wenn jemand rote Haare hatte.

In den nordischen Ländern war es lange Zeit Tradition den Kindern den Vornamen des Vaters als Nachnamen zu geben und ein -son (Sohn) oder -Dotter (Tochter) anzufügen. Der Affe von Pippi Langstrumpf hatte wohl entweder einen Vater oder einen Vorfahren der Nils hieß. Diese patronymen Nachnamen sind auch in Deutschland verbreitet und wenn man den Nachnamen Thomas oder Werner trägt, kann man davon ausgehen, dass der erste Träger dieses Namens wahrscheinlich der Sohn einer Person mit diesem Namen war.

Die seltsamste Kategorie der Familiennamen sind wohl die sogenannten Satz- oder Befehlsnamen. Diese beschreiben in einem Wort einen kurzen Satz oder Befehl, der den Namensträger treffend beschreiben soll. Der berühmte Pirat Klaus Störtebeker ( Stürz den Becher) war wohl dem Trinken nicht ganz abgeneigt. Und auch die Herren Saufaus und Immervoll waren wohl eher in Kneipen als Zuhause anzutreffen. Auf den Kollegen „Packan“ konnte man sich immer verlassen wenn es um körperliche Arbeit ging und wenn Moritz seiner Frau immer treu war, nannte man ihn Bleibtreu.

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Haben Sie Ihren Familiennamen schon entschlüsseln können? Welche spannende Geschichte verbirgt sich hinter Ihrer Namenforschung? Erzählen Sie es uns in den Kommentaren.

Bemerkungen

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  • MJ

    Manfred Jenske

    18. Februar 2022

    Frage: Was bedeutet die Nachsilbe „ke“ am Namen ?

  • R

    Rohloff

    22. Februar 2022

    Rohloff

  • H

    Heine

    13. März 2022

    Im nordostdeutschen Sprachraum sind oft Patronyme mit der Endung -ke/-cke (niederdeutsche Verkleinerungsform) zu finden. Beispiel: Geri-cke „der Kleine vom Gerhardt (oder Gerd)“ / „Sohn des Gerhardts (oder Gerds)“. (Google)