Der 31. Oktober und seine Bedeutung

Der 31. Oktober und seine Bedeutung

Im Jahr 2021 ist Halloween auch in Deutschland kein unbekanntes Phänomen mehr, kennen wir doch diesen amerikanischen “Re-Import” seit den 90er Jahren auch bei uns wieder. Doch ist das wirklich alles, was wir an diesem Tag feiern? Und woher kommen überhaupt die ganzen Kürbisse?

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Kommen wir aber zurück zum 31. Oktober: Die wichtigsten Fakten einmal vorweg: Halloween geht zurück auf den Begriff “All Hallows Eve”, der die Nacht vor dem christlichen Hochfest Allerheiligen bezeichnet. Gemeinhin wird inzwischen angenommen, das sich Halloween nicht aus alten keltischen oder vorchristlichen Bräuchen oder Totenfesten herleitet. Vielmehr ergibt sich der Bezug zu dem auf das auf “Allerheiligen” folgende Fest “Allerseelen”, wo die Christen aller armen Seelen im Fegefeuer gedenken. Schon früh wurde es in den katholisch gebliebenen Gebieten Britanniens gefeiert, besonders in Irland. Die zahlreichen irischen Auswanderer brachten “Halloween” im 19. Jahrhundert in die USA, wo es sich schnell großer Beliebtheit erfreute und auch von anderen Volksgruppen gefeiert wurde.

Von einer irischen Legende ausgehend, entwickelte sich auch die spätere Tradition des Kürbisschnitzens. In der Sage gelang es dem Hufschmied Jack Oldfield wiederholt, den Teufel mit einer List zu fangen und ihn nur gegen das Versprechen freizulassen, das er seine Seele für alle Zeit in Ruhe lassen sollte. Dies geschah immer am Vorabend zu Allerheiligen, dem heutigen Halloween. Als Jack schließlich starb, wurde er aufgrund seiner Taten im Leben an den Himmelstoren abgewiesen. Aber auch an den Höllentoren wollte man ihn nicht einlassen, da der Teufel ihm ja sein Wort gegeben hatte. Er wurde zurück auf die Erde geschickt, aber da der Teufel Mitleid mit ihm hatte, schenkte er ihm eine Rübe und Kohlen aus dem Höllenfeuer. Seitdem wandert seine Seele am Vorabend zu Allerheiligen mit der ausgehöhlten Rübenlaterne durch die Welt. Da in den USA jedoch der Kürbis häufiger war als die Rübe, wurde dort die Laterne kurzerhand zur Kürbisfratze. Die Tradition besagte, dass ein Stück Kohle in einem Kürbis bzw. einer Rübe den Teufel und andere böse Geister abhalten sollte.

Durch den zweiten Golfkrieg im Jahre 1991 fiel die Karnevalssaison in Deutschland aus und es wurde verstärkt für ein Halloweenfest im Oktober des gleichen Jahres geworben. Seitdem wird Halloween auch hier zum Anlass für ausgelassene Feste mit “Grusel-Faktor” genommen. Auch das in den USA übliche “Süßes, sonst gibts Saures”, bei dem Kinder von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten fordern, wird vereinzelt hier schon übernommen.

Wo die katholisch geprägten Gebiete Britanniens am 31. Oktober Halloween feierten, begingen die protestantisch geprägten Teile nicht nur Britanniens, sondern auch Europas, den Reformationstag. Laut der Überlieferung soll Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. In seinen Thesen ging es maßgeblich um den Ablasshandel und die Buße. Er bestritt das den Gläubigen möglich sei, sich durch Geld einen Ablass der Sünden zu erkaufen. Immerhin sei ja schon Jesus Christus für unsere Sünden am Kreuz gestorben.

Der Ablasshandel florierte zur Zeit Luthers in einer nie dagewesenen Weise. Der Bau des Petersdoms in Rom wurde z.B. durch den Handel mit den Ablassbriefen finanziert. Zur Zeit Luthers hatten Bischof Albrecht von Brandenburg und der Dominkanermönch Johann Tetzel den Handel mit dem Ablass weiter in Gang gesetzt, um Albrechts Schulden bei den Fuggern zu begleichen. Angespornt durch solchen Missbrauch, suchten Reformatoren wie Luther in der Bibel nach einer Erklärung, fanden jedoch keine, was letztendlich zu Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche und der Reformation der Kirche führte. Schon im 16. Jahrhundert fanden sich Jahresfeiern der Reformation, die sich allerdings mehr an Luthers Geburts- oder Todestag orientierten. Erst Kurfürst Johann Geoerg II. von Sachsen setzte 1667 den 31. Oktober als einheitlichen Feiertag für alle Protestanten fest.

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