Liebe kennen nur die, die wirklich lieben

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Christina Mellgren, die diesen Blogpost geschrieben hat, erzählt uns die Geschichte ihrer Tante Sigrid und wie sie schließlich Malcolm geheiratet hat – fast 30 Jahren nachdem sie sich lieben- und kennengelernt haben. Diese Geschichte zeigt, wie die echte Liebe für immer hält.

Viel Spaß beim Lesen!

Sigrid wurde 1907 geboren, als Tochter von Johan Frederick und Hulda Burman. Sie lebten in Björkelund, Boden (Schweden). Als Sigrid 17 Jahren alt war, zog eine schwedisch-amerikanische Familie nach Boden. Der Sohn – Malcolm – und Sigrid verliebten sich und fingen an, ihre gemeinsame Zukunft zu planen. Malcolm sollte nach Los Angeles zurückkehren und Sigrid würde hinterher gehen.

Aber leider sind ihre Wünsche nicht in Erfüllung gegangen. Sigrid erzählte mir, dass sie es schwierig fand, ihre Familie zu verlassen und das nötige Geld fehlte.

Johan Frederick war Zimmermann vom Beruf, aber oft arbeitslos, so dass Hulda und ihre Familie durch ihre Arbeit in einem Café gerade so über die Runden kam. Damals gab es keine Sonderangebote, um ein Ticket zu kaufen.

Malcolm dachte, er könnte in Amerika arbeiten und Geld sparen und später seine geliebte Sigrid zu sich holen. Aber dann kam 1927 der große Börsencrash und Malcolm verlor das ganze Geld, das er bisher gespart hatte. Ich glaube, dass sie nun die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft verloren hatten.

Sie schrieben aber weiterhin und sehr regelmäßig einander Briefe. Aber in den 40er Jahren wurde der Kontakt abgebrochen. Nach dem Ende des Krieges heiratete er eine irische Frau: Maria. Sie fingen an, Geld zu sparen, um die Verwandtschaft in Europa zu besuchen. Aber nach ein paar Jahren starb Maria an Krebs. Bevor sie starb, sagte sie Malcolm: Wenn ich sterbe, dann solltest du unsere Ersparnisse nehmen, nach Schweden gehen und deine Sigrid finden. Natürlich hatte er ihr über seine erste Liebe erzählt.

In all den Jahren lebte Sigrid weiterhin mit ihrer Mutter zu Hause, zusammen mit meiner Mutter und einer jüngeren Schwester. Meine Mutter sagte immer, dass Sigrid sich nie für einen anderen Mann interessiert hat.

Eines Tages, es war 1952 und ich war 10, rief mein Vater meine Mutter an und sagte, dass Malcolm Nelson wieder in der Stadt wäre und dass er ihn zu uns nach Hause eingeladen hatte. Malcolm hatte meinen Vater bei der Arbeit gesucht. Meine Mutter rief Sigrid sofort an und lud sie ebenfalls zu uns ein. Ihre Antwort war aber: Wenn er was von mir will, dann muss er zu mir kommen. Als Malcolm bei uns war, rief er dann Sigrid an und ich denke, sie war bei uns, noch bevor er das Telefon aufgelegt hatte 🙂

Nun fing der zweite Teil ihrer Geschichte an. Sie waren zusammen im Frühling und Sommer und bevor Malcolm im Frühherbst zurückkehren musste, haben sie sich verlobt. Sigrid find einen Englischkurs an und im nächsten Frühling fuhr sie mit einer Cousine nach New York. Sigrid und Malcolm trafen sich in Minneapolis, wo sie Verwandte hatten und wo sie fast 30 Jahre später endlich heirateten. Sie lebten dann in Los Angeles bis 1966, bis sie endlich nach „Hause“, nach Boden zurückkamen.

1962 verbrachte ich einen Sommer mit ihnen. Sigrid war eine fröhliche Frau, aber es gab etwas, das sie traurig machte: Sie haben nie Kinder bekommen. Also sagte sie mir jedes Mal, als wir uns trafen: Warte nicht zu lange, um Kinder zu bekommen.

Aber insgesamt waren Sigrid und Malcolm ein sehr glückliches Paar, das durch dick und dünn gegangen ist, um zusammen zu bleiben. Und sie hatten ein wunderschönes gemeinsames Leben.

Habt ihr auch eine schöne Liebesgeschichte in eurer Familie? Wir würden uns freuen, eure Geschichte kennenzulernen.

Wir wünschen euch alle einen schönen Valentinstag!

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  • Axel Bohl


    4. März 2015

    Ja das ist schon wahr, wie ein altes Sprichwort so schön sagt: besser spät, als nie. Wichtig dabei ist ja auch, das der Kontakt nicht unterbrochen worden ist. Das Leben schreibt immer noch die besten ‚Geschichten‘.

  • hp.schneider


    4. März 2015

    Dass finanzielle Gründe, oder politische, wie sie in vielen grossen Liebesgeschichten in der DDR und immer wieder auf unserer traurigen Welt durchlitten werden, sind schmerzliche Schicksale. Eine Grosstante hat in den 20iger Jahren alles Geld gespart, um ihrem Freund nach Amerika nachreisen zu können. Leider umsonst. er hatte eine andere gefunden. Sie hat dann 7 Jahre mit Heimweh als Tellerwäscherin gearbeitet, bis sie das Geld für die Rückreise per Schiff zusammengespart hatte…