Ist die Reihenfolge der Geburt der Kinder wichtig?

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Vor einiger Zeit haben wir schon mal über die unterschiedlichen Charaktere der Kinder gesprochen, je nachdem, in welcher Reihenfolge sie geboren wurden. Das ist ein spannendes Thema und von Zeit zu Zeit gibt es neue Studien über das Verhalten der Geschwister in der Gesellschaft, und zwar abhängig von der Reihenfolge ihrer Geburt.Diese könnte die Persönlichkeit, das Verhalten, die intellektuellen Fähigkeiten, das berufliche Prestige und sogar das Aussehen und die Gesundheit beeinflussen.

Michael Grose – erfolgreicher Buchautor, der auch für verschiedene Elternzeitschriften und Zeitungen über Kindererziehung und das Zusammenleben von Eltern und Kindern schreibt – hat seine Erkenntnisse über die Reihenfolge der Geburt in dem Buch „Warum die Erstgeborenen die Welt regieren und die letztgeborenen Kinder die Welt verändern wollen“ gesammelt. Der Autor erklärt u.a. dass, darin die Erklärung liege, warum Kinder, die die gleichen Gene, also die gleichen Eltern haben, ein sehr ähnliches wirtschaftliches und soziologisches Umfeld haben, aber dennoch so unterschiedliche Persönlichkeiten, Interessen und Begabungen entwickeln.

Für den Autor ist das erste Kind in der Regel so einzigartig, wie die erste große Liebe. Die Beziehung zwischen dem Erstling und seinen Eltern wird mit einem Fremdheitsgefühl gekennzeichnet. Die Eltern sind meistens sehr besorgt und die mangelnde Erfahrung erlaubt ihnen nicht, die Zeit mit dem Kind einfach zu genießen. Sie verfolgen jeden Schritt und Tritt und analysieren alles sehr gründlich.

Als Ergebnis des Engagements der Eltern entwickeln sich diese Kinder in der Regel sehr schnell. Sie fangen früher an zu sprechen, laufen oder lächeln früher, als die später geborenen Geschwister. Es passiert oft, dass die Eltern mit ihnen sehr konsistent und streng sind und dass sie zu viele Erwartungen an das Kind haben (was zu Frustrationen führen kann). Interessant ist, dass diese Kinder später gerne Berufe auswählen, in denen sie eine Führungsposition übernehmen können.

Die „Sandwich-Kinder“ denken oft, dass sie benachteiligt sind, weil sie weder die vollkommene Aufmerksamkeit der Eltern bekommen, noch den Status des Nesthäkchens besitzen. Studien zeigen aber, dass diese Kinder besser vorbereitet für das Erwachsenenleben sind. Da sie mit älteren und jüngeren Geschwistern umgehen müssen, können sie  besser verhandeln. Sie sind diplomatischer, flexibler und einfühlsamer als ihre Geschwister und sie tendieren dazu, besser mit Enttäuschungen umgehen zu können.

Das jüngste Kind ist in der Regel der Rebell. Es will die Welt verändern und möchte sich von den Traditionen auch innerhalb der Familie distanzieren. Sehr oft sind diese Kinder sehr witzig und sie finden im Humor die Chance, sich von den Geschwistern zu unterscheiden und dadurch mehr Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Sie stehen oft in einer privilegierten Stellung, indem sie von allen Familienmitgliedern verwöhnt werden.

Was denken Sie über solche Studien? Ist was Wahres dran? Kann man irgendwelche Lektionen für die Erziehung der eigenen Kinder gewinnen? Ist es bei Ihnen und Ihren Geschwistern ähnlich? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

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  • Martin Reintgen


    10. November 2019

    Ich musste sehr lachen. Wenn ich an uns 3 Jungs denke, trifft das oben gesagte mal sowas von garnicht zu. Ich glaube das Kinder sehr viel individueller sind und ihre Entwicklung deutlich weniger bis garnicht von der Reihenfolge der Geburt abhängt.