Der Kreis des Lebens: Familiengeschichte teilen

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Dieser Beitrag wurde von unserer US-Genealogieberaterin Schelly Talalay Dardashti verfasst. 

Unsere Familie hat, wie viele andere auch, die verschiedensten Familienereignisse erlebt.

Wenn Familienhistoriker und Genealogen darüber sprechen, die Familiengeschichte auf familiären Veranstaltungen zu teilen, meinen wir im Allgemeinen die glücklichen Anlässe des Lebens: Geburten, Verlobungen, Hochzeiten, Abschlüsse, Geburtstage und Jahrestage.

Wir denken nicht oft an die traurigen Ereignisse, die genauso häufig vorkommen, wie z.B. der Tod von Familienmitgliedern.

Wenn ein glücklicher Anlass ansteht, füge ich gerne – zusätzlich zu einem traditionellen Geschenk – einen Ausdruck unseres Stammbaumes, eine Tabelle und eine Liste an Vorfahren. Sowas schenke ich einem jungen Paar zur Hochzeit, zur Geburt eines Babys, zu Jubiläen und anderen Gelegenheiten (die Namen der neuen Familienmitglieder habe ich dann natürlich bereits im Stammbaum eingetragen.)

Bei der Hochzeit eines Schweizer Cousins ​​löste mein „Familiengeschichts-Umschlag“, der der Mutter der Braut ausgehändigt wurde, eine sofortige Unterhaltung mit den sie umgebenden Gästen aus. Ich habe viele Fragen beantwortet und einige neue und interessante entfernte Verwandte, die zur Hochzeit gereist waren, getroffen. Jeder war am Material interessiert und fragte sich, wie ich das alles gesammelt hatte.

Bei glücklichen Anlässen ist es sehr einfach. Bei Beerdigungen ist es etwas anderes…

Bei einer Beerdigung vor einigen Jahren gab es eine große Überraschung für die Familie, als sie sich auf dem Friedhof versammelte, mit Menschen aus verschiedenen Städten und Ländern.

Der Mann der verstorbenen Frau hatte bereits den großen doppelten Grabstein bestellt, auf dem alles außer seinem eigenen Todesdatum verzeichnet war – er war 94 und immer noch stark. Was überraschender war, war, dass er die Familiengeschichte seiner Frau auf ihre große rechteckige Granitplatte, die ihr Grab bedeckte, und seine eigene Familiengeschichte auf seine Platte geschrieben hatte.

Darauf standen die Geburtsjahre und Orte und andere wichtige Daten; Namen ihrer Geschwister, Eltern und Großeltern – und natürlich ihrer Kinder. Die Kinder hatten nichts von den Inschriften des Steines und der Familiengeschichte gewusst und waren überrascht, dass ihr Vater das getan und es ihnen nie gesagt hatte.

Als wir nach der Beerdigung in das Haus zurückkehrten, erinnerten sich die Kinder an ihre Mutter und man brachte ein altes Foto heraus, auf dem die Frau, ihre Geschwister und ihre Eltern zu sehen waren. Es war das einzige Foto der gesamten Familie, das den Holocaust überlebt hatte. Sie war eine von nur zwei Personen in ihrer ganzen Familie, die überlebt hatten.

Glücklicherweise hatte ihre Mutter oft die Namen der Verwandten vorgetragen. Ihr ältester Sohn erinnerte sich an sie alle. Wir schrieben die Namen auf ein Papier auf legten es in einen Umschlag, nahmen die Rückseite des Bilderrahmens ab und fügten den Umschlag hinzu.

Ob wir den Beginn eines neuen Lebens oder die Hochzeit eines jungen Paares feiern, oder unsere Gedanken über den Verlust eines älteren Familienmitglieds teilen, die Familiengeschichte ist angemessen, hilfreich und geschätzt.

Jedes Familienereignis ist eine Gelegenheit, Familiengeschichte zu diskutieren und mehr über seine Vorfahren zu erfahren.

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