Gastbeitrag: Die Macht der Bilder

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Heute haben wir einen Gastbeitrag von Helen V. Smith für euch. Als Sprecherin, Forscherin und Autorin erforscht sie seit 1986 ihre Familiengeschichte in Australien, England, Irland und Wales, mit einem starken Interesse in der Medizin- und Sozialgeschichte. Sie hat den Nachnamen Quested registriert, mit der Guild of One-Name Studies, erforscht sie weltweit. Sie hat in jedem Staat in Australien und international in Neuseeland, Kanada, USA, England und an Bord der Unlock the Past Kreuzfahrten referiert. Sie ist die Autorin von „Death Certificates and Archaic Medical Terms“, „Google the Genealogist’s Friend“ und zahlreichen Artikel über Familienforschung. Sie ist Mitglied der Vereinigung der professionellen Genealogen (APG) und Genealogical Speakers Guild (GSG).

Wir alle kennen das Sprichwort: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, das bedeutet, dass ein Bild oder ein Foto sein Wesen effizienter vermitteln kann, als tausend beschreibende Wörter.

Ein gutes Beispiel dafür ist, wenn man ein Foto aus der Vergangenheit benutzt, um den Kontext dieser Zeit zu zeigen. Fotos einer Hochzeit, eines Abschlusses, eines Urlaubes oder eines Geburtstages, sie alle rufen Erinnerungen in den Betrachter hervor. Ein Blick auf ein Bild kann Erinnerungen an Töne, Düfte und den Emotionen der Veranstaltung zurückbringen. Der selbe gefrorene Moment in einer bestimmten Zeit, kann verschiedene Erinnerungen und Emotionen in den verschiedenen Personen, die bei der gleichen Veranstaltung dabei waren, hervorrufen. Deshalb lohnt es sich immer, verschiedene Mitglieder der Familie über ihre Erinnerungen zu befragen. Man kann sich an die Musik erinnern, die bei der Hochzeit gespielt wurde; wie Onkel Hans dachte, er sei so ein toller Tänzer, und dass Tante Ursula immer wunde Zehen hatte, nachdem sie mit ihm getanzt hatte. Ein anderer könnte sich an die lustigen Trinksprüche erinnern, die der Braut und dem Bräutigam gesagt wurden, während andere sich erinnern könnten, wer all die Dosen an das Hochzeitsfahrzeug gebunden hatte. Es lohnt sich, eine Gruppe zusammen zu bekommen und deren Erinnerungen aufzuzeichnen, zumal Erinnerungen eins Gedächtnisses zu weiteren Erinnerungen anderer Personen führen können.

Schaut euch mal ein Foto von der Hauptstraße eurer Heimatstadt aus dem Geburtsjahr eures Vorfahrens an. Gab es damals schon Strom? Welche Geschäfte oder Unternehmen seht ihr drauf? Wie wurden die Gebäude gebaut? War die Straße gepflastert? Beim Betrachten des Bildes, könnt ihr euch in eure Vorfahren versetzen und sehen, was sie sahen. Man kann sich die Geräusche (und vielleicht die Gerüche) der Pferdewagen, den Staub auf der Straße, das Gewicht der langen Kleider, deren Bewegungen uvm. vorstellen.

Wir finden solche Fotos in Lokalgeschichtssammlungen in Bibliotheken, Universitäten und Familiengeschichtsvereinen. Ihr könnt sie manchmal sogar in euren eigenen Unterlagen finden. Vielleicht findet ihr etwas in einer digitalisierten Zeitung. Es gibt einige kostenlose Zeitungsseiten:

Zeitungsarchiv Deutschland: http://www.zeitungsarchiv.com/

Chronicling America: http://chroniclingamerica.loc.gov/

und auch auf MyHeritage findet ihr viele Zeitungen in den historischen Aufzeichnungen.

Auch gibt es viele Online-Foto-Seiten wie u.a. Flickr: https://www.flickr.com/

Viele Archive und lokale Geschichtssammlungen haben Fotos aus ihrer Gemeinschaft, aus einer bestimmten Zeitspanne.

Die Macht der Bilder ist noch höher, wenn wir mit einem demenzkranken Familienmitglied interagieren. In diesen Fällen ist es oft einfacher für die Person, sich an alte Ereignisse, als an aktuelle zu erinnern. Stellt ein Lebens-Fotoalbum her, einschließlich der wichtigsten Momente, an denen sie mit anderen interagiert haben. Hochzeiten, Feiern, Feiertage, oder Bilder von ihrem Zuhause oder Auto, können diese früheren Erinnerungen in den Vordergrund rücken. Vergrößert die Fotos, damit sie leichter zu sehen sind. Die Erinnerung an die Vergangenheit wird regelmäßig als therapeutischer Ansatz in der Demenz verwendet, da es ein guter Weg ist, Gespräche zu starten – solange dies auch mit Sorgfalt getan wird. Nicht alle Erinnerungen an die Vergangenheit sind schön. Spielt im Hintergrund Musik aus der bestimmten Zeit, denn dies kann auch die Erfahrung verbessern und weitere Erinnerungen entfachen.

Wenn möglich, ist es wichtig, dass wir alle unsere Fotos teilen. Familienbilder, Bilder der Gegend und vor allem solche, die in den Sammlungen unserer Familienfreunde beschriftet wurden. Dies könnte eine richtige Fundgrube werden, die vielleicht nie zuvor von einem Nachkommen gesehen wurde. Das Teilen von Fotos ist die beste kollaborative Genealogie. Es erhöht auch ihre Erhaltung, da „viele Exemplare ihr Bestehen gewähren“!

Schaut euch unseren kürzlich veröffentlichten Blogbeitrag über die Photo Discoveries von MyHeritage an. Hier erfahrt ihr mehr!

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