Namen: Ich kann das nicht lesen!

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Autorin Schelly Talalay Dardashti ist die US-Genealogieberaterin für MyHeritage.com 

Als Familienhistoriker müssen wir auf viele Sprachen, die unsere Forschung beeinflussen, vorbereitet sein.

Wenn wir mit Fremdsprachen, ungewohnten Alphabeten oder archaischer Handschrift umgehen müssen, sollten wir wissen, wo wir Hilfe finden können. Sobald wir lernen diese Alphabete und Handschriften zu lesen, können wir verstehen, wie und wo Fehler in unseren Namen gemacht wurden.

Das Lesen von transkribierten Online-Passagier Manifesten und Volkszählungsbilder der Namen, die wir kennen, kann erleuchtend sein. Ich hüpfte über jemanden namens Menchel Tallelsy, bis ich das eigentliche Erscheinungsbild sah – es war unsere Cousine Mendel Talalay. Das D wurde gekritzelt und derjenige, der dies transkribiert hatte, dachte, es sei ein separates C und H, anstelle des richtigen D. Ich erkannte TALLELSY sofort als TALALAY.

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Je mehr man die alte Handschrift betrachtet, desto besser kann man sie lesen. Es gibt auch einige hervorragende Online-Ressourcen für diese Aufgabe, die ich am Ende dieses Artikels aufgelistet habe.

Wenn ihr könnt, startet mit Datensätzen oder Dokumenten in einer Sprache, die ihr bereits kennt, um euch mit den Herausforderungen vertraut zu machen.

TIPPS

Egal, wie gut man denkt, dass die eigenen Augen sind, man sollte immer eine Lupe verwenden. Ich habe nie begriffen, warum die Leute in der Bibliothek immer eine dabei hatten. Nach einigen großen Augenbelastungen, ging ich los und kaufte mir eine.

Das Motto eines Journalisten – und das eines Ahnenforschers – ist immer „Nicht annehmen!“. Lest sorgfältig und langsam, um die Worte zu entschlüsseln. Fragt andere, ob sie einen Eintrag lesen können und schauen, ob sie es entschlüsseln können. Mehrere Augenpaare sind immer besser als eines.

Überprüft euer Dokument auf verwirrende Buchstaben und schaut, ob andere Wörter auf der gleichen Seite zu finden sind. Wenn die Form des Buchstabes in einem Wort ist, das ihr lesen könnt, verwendet es, um die anderen zu decodieren. Wenn Tage und Monate angezeigt werden, können sie bei der Dekodierung von Buchstabenkombinationen nützlich sein, um andere Rätsel zu entwirren.

Wenn möglich, scannt das Dokument und verwendet ein Fotobearbeitungsprogramm, um bestimmte Wörter zu vergrößern und dann einzelne Buchstaben auszudrucken. Ihr erhaltet ein handliches Poster, das ihr an eure Wand hängen könnt. Manchmal hilft auch die Umkehrung der Farben, versucht es mit weißen Buchstaben auf einem schwarzen Hintergrund.

Ich bin an Transkriptionsprojekten von Friedhöfen beteiligt gewesen, die 85.000 Beerdigungen umfassten. Die Aufzeichnungen waren auf Hebräisch und mussten für ein weltweites Online-Friedhofsregister ins Englische übersetzt werden. Die goldene Regel ist, immer zu transkribieren, was genau drauf ist, inkl. Fehler. Da aber Hebräisch eine phonetische Sprache und in der Regel ohne Vokale geschrieben ist, sind die Namen offen für Interpretationen.

Als die Namen aufgezeichnet wurden, wurden die oft osteuropäischen Schreiber mit Namen versehen, um in Amharisch (Äthiopisch), Farsi (Persisch), Griechisch oder Spanisch aufgezeichnet und buchstabiert zu werden. In unseren Transliterationen mussten wir versuchen, die ethnische Herkunft von ungewöhnlichen Namen, die Aussprache und eine korrekte englische Rechtschreibung zu entdecken.

Im Allgemeinen müssen Codewandler großer Projekte mit üblichen Namen und Orten vertraut sein, inkl. einer Kompetenz in der historischen Handschrift (Paläographie). Diejenigen, die mit bestimmten ethnischen gemeinsamen Namen und Handschriften vertraut sind, können die Buchstaben klar und eindeutig erkennen. Andere, ohne Bezugsrahmen, haben es schwerer. Allerdings können die Fehler schließlich helfen und bieten mehr Informationen. Haltet eure Originaldokumente sicher, so dass ihr immer auf das Original – und das Problem – bei der Analyse eurer Erkenntnisse verweisen könnt.

Für eine gute Übung, lest eine Vielzahl an Passagiermanifesten. Einige sind schöne Beispiele der Kalligraphie; andere wurden mit leckigen Stiften, komplett mit Tintenflecken gekritzelt. Überprüft sie und trainiert eure Augen. Wenn ihr über einen vertrauten Namen oder Ort kommt, verwendet diese Hinweise, um andere Namen zu entschlüsseln.

Überprüft online und auf speziellen Webseiten über Handschriften und Transkriptionshandbücher verschiedener Sprachen. Lokale Familiengeschichtszentren haben Findmittel, Alphabet-Diagramme, Abkürzungslisten und vieles mehr. Sammelt die sachdienlichen zu den Ländern und Sprachen, die ihr sucht. Werdet Mitglied von Facebook-Gruppen, die auf ethnische Forschung oder Übersetzung spezialisiert sind. Eine andere große Quelle ist das MyHeritage Community Forum mit vielen globalen Mitgliedern. Vielleicht findet ihr Experten, die die Wörter, mit denen ihr Probleme habt, leicht lesen können.

EIN DURCHEINANDER DER BUCHSTABEN

Verwirrende Buchstaben werden nicht nur in der Mitte der Wörter gefunden. Der Anfangsbuchstabe kann auch schwer zu lesen sein und so in die falsche Richtung lenken. Im Laufe der Jahre, und im Umgang mit der Ellis Island-Datenbank, entdeckte ich, dass diese Buchstaben-Gruppen oft verwirren, wenn ich versuchte, alte Dokumente oder Handschriften zu lesen:

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Auch darüber nachzudenken, wie bestimmte Buchstaben in verschiedenen Sprachen klingen, vor allem, wenn der Sprecher einen Akzent hatte: B-P; D-T; F-P, F-V, G-K, J-Y, S-Z, V-B, V-W, W-R. C-S, CH-SH, R-RR, L-LL.

Vokale sind auch problematisch. I, IE. EY, J und Y können miteinander ausgetauscht werden. AI-AY-AJ klingen alle gleich. Ein Name, der mit dem Buchstaben A beginnt, kann auch mit dem Buchstaben O oder U beginnen, also überprüft jede Rechtschreibung.

Ich habe einige Beispiele von online Sprachhilfen aufgeführt. Es gibt noch viele weitere. Versucht auf die zu schauen, die den Fokus auf eure Familienherkunft legen. Ich freue mich auf eure Kommentare und Entdeckungen.

ONLINE RESSOURCEN 

Dänemark – Alphabet & Handschriften
Dänische Dokumente können in schweren schwarzen gotischen Buchstaben geschrieben sein.

Englische Handschrift 1500-1700
Ein kostenfreier Unterricht der Cambridge University mit hochauflösenden Dokumentenbildern und Übungen.

UK National Archive – Paläographie
Wieder England, diesmal von 1500-1800, mit Hilfe beim Lesen und Transkribieren alter Dokumente in einem Online-interaktiven Tutorial.

Das Polnische Genealogie Projekt
Sehr nützliche Seite mit vielen zusätzlichen Links.

Schottische Handschrift
Tutorial über historische Handschrift, 1500-1750, und Unterstützung bei anderen Problemen.

Deutsche Kurrentschrift
Es gibt Dokumente, Alphabet-Schriften und andere Hilfe, um die Kurrentschrift zu lesen.

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