Quellen: Wo habe ich das nochmal her?

Quellen: Wo habe ich das nochmal her?

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Von der US-Ahnenforscherin Schelly Talalay Dardashti

Wie gut ist dein Gedächtnis?

Vor vielen Jahren, als ich noch sehr jung in der Ahnenforschung war, glaubte ich tatsächlich, dass ich mich immer genau daran erinnern würde, woher ich egal welche Information gefunden habe. Und eine Zeit lang konnte ich das sogar machen.

Aber im Laufe der Zeit, als die Namen in meinem Stammbaum immer zahlreicher und meine Gehirnzellen immer weniger wurden, habe ich erkannt, dass das unmöglich ist. Manchmal hatte ich die Informationen, die ich brauchte, auf einem Zettel geschrieben. Aber wir alle wissen, was mit solchen Zetteln passiert…

Bis ich irgendwann einfach aufhören musste, neues zu recherchieren, um zurückzugehen – praktisch zum Anfang meiner Forschung – um die Lücken zu füllen.

Glücklicherweise habe ich sogar ein paar von den alten Zetteln aufbewahrt, die ich mir während Archivbesuchen geschrieben habe. Zur Aufbewahrung hatte ich sie auf ganz normales Papier geklebt. Als ich angefangen habe, mit einer Software zu arbeiten, habe ich sie ebenfalls als Notizen gespeichert. Aber leider war ich nicht immer so systematisch.

Es war nicht einfach anzusehen, dass ich die Dokumentation vermasselt hatte. Und es war extrem langwierig, die gleichen Schritte wieder zu gehen, um die Informationen zurück zu bekommen. Aber seit diesen traumatischen Tagen habe ich mir als Ziel gesetzt, alle zu informieren, wie wichtig die Dokumentation von Quellen für Ahnenforscher ist.
Manche Leute denken wirklich, dass sie sich doch daran erinnern werden, sie haben ja nur ein paar Namen auf dem Stammbaum. Andere fragen mich, warum das überhaupt wichtig ist: „Wir brauchen ja nur die Namen, oder?“

Das habe ich schon alles erlebt.

Alle Ahnenforscher werden sich früher oder später (auch diejenigen, die die Quellen akribisch speichern) mal fragen; „Na, woher habe ich das nochmal?“. Es ist egal, ob die Information aus einem Familieninterview, aus einer Volkszählung, einem Testament, von der Seite 244 eines Familienbuches stammt, oder ob man im Fernsehen irgendwas gehört hat.

Quelle, Quelle, Quelle sollte das Mantra eines jeden Ahnenforschers sein. Und damit meine ich nicht die Zettelchen.

Früher oder später werdet auch ihr vergessen, woher ihr die Daten habt. Ihr werdet darauf gucken, euren Kopf kurz kratzen und selber sagen: „Hätte ich das bloß richtig aufgeschrieben.“

Damit das Dokumentieren einfacher ist, bietet MyHeritage einen Platz, um Informationen auf den Profilseiten zu speichern.

Falls ihr gerade mit der Ahnenforschung angefangen habt, dann bitte lernt aus meiner Erfahrung: Ihr werdet es nicht bereuen, wenn ihr sofort anfangt, alle Quellen gründlich zu speichern.

Auf eurer MyHeritage Familienseite habt ihr die Möglichkeit, die Quellenangaben direkt auf der Profilseite der jeweiligen Person zu bearbeiten. Man muss nur hinterlegen, woher man die Quelle hat und eventuell die Datei hochzuladen. Nachdem alles online gespeichert ist, hat man die Sicherheit, dass die zukünftigen Generationen weiterhin Zugang zu diesen Quellen haben werden.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Online-Quellen dienen gleichzeitig als Sicherheitskopie, falls Eurem Rechner irgendwas zustoßen sollte.

Habt ihr Informationen, von denen ihr nicht mehr wisst, woher sie sie habt? Wärt ihr in der Lage, die gleichen Schritte zu gehen, um die ursprüngliche Information zurückzugewinnen?

Oder ihr hattet schon mal dieses Problem und habt sogar eine ähnliche Erfahrung gemacht, wie ich? Wie speichert ihr eure Quellenangaben?

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  • Steffen Häuser


    14. Juni 2015

    Ich lege meine Quellen immer als Kommentar unter „Beschreibung“ ab und speichere zusätzlich einen Screenshot des Kirchenbuch-Eintrags als „Photo“ mit ab. Es wäre schön, wenn in Zukunft eine Funktionalität vorhanden wäre, statt als „Photo“ als „Quell-Foto“ zu speichern (und dies von den anderen Fotos zu unterscheiden ohne von Hand „Dokument“ setzen zu müssen). Ebenso wäre eine Funktion schön, daß man für den ganzen Stammbaum automatisch Quellen erschaffen kann für alle Familiennamen mit mehr als 10 Personen, so daß man die Quellen nicht von Hand erschaffen muss. Bei mir hat das „von Hand“ dazu geführt, daß ich viele Quellenfotos unter einem Familienname (dem Nachkommen) einsortierte, was unübersichtlich ist. Wenn man eine „Quell-Foto“ Funktion hätte, die dann das Foto automatisch der richtigen Quelle für den Familiennamen einsortiert, das wäre toll!

  • Hörschligau


    17. Juni 2015

    woher kommt mein Familienname – Hörschligau – wer kann mir helfen…

  • Eva Glaser


    22. Juni 2015

    meine Eltern haben sich schon vor vielen Jahren einmal mit Familienforschung beschäftigt und haben dabei immer sehr akribisch in Familiengruppenbögen und Ahnentafeln festgehalten, welche Informationen sie gefunden haben, aber leider fast immer ohne Quelle oder nur mit ungenauen Quellenangaben wie „aus dem Kirchenbuch abgeschrieben“, wobei abgeschrieben nicht bedeutet, dass sie den Eintrag wirklich abgeschrieben haben, sondern dass sie einen Namen und ein Datum aus dem Kirchenbuch entnommen und viele weitere Informationen wie Beruf, Wohnort, Paten, etc. ignoriert haben.
    Jetzt etwa 30 Jahre später habe ich zwar eine unübersichtlich hohe Anzahl an Namen und Daten aber kaum Quellenangaben. Ich muss quasi jede vorhandene Information anhand der vorhandenen Quellen bestätigen oder neu nach den Quellen für die Angaben suchen.
    Und glauben Sie mir, wenn sie einen Verwandten fragen „weißt du noch, woher du die Ortsangabe hast?“ oder „Bist du sicher, dass das Datum richtig ist?“ werden sie NIE NIE NIE die Antwort kriegen „Ja, aber natürlich, das habe ich 1978 in Preetz aus dem Kirchenbuch für das Kloster Preetz abgeschrieben. Das war Taufeintrag Nr. 12 im Jahr 1863“
    Deshalb kann ich nur jedem raten: egal ob digital oder analog, schreiben Sie IMMER zu jeder Angabe die Quelle auf. Selbst wenn sie nur eine winzige Notiz zu der Quelle machen (wie etwa Kirchenbuch Preetz, Kirchspiel Preetz, Taufe Nr. 12/1863 oder xy war bei der Beerdigung anwesend und erinnert sich an Ort und Datum) wird Ihnen das später einmal sehr sehr hilfreich sein und verhindern, dass Sie falsche Angaben übernehmen oder Personen verwechseln.

  • Joachim Köhler


    28. Juni 2015

    Der Name Hörschligau kann eine Abwandlung vom Gemeindenamen
    Hörselgau in Thüringen im Kreis Gotha sein.
    Es ist aber auch möglich, das der Name eine Abwandlung aus dem Schwäbischen (Hörsch [li oder le] gau) ist.