Quellen sind bei der Familienforschung das A und O. Jetzt im Sommer kann man die Zeit nutzen, um mit seinen Verwandten draußen spazieren zu gehen und einiges über die Familiengeschichte zu erfahren. Es gibt Informationen, die werden Sie nirgendwo anders finden. Sie sollten sich die Zeit nehmen und vor allem den älteren Verwandten zuhören und alles aufschreiben was wichtig für Ihre Familienforschung sein könnte.
Wenn Sie unterwegs sind, empfehlen wir Ihnen die MyHeritage App zu nutzen. Dort gibt es die wunderbare Funktion der Audio-Aufnahmen. Einfach auf den Play-Button tippen und schon kann es los gehen!
Darüber hinaus gibt es aber die verschiedensten Quellen für die Ahnenforschung. Schauen Sie mal:
1. Kirchenbücher geben Aufschluss über Vorfahren in puncto Tauf-, Heirats- und Sterbeeinträge. Hier finden sich neben Namen und Daten der gesuchten Person auch Angaben über Familienmitglieder wie z.B. Eltern, Kinder, Enkel, Taufpaten – oft mit Alters- und Ortsangaben.
2. Standesamtliche Urkunden bieten wertvolle Infos über Heiratsdaten – also die Verbindung zweier Familien. Auch Geburts- und Sterbedatum sind dort zu finden. Teilweise vorhandene Randvermerke verraten Namen und Anzahl von Kindern, Berufe und Wohnorte von Familienmitgliedern. Seit 2009 sind die Urkunden mit gelockerten Datenschutz-Sperrfristen leichter zugänglich. Das zuständige Standesamt gibt Auskunft, ob die Urkunden noch dort zu bekommen oder bereits im örtlichen Archiv zu finden sind.
3. Das Internet ist bestimmt die umfangreichste Quelle. Hier kann eine Recherche sinnvoll sein, um beispielsweise den Herkunftsort einer Familie einzuengen. Hierbei helfen auch private Webseiten. Aber Achtung: Die Angaben sollten nicht gutgläubig und ungeprüft übernommen werden. Bei MyHeritage gibt es u.a. das Smart Matching, das Übereinstimmungen zwischen den Stammbäumen unserer Nutzer findet. Auch die Record Matches – Übereinstimmungen zwischen den Daten in Ihrem Baum und historischen Aufzeichnungen – sollte man sich genauer anschauen.
4. Historische Meldekarten: Eine tolle Quelle, um die Lebenssituation von Vorfahren zu recherchieren. Welcher Beruf wurde ausgeübt und wo und wann wurde der Militärdienst geleistet? Außerdem beantwortet die Auflistung der Anschriften und Wohnorte zusätzliche Fragen zum Leben der Vorfahren: Wie war der Lebensstandard, das soziale Umfeld, die finanzielle Situation
5. Volkszählungslisten: Wenn Vorfahren viel umgezogen oder gar ausgewandert sind, lohnt sich ein Blick in diese Quellen, um die Wohnorte zu recherchieren. Meist beinhalten diese Listen persönliche Angaben zu Namen, Geburtsdaten und –orte.
6. Adressbücher: Sind bedingt hilfreich, weil sie leider oft nur für größere Städte geführt wurden und dort auch nur die Hauptmieter aufgeführt sind. Untermieter, Dienstboten und ein Großteil der einfachen Arbeiter sind nicht gelistet. Dafür lassen sich hier auch viele prominente Namen finden wie Thomas Mann in München oder Albert Einstein in Berlin.
7. Passagierlisten: Wenn die Urgroßtante vor 100 Jahren mit dem Schiff nach Amerika ausgewandert ist, kann dies in den Passagierlisten der Schiffe nachgelesen werden. Neben Namen, Alter und Beruf beantworten die Listen die Frage nach dem Geburts- bzw. letzten Wohnort vor der Auswanderung. Auch mitreisende Familienmitglieder sind hier gelistet.
8. Militärunterlagen geben Aufschluss über sehr persönliche Beschreibungen zu männlichen Vorfahren: Neben dem militärischen Werdegang (Kampfeinsätzen, Auszeichnungen), gibt die Recherche hier auch oftmals Auskunft über das Aussehen oder Krankheiten. Manchmal sind auch Wohnort und Beruf der Eltern sowie ggf. Angaben zur Ehefrau verzeichnet. Außerdem können sie sogar Schreiben der Soldaten selbst enthalten, zum Beispiel Urlaubsanträge.
9. Bürgerakten enthalten oft recht ausführliche Dokumentationen über das Leben des Antragstellers. Diese können Abschriften von Tauf- und Heiratseinträgen, Militärdokumente, Hinweise auf Familienmitglieder, Staatsangehörigkeitsnachweise, Referenzschreiben von Arbeitgebern, Steuerbehörde etc. beinhalten.
10. Ortsfamilienbücher / Heimatchroniken: Wenn eine Forschung in einem neuen Ort begonnen wird, lohnt es sich zu prüfen, ob nicht schon ein anderer Forscher ein Ortsfamilienbuch oder eine Ortschronik geschrieben hat.
Und welche Quellen können Sie noch empfehlen?
Gerhard Fritsche
14. Juli 2021
Zeitzeugen der Familie befragen welche Personen sie noch kennen oder kannten