Blick auf unsere Geschichte: die Familienbilder

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Deine Großmutter hatte eine.

Genauso wie deine Mutter.

Ich wette, du hast auch eine.

Auf dem Dachboden, im Keller, auf dem Schrank oder unter dein Bett – die „Familienkiste“ mit all den Schätzen deiner Vorfahren.  Es könnte eine alte Metallkiste sein, in der vor einer Ewigkeit mal Kekse aufbewahrt wurden, oder ein alter Schuhkarton. Eine Tupperdose oder eine ganz normale Plastiktüte.

Der Inhalt: getrocknete Blumen, Weihnachts- oder andere Grußkarten und viele alte Fotos. Wenn das deine persönliche Sammlung ist, wirst du wahrscheinlich wissen, wer die Menschen, die auf den Bildern abgebildet sind, sind/waren. Das ist gut.

Diese wertvollen Sachen könnten jedoch deiner Urgroßmutter gehört haben. Sie – wenn du Glück hast – hat vielleicht mit Bleistift auf der Rückseite etwas drauf geschrieben. Da steht drauf, dass die Dame mit dem seltsamen Hut Cousine Helge ist. Aber du hast noch nie von jemandem mit diesem Namen gehört.

Wenn Du noch mehr Glück hast, kann die Inschrift darauf hinweisen, dass es sich um ein Weihnachtsgeschenk vom „lieben Bruder aus Berlin“ handelt. ABER: Du hast noch nie von jemandem gehört, der in Berlin einen Bruder hatte.

Wenn dein Verwandter etwas obsessiv gewesen ist, hat er oder sie vielleicht die Namen, Daten und Orte auf jedem Foto aufgezeichnet. In diesem Fall werden deine Ahnenforschungskollegen weltweit dir zu deinem Glück gratulieren!

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Box mit alten Fotos gefüllt ist – und keines identifiziert wurde.

Warum sollten das anders sein? Der Besitzer wusste ja, wer jede einzelne Person drauf war und wie sie verwandt waren, aber dieser Besitzer ist seit 20 Jahren oder sogar länger nicht mehr da. Du warst wahrscheinlich auch nicht an der Familiengeschichte interessiert, als er/sie noch gelebt hat.

Auf jeden Fall konnte dieser Besitzer einfach nicht begreifen, dass sich in den nächsten Jahrzehnten jemand für diese alten Bilder interessieren würde.

Ich weiß, dass meine Vorfahren mich nur verrückt machen wollten, indem sie scheinbar wertvolle Bilder retteten und keine einzelne Person identifizierten. Ich bin mir sicher, dass sie sich damals gesagt haben: „Warum sollte ich es ihr leicht machen? Lass sie daran arbeiten!“

Lass uns hoffen, dass du dieses Rätsel der unbekannten Bilder löst.

Hier sind einige Richtlinien, um den Inhalt dieser alten Boxen zu erhalten.

Zuerst, realisiere, dass dein Vorfahre dir einen großen Gefallen getan hat, indem er die Bilder im Dunkeln aufbewahrt hat, um ein Verblassen dieser zu vermeiden, obwohl sie unter ungünstigen Bedingungen in der Garage, im Keller oder auf dem Dachboden gelagert wurden. Früher, als der Stift öfters benutzt wurde als heute, haben die Inschriften auf der Rückseite die Fotos nicht beschädigt.

Viele Fotos aus den späten 1800er und frühen 1900er Jahren sind in einem guten Zustand, weil sie sorgfältig entwickelt wurden, aber viele moderne Fotos aus den 1950er und 1970er Jahren verfärbten sich in magentarot, was auf eine minderwertige maschinelle Verarbeitung zurückzuführen ist.

Über elektronische Medien wird immer diskutiert. Die Lebenserwartung von diesen ist eine Frage der Unsicherheit. Wie viele Leute kennst du mit alten Spulen-Aufzeichnungs-Wiedergabegeräten, Beta-Videos oder achtspurigen Bändern?

Experten empfehlen, alte Fotos auf CDs zu brennen, Flash-Laufwerke als Backup zu verwenden und auch einen professionellen Fotografen zu engagieren, um aus den Bildern Negative zu machen. Natürlich könnest du diese Fotos am besten auf deiner MyHeritage-Familienseite hochladen und mit deinen Verwandten teilen. Diese haben vielleicht sogar die gleichen Bilder, aber deren Großmutter oder Großtante hat vielleicht die Namen auf der Rückseite geschrieben!

Regeln

– Klebe niemals ein Foto; Verwende kein Tesafilm, außer spezielles Archivierungsband.

– Verwende niemals ein Album mit Klebeseiten, auf dem die Fotos auf einer selbstklebenden Rückseite platziert und mit einer Plastikfolie abgedeckt werden. Es ist unmöglich, sie ohne großen Schaden zu entfernen. Scanne die Seiten wenn möglich ab, mache digitale Aufnahmen oder frage einen professionellen Fotografen, ob er einzelne Fotos kopieren kann.

– Schreibe niemals mit einem Kugelschreiber, oder einem harten Stift auf das Foto. Verwende einen sehr weichen Stift, schreibe leicht oder verwende einen speziellen Stift. Schreibe niemals auf die Vorderseite oder kreise niemals eine Person in einer Gruppe ein! Verwende eine Taschentuchpapier-Auflage und schreibe die Namen darauf.

– Schwarz-Weiß-Drucke haben eine längere Lebensdauer, besonders wenn sie vor Licht geschützt sind. Verfärbte, verblasste, moderne Drucke können gescannt werden; Farbanpassung ist möglich.

– Alte Objektträger mit Glasabdeckung halten Feuchtigkeit und Kondenswasser fern. Schimmel und Pilze erzeugen schwarze Flecken. Scannen ist die beste Speichermöglichkeit; kopiere auf CDs oder poste sie online.

– Arbeite mit CDs, Scans und Fotokopien von Bildern; Bewahre die Originale vor dem Licht auf.

– Wenn deine Forschung fortschreitet und du mehr Familie findest, teile deine Fotos und bitte die anderen auch ihre Bilder mit dir zu teilen. Ihr habt vielleicht das gleiche Foto, aber möglicherweise wurden weitere Details auf deren Kopien aufgezeichnet.

Wie kannst du das Jahr oder den Ort eines alten Fotos herleiten?

Alte Fotos (19. Jahrhundert) sind in der Regel auf einer Karte mit dem Namen und der Adresse des Fotografen gekennzeichnet. Das ist ein Hinweis. Der verwendete fotografische Prozess gibt Hinweise auf das Datum. Kleidungsdetails, Innendekorationen oder Frisuren bieten weitere Informationen.

Was hast du in deinen alten Fotos entdeckt? Lass‘ es uns in den Kommentaren unten wissen.

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  • Irmgard Schreiber-Kaspers


    13. Februar 2018

    Gibt es die Möglichkeit, Personenlisten von Schiffen von der Überfahrt nach USA um etwa 1850 zu durchsuchen?

  • Tiesfeld


    14. Februar 2018

    Anmerkung zur Erhaltngszustand von Bildern:
    Bis etwa 1970 wurde (in Deutschland/BRD) überwiegend schwarzweiß fotografiert. Diese Bilder sind bei sachgemäßer Lagerung noch fast alle brauchbar. Beim Übergang auf die Farbfotografie wurde von den Firmen viel experimentiert, es kamen in kurzen Abständen neue Filme, neue Fotopapiere und neue Entwicklungsprozesse auf. Zum Teil waren diese Bilder nur wenige Jahre haltbar und verfärbten sich auch bei trockener und dunkler Lagerung. Besonders betroffen waren die Fotopapiere der Firma Agfa, die damals in der BRD marktführend waren.
    Ein Trost: Mit mordernen Bildbearbeitungsprogrammen ist es möglich, die Farben gleichmäßig verfärbter Bilder weitgehend zu wiederherzustellen.