Gastbeitrag: Wie sieht deine lokale Forschung aus?

Kommentare1

Das ist ein Gastbeitrag von Kathryn Lake Hogan, Autorin des Blogs „Looking4Ancestors„. Sie ist bekannt für ihren witzigen und dynamischen Stil als professionelle Genealogin, Autorin, Pädagogin und Sprecherin. Sie arbeitet freiwillig als Regisseurin bei der Vereinigung der professionellen Genealogen. Sie ist die Post Dominion Genealogist der United Empire Loyalists ‚Association of Canada. Geboren in Ontario, Kanada, hat sie tiefe Wurzeln in Kanada, sowie Abstammung in New England, England und Wales.

Mit der ständig wachsenden Verfügbarkeit und Zugriff auf Online Datenbanken und Dokumenten, könnte man auf die Idee kommen, man müsse sein Haus nicht mehr verlassen, um seine Vorfahren zu erforschen. Allerdings könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein! Die meisten Bibliotheken, öffentliche Institutionen und Archive, haben mehr Dokumente in ihren Beständen, als je im Internet verfügbar sein wird. Wenn ihr eure Familiengeschichte forscht, wäre eine Reise in die kommunalen oder regionalen Archiven sehr interessant. Vor dem Besuch eines Archivs, gibt es ein paar Dinge, die getan werden sollten und die euch helfen das Beste heraus zu holen.

Besuch planen
Überprüft erst einmal, ob die Archive eine Webseite haben. Notiert euch die Tage und Öffnungszeiten. Keiner will irgendwohin fahren und dann vor verschlossenen Türen stehen. Am Besten ihr macht euch im Vorfeld auch ein Bild über die Verfügbarkeit und Kosten der Parkplätze. Nutzt eure Zeit mit Bedacht und sucht auf der Webseite des Archivs nach Online-Datenbanken. Diese Datenbanken können zu Hause vor eurem Besuch durchsucht werden, so dass ihr vor Ort eure Zeit effizienter nutzen könnt.

Vorher lesen
Seid ihr nicht sicher, wie man auf bestimme Aufzeichnungen zugreifen kann? Einige Archive bieten auf ihrer Homepage Forschungsführer an. Vorher lesen und eventuell eine Kopie ausdrucken und mitnehmen.

Auflisten, was man erforschen möchte
Welche Dokumente, Mikrofilme, Karten etc. möchtet ihr in den Archiven forschen? Eine Liste zu machen und einen Plan zu haben, wird euch helfen, am Besten eure Zeit zu investieren.

Vorher anrufen
Immer vorher anrufen. Die Archiv-Webseite wird euch wahrscheinlich Informationen darüber geben, wie weit im Voraus ihr mit ihnen – vor eurem Besuch – in Verbindung treten solltet. Einige Archive benötigen eine Woche im Voraus, um Dokumente abzurufen, die nicht vor Ort gespeichert sind. Wenn ihr mindestens zwei bis drei Tage vor eurem Besuch anruft, haben die Archivare Zeit, die Dokumente im Vorfeld bereitzustellen. Erklärt kurz, wer forscht, wo und wann sich eure Ahnen in der jeweiligen Gegend aufgehalten haben.

Die meisten Archive verlangen, dass man sich bei der Ankunft registriert, besonders wenn es euer erster Besuch ist. Ihr werdet wahrscheinlich nach eurem Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse gefragt. Ihr erhaltet einen Besucherausweis. Ihr werdet euch wahrscheinlich bei eurer Ankunft anmelden und beim Verlassen abmelden müssen. Überprüft am Besten, ob ihr euch online anmelden könnt.

Mein letzter Besuch im Regional Peel Archives (in Brampton, Ontario) erwies sich als ein fantastischer Forschungsnachmittag, weil ich an diesem Morgen angerufen hatte. Es war ein spontaner Besuch, da ich es ursprünglich nicht beabsichtigt hatte, dorthin zu fahren. Als ich aber dort ankam, ist einer der Archivare vorbereit gewesen und hatte schon einige Ideen, welche Dokumente ich benötigten würde.

Regeln beachten
Ihr könnt teilweise eure Tasche / Geldbeutel / Rucksack nicht in die Archive mit rein nehmen. Ihr könnt auch manchmal euren Laptop oder Tablet nicht benutzen. Deshalb ist der Anruf vorher wichtig. Überprüft mit dem Archivar die Archivrichtlinien für das Kopieren von Dokumenten und / oder Fotografieren dieser. Die meisten Archive erlauben es nicht, Stifte zu benutzen. Seid vorbereitet und bringt Bleistifte mit. Das Mitbringen eines Notizblocks kann auch nicht schaden.

Seid höflich
Seid rücksichtsvoll und höflich. Erklärt kurz was ihr genau forscht. Der Archivar hat keine Zeit, um sich die Probleme über eure Familiengeschichte anzuhören. Ein Teil ihrer Arbeit ist es, euch bei der Suche nach Dokumenten zu helfen. Sie werden aber nicht die Forschung für euch übernehmen. Kleinere Archive haben wahrscheinlich wenige Mitarbeiter. Es kann noch andere Gäste geben, die der Archivar unterstützt. Seid geduldig. Am Ende nicht vergessen euch zu bedanken.

Habt Spaß
Wenn ihr euch die Zeit nehmt, im Voraus zu planen, wird eure Reise zu den lokalen Archiven wahrscheinlich pädagogisch, produktiv und angenehm werden. Also viel Spaß!

Kommentar hinterlassen

Die E-Mail-Adresse ist privat und wird nicht angezeigt

  • Johannes Schwefel


    16. Juni 2017

    Diese Erfahrung mache ich immer wieder. Ein beruflicher Familienforscher konnte mir Daten liefern, die nirgendwo im Internet veröffentlicht wurden. In der eigenen Ahnenforschung sollte man immer mehrere Eisen im Feuer haben. Internet und selbst Archive besuchen.