Wie man Verwandte aus der Ferne interviewt

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Die Befragung älterer Verwandter ist ein wesentlicher Bestandteil der genealogischen Forschung. Sie können so viele Informationen liefern, die Sie nirgendwo anders finden werden. Aber was machen Sie, wenn Sie Ihren Verwandten nicht persönlich besuchen können?

Glücklicherweise leben wir in einer zunehmend vernetzten Welt, und mit ein wenig Hilfe von Technologie und einem Hauch Kreativität, können Sie immer noch alle Informationen, die Sie benötigen, erhalten.

Über das Telefon

Der größte Vorteil der Verwendung des Telefons besteht darin, dass die meisten älteren Menschen – im Gegensatz zu neueren Technologien – Zugang zu einem Telefon haben. Sie wissen, wie man es perfekt bedient, und verwenden es wahrscheinlich regelmäßig.

Der Nachteil ist, dass ein Telefongespräch keine visuelle Komponente enthält. Das bedeutet, dass sie Ihnen keine Fotos oder Dokumente zeigen oder Fragen zu diesen Dingen stellen können. Auch können sie Ihnen nichts zeigen. Wenn Ihr Familienmitglied schwerhörig ist, kann dies sich auch als Herausforderung erweisen.

Eine Möglichkeit, das erste Gespräch zu umgehen, besteht darin, vor dem Telefoninterview visuelle Informationen auszutauschen, indem Sie entweder Fotokopien per Post senden oder digitale Technologien, mit denen Sie möglicherweise vertraut sind, verwenden.

Einige Tipps, wie Sie das Telefoninterview optimal führen:

  • Telefonieren Sie in einem ruhigen Raum, wo Sie nicht abgelenkt werden.
    Bevor Sie den Anruf tätigen, stellen Sie alles, was Sie brauchen, direkt vor sich. Öffnen Sie Ihren Computer und/oder Notizbuch, holen Sie sich etwas zu trinken und stellen Sie alle Fotos oder Dokumente, die Sie während des Gesprächs einsehen möchten, auf dem Schreibtisch.
    Drucken Sie unsere Liste mit Interviewfragen aus oder bereiten Sie Ihre eigenen Fragen vor.
    Richten Sie das Interview zu einem Zeitpunkt ein, an dem Ihr Verwandter ausgeruht ist, und achten Sie auf lange Pausen oder Müdigkeit in seiner Stimme – Sie sollten auf alles, was darauf hindeutet, dass es Zeit ist, sich zu verabschieden oder eine Pause einzulegen, achten. Sie können jederzeit zurückrufen.

Video-Chat

Der Video-Chat ist fast wie ein persönliches Gespräch. Die größte Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Ihr Verwandter technisch teilnehmen kann, da viele ältere Menschen Schwierigkeiten haben, die Video-Chat-Technologie zu nutzen.

Wenn Ihr Verwandter kein Gerät mit einer Kamera hat, sollten Sie eine für ihn kaufen und jemanden, den Sie kennen (der in der Nähe wohnt) installiert diese und/oder zeigt Ihrem Verwandten, wie er die Kamera verwendet. Denken Sie daran, dass Ihr Verwandter es möglicherweise immer noch nicht alleine bedienen kann und Sie eventuell die Hilfe einer anderen Person benötigen, wenn Sie das Gerät verwenden.

Welches Gerät sollten Sie für Ihren Verwandten kaufen? Das hängt davon ab, wie technisch versiert er/sie ist. Wenn es Ihrem Verwandten mit digitalen Geräten sehr schwer fällt, gibt es Geräte, die speziell für Senioren entwickelt wurden, z.B. den ViewClix Smart Frame (ein Bilderrahmen, der Videoanrufe von jedem Gerät mit installierter ViewClix-App empfangen kann) oder das GrandPad (ein einfaches Tablet für Senioren).

Einige Tipps, wie Sie Ihr Video-Chat-Interview optimal nutzen können:

Stellen Sie Ihre Webcam oder Ihr Gerät in einem gut beleuchteten, ruhigen Raum – wo Sie nicht gestört werden – auf. Führen Sie zuerst einen Testlauf mit Ihrer Kamera durch, um den besten Punkt und Winkel im Raum zu finden – einen, bei dem Sie nicht von hinten beleuchtet sind und Ihr Verwandter Ihr Gesicht klar sehen kann.
Stellen Sie sicher, dass Sie ein hochwertiges Mikrofon haben, insbesondere wenn Ihr Verwandter schwerhörig ist. Beachten Sie, dass die Audioausgabe digitaler Geräte eine geringere Qualität aufweist als die von Festnetzanschlüssen. Seien Sie geduldig, wenn Ihr Verwandter Probleme hat, Sie zu hören – und erwägen Sie, zusätzlich zum Video-Chat, anzurufen, um eine bessere Klangqualität zu erzielen.
Wenn Sie Ihren Verwandten Fotos oder Dokumente zeigen möchten, halten Sie sie ruhig, um ein möglichst klares Bild zu erhalten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine digitale Kopie über den Chat zu senden.

Post und E-Mail-Korrespondenz

Anstelle der Möglichkeit eines Live-Interviews gibt es immer die altmodische Option: ein schriftliches Interview.

Ein schriftliches Interview hat einige Vorteile: Es gibt Ihren Verwandten Zeit, ihre Antworten zu überdenken, und es gibt Ihnen eine konkrete Aufzeichnung der Informationen, die sie Ihnen übermitteln. Es ist auch eine praktischere Lösung für die Befragung schwerhöriger Verwandter.

Einige ältere Verwandte können ihre Antworten bequem eingeben und per E-Mail senden, während andere es vorziehen, sie per Post zu senden. Wenn Ihr Verwandter nicht in der Lage ist, die Antworten auf Ihre Fragen einzugeben oder aufzuschreiben, besteht eine Zwischenoption darin, dass er sich selbst aufzeichnet und Ihnen die Aufzeichnung sendet. Sie können ein einfaches digitales Aufnahmegerät wie einen MP3-Player oder ein altes Tonbandgerät verwenden, das Sie später digitalisieren können. Wenn jemand in der Nähe ist, der beim Einrichten mit einer Videokamera helfen kann, ist das noch besser.

Einige Tipps, um eine per Post oder E-Mail verschickte Korrespondenz optimal zu nutzen:

Beschränken Sie Ihren ersten Brief auf nicht mehr als 10 Fragen. Mehr als das kann Ihren Verwandten überwältigen. Sie können später weitere Fragen senden.
Stellen Sie sicher, dass Sie Ihrem Verwandten alle Ihre Kontaktinformationen mitteilen. Sie können sogar einen an Sie selbst adressierten, frankierten Umschlag mitsenden, um das Zurücksenden ihrer Antwort zu erleichtern.
Fügen Sie Ihrem Brief Kopien von Fotos oder anderen Dokumenten hinzu, um das Gedächtnis Ihres Verwandten zu erfrischen.

Viel Glück!

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