14    Jun 20132 Kommentare

Geschichte: Deutsche Siedlung auf dem Balkan

Nach einer Pause zur Aktualisierung des eigenen Familienstammbaums ist heute Herr Hans-Peter Geis wieder in unserem Blog, um mehr über die deutsche Siedlung auf dem Balkan zu erzählen.

Viel Spaß beim Lesen!

"Wartet ihr schon auf den nächsten Blog über die wanderfreudigen Deutschen (und Österreicher und Schweizer usw.)?

In der letzten Zeit war ich mit meinem Familienstammbaum beschäftigt, deshalb musste der nächste Blog warten. Ich hatte Besuch von holländischen Verwandten gehabt und dabei festgestellt, dass einige von ihnen den Stammbaum noch nicht hatten. Diese Gelegenheit habe ich dann benutzt, ihn auf den neuesten Stand zu bringen. In den 23 Jahren seit der ersten Auflage waren ja eine ganze Reihe von Familiengliedern dazu gekommen, einige hatten uns leider auch verlassen. Dann habe ich gleichzeitig ein paar Bilder ausgetauscht und zugefügt. Na, und schließlich musste ich einen Kopierladen finden, der das Ungetüm von Stammbaum auf ein erträgliches Maß verkleinern konnte. Das hat eine Weile gedauert.

Aber jetzt bin ich wieder da. Denn die Wanderfreude unserer Stammesgenossen war mit den Mennoniten (über die ich in meinem letzten Blogpost geschrieben hatte) noch lange nicht zu Ende.

Doch lasst uns etwas zurück gehen in die Zeit vor den Täufern. Wir hatten gehört, dass die Lücken, die der „Schwarze Tod“ – die Pest – unter den Menschen gerissen hatte, wieder gefüllt worden waren, aber bald wütet eine neue Geißel unter den Menschen: der Dreißigjährige Krieg. Ein Krieg, der als eine Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken beginnt, der aber immer mehr in einen Machtkampf zwischen dem katholischen Kaiserhaus der Habsburger mit den Großmächten Frankreich  und Schweden ausartet. Als der Krieg schließlich im Jahr 1648 mit dem Westfälischen Frieden endet, sind 1629 Städte, 18310 Dörfer zerstört, von den ursprünglich 18 Millionen Menschen sind noch 12 Millionen übrig. Da ist die Wanderlust zunächst nicht groß.

Sie erwacht wieder, als kaiserliche Truppen die Osmanen - populär „Türken“ genannt - nach und nach vom Balkan vertreiben. Mit 200000 Mann waren diese 1683 zum Angriff auf Wien angetreten. Die Wiener Garnison, Wiener Bürger und Truppen aus vielen Teilen des Reiches, ja aus Polen, schlagen die Türken zurück und lassen sie nicht zum Halten kommen. 1687 ist ganz Ungarn nach über 140-jähriger Türkenherrschaft befreit. 30 Jahre später erobert  Prinz Eugen dann noch Belgrad und das Banat.

Der Rückzug der Osmanen vom Balkan und aus dem nördlichen Schwarzmeergebiet bis 1881. Braun fällt an die Habsburger, grün an Russland, gelb sind selbständige Staaten. (Aus F.W.Putzgers Historischer Schulatlas, Bielefeld und Leipzig 1909)

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23    Apr 20130 Kommentare

Familienforschung: Auswanderung aus religiösen Gründen + VERLOSUNG

Heute ist der Welttag des Buches, ein von der UNESCO eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher und für die Kultur des geschriebenen Wortes. Passend dazu haben wir heute einen Blogpost von dem Buchautor Herrn Hans-Peter Geis, der heute über Auswanderung aus religiösen Gründen erzählt, und eine Verlosung!

Wir werden einem von euch eine Daten-Mitgliedschaft von MyHeritage schenken. Um zu gewinnen, müsst ihr nur antworten:  Wie kann eine Daten-Mitgliedschaft meiner Ahnenforschung helfen? Die beste Antwort gewinnt! Ihr habt bis Sonntag Zeit: Am Montag geben wir den Gewinner hier im Blog bekannt. Viel Glück und viel Spaß!

"In den Blogposts bisher hatten wir von den Zügen überwiegend deutscher Auswanderer in Richtung Osten gehört. Sie waren in nähere und fernere Länder gezogen, weil sie dort einen eigenen Hof bekommen konnten, weil sie dort – jedenfalls für eine Weile - keine Abgaben leisten mussten, und weil sie sich mehr Freiheiten erhofften. Zweite und dritte Söhne und die Töchter von Bauern konnten auf diese Weise eine Familie gründen, während sie zu Hause höchstens als Knechte und Mägde Arbeit gefunden hätten, weil der Hof an den ältesten Sohn ging. Obwohl: Im neuen Land einen eigenen Hof zu bekommen, das war zunächst einmal ganz harte Arbeit, um das dazugehörige Stück Land urbar zu machen. Wie hart das war, das hat uns der große norwegische Dichter Knut Hamsun in seinem Roman „Segen der Erde“  („Markens Gröde“) eindrucksvoll nahe gebracht (auch wenn der Roman in einer viel späteren Zeit spielt). Dafür hat er mit recht 1920 den Nobelpreis für Literatur erhalten.

Die Ostwanderung deutscher Siedler endet um 1350. Damals wütet in ganz Europa die Pest, in Wellen kommt sie wieder bis zum Jahr 1439. 1346 trifft sie als erstes die Mongolen, 1349/50 kommt sie zu uns. Flöhe auf der Ratte übertragen die Pestbakterien – die Menschen ahnen damals noch nicht, dass es so etwas wie Bakterien gibt. Kein Beten, kein Gottesdienst, keine Geißelei, kein Aderlass, kein Räuchern hilft dagegen. So viele sterben, dass in einem breiten Streifen, der sich vom Südwesten Deutschlands bis an die Oder erstreckt,  schließlich bis zu über 40 Prozent der Dörfer verlassen sind. Kein Wunder, dass niemand mehr in Richtung Osten zieht. Es ist die größte Katastrophe in Europa nach der Römerzeit.

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