8    Nov 20132 Kommentare

Migration und Flucht

Deutsche Emigranten beladen ein Schiff in Hamburg. Quelle: wikimedia.org

Nach einer langen Sommerpause hat Frau Christina Rajkovic wieder einen Artikel für unseren Blog verfasst. Dieses Mal handelt es sich um die Themen Flucht und Migration. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Rajkovic und wünschen Euch viel Spaß beim Lesen.
Weitere Artikel von Christina Rajkovic: Kroatien und Deutsche Siedlung auf dem Balkan

In den vergangenen Wochen schockierten die Nachrichten über die Bootsflüchtlinge von Lampedusa. In der zweiten Oktoberwoche starben 34 Menschen nach dem ihr Boot kenterte. Zwar konnten 206 Flüchtende, darunter auch Frauen und Kinder,[1] gerettet werden, der Schock des in der Woche zuvor verunglückten Flüchtlingsbootes mit min. 111 Flüchtlingen stand tief.[2] Und auch Anfang dieser Woche kentert erneut ein Boot voller Migranten, bei welchem 42 Migranten an Land gebracht werden konnten.[3] Seit Beginn des Jahres sind mehr als 36.000 Flüchtende aus afrikanischen Staaten über das Meer an die italienische Küste gelangt, so derStandard. Die über 400 zu Tode gekommenen schrecken weitere Flüchtende nicht ab.[4]

Was macht Europa so interessant? Weshalb verlassen zahlreiche Menschen ihre Heimat für ein Leben in Europa? Wieso begeben sich so viele Flüchtende in Lebensgefahr um nach Europa zu gelangen? Antworten auf diese Fragen scheinen komplex zu sein. Können jedoch auch auf einen Punkt gebracht werden: das Streben nach einem angenehmen, unbeschwerten Leben, ohne Armut und Angst um die Existenz. Laut der Genfer Flüchtlingskonvention verlassen Hunderttausende Flüchtlinge ihre Heimat aufgrund von politischer Verfolgung, dabei spielen die Religion, Nationalität, Abstammung und die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen eine große Rolle. Weitere Beweggründe sind Armut, Krieg und Hoffnungslosigkeit.[5]

Laut dem aktuellen Bericht der UN-Flüchtlingskommission fliehen aktuell weltweit 15,4 Millionen Menschen vor Krieg und Vertreibung. Der Großteil stammt aus Afghanistan, Somalia und dem Irak. Laut der Münchner Abendzeitung nimmt Deutschland weltweit am meisten Flüchtlinge auf. Ende vergangenen Jahres lebten nahezu 600.000 Geflüchtete in Deutschland.[6]

Gab es auch im 19. Jahrhundert ein „attraktives“ Asylland?
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21    Aug 20130 Kommentare

Auswanderung – für kurze Zeit oder für immer – in benachbarte Länder

Für kurze Zeit oder für immer - warum sind eure Vorfahren ausgewandert? Haben sie gehofft, dass sie nach ein paar Jahren wieder zurück wären? Oder haben sie tatsächlich geplant, sich für immer im Ausland niederzulassen?

Heute im Blog schreibt Hans-Peter Geis über die Gründe, warum die Deutschen in die Nachbarländern auswandern.

"Wenn die Menschen sich in fernen Ländern niederlassen, so mag ein wenig Abenteuerlust mitschwingen, aber wenn viele für kurze Zeit als Wanderarbeiter in benachbarte Länder ziehen – oft gehen sie zu Fuß über 100 km -, dann treibt die reine Not sie dazu. Aber trotzdem sind wohl einige hängen geblieben. Wie meine Tante – sie trieb nicht die Not, sie war Musikerin -  die sich in einen Musiker des Amsterdamer Concertgebouw-Orchester verliebte und ihn heiratete. So entdeckt vielleicht auch der eine oder andere von euch ebenfalls eine Verbindung nach Holland.

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26    Jul 2013Ein Kommentar

Geschichte: Kroatien, das 28. EU-Mitglied und seine große Migrationswelle

Heute präsentieren wir euch noch einen Gastbeitrag von Frau Christina Rajkovic! Heute erzählt sie uns mehr über Kroatien, die Geschichte des Landes und über Migration.

Viel Spaß beim Lesen!

Südseite Diokletianpalast - Wikipedia.de

"Seit Anfang des Monats ist Kroatien das 28. EU-Mitglied. Für viele kroatische Staatsbürger erfüllt sich ein Wunsch. „Europa war, ist und wird eine Idee sein, der wir angehören. Wir waren, sind und bleiben Europäer“, äußert sich der kroatische Staatspräsident Ivo Josipovic in seiner Festrede. Seit je her betrachten sich Kroaten als Europäer, trotz des südosteuropäischen Standortes. Dies rührt von der kroatischen Geschichte, welche geprägt war von den immer währenden Beziehungen zu West- und Zentraleuropäischen Staaten und Staatsgebilden, aber insbesondere auch durch die jahrhundertelange Abwehr der osmanischen Herrschaft.

Nun ist diese Verbindung mit der Aufnahme in die Europäische Union wieder hergestellt. Dies bietet Anlass, einen kurzen Überblick zur Geschichte des neuen EU-Mitgliedes zu liefern. In den vergangen Jahrhunderten wanderten immer wieder Menschen durch politische und wirtschaftliche Ereignisse aus den Gebieten des heutigen Kroatiens ab. Die bedeutendste Einwanderungswelle für Österreich in Bezug zur kroatischen Bevölkerung war jene der Burgenländischen Kroaten im 16. Jahrhundert. Die vergangenen Beiträge handelten von Arbeitsmigranten, die einerseits durch die Arbeitssuche, andererseits durch Arbeiteranwerbung initiiert wurden. Die Auswanderungswelle der "Gradišcanski Hrvati" in die österreichischen Gebiete, hing unter anderem mit dem Vorrücken des Osmanischen Reiches zusammen.

Kroatien durch die Jahrhunderte

Die Gebiete Kroatiens waren durch die Lage seit jeher ein Übergangsbereich zwischen Ost und West und daher ein Sammelbecken für viele Kulturen. Dieses Gebiet wurde bereits in der Prähistorie bewohnt. Für dies steht etwa der „Kaprina-Mensch“ aus der Zeit der Neanderthaler. Indoeuropäische Stämme, wie etwa Dalmater, Japoden, Histerer, usw. lebten ab ca. 1200 v.Ch. in der panonischen Ebene, welche unter dem Namen Illyrer zusammengefasst wurden. Im 4. Jahrhundert v.Ch. wanderten zudem die Kelten in diese Gebiete. Aber auch die Griechen gründeten zu dieser Zeit befestigte Kolonien u.a. in Trogir und Salona (Dalmatien)1.

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31    Mai 2013Ein Kommentar

Arbeitsmigration – Anwerbung von Arbeitskräften im 19. Jahrhundert

In dem heutigen Gastbeitrag erzählt uns Christina Rajkovic über die aktive Anwerbung von Arbeitskräften im 19. Jahrhundert. Viel Spaß beim Lesen!

"Der letzte Beitrag „Arbeitsmigration“ im vergangenen Monat, beschäftigte sich mit der Migration, die vor allem durch die Arbeitssuche ausgelöst wurde. Zu solchen Prozessen gehören immer zwei Seiten – die eine sucht Arbeit, die andere wiederum hält nach Beschäftigten Ausschau.

Schulung italienischer Gastarbeiter, die im Bergbau eingesetzt werden sollen, Duisburg 1962 - Wikipedia.de

„Anwerbung von Arbeitskräften“, sehr schnell fallen einem bei diesen Stichworten die Zuwanderungen der späten 1950er, 1960er und 1970er Jahre ein. Durch das Wirtschaftswunder der 50er Jahre in Deutschland und auch in Österreich, wuchs ebenso der Bedarf an Arbeitnehmern. Erste Einwanderer kamen etwa 1950 aus Italien, 1960 aus Griechenland und Spanien, ab 1961 kamen auch Arbeitskräfte aus der Türkei, Marokko , Portugal und Tunesien. Der letzte größere Schub an Arbeitern und Arbeiterinnen kam 1968 aus dem ehemalige Jugoslawien. Dies machte etwa bei der Bevölkerung in Deutschland einen Arbeiteranteil an ausländischen Arbeitnehmern von 11,9 % im Jahr 1973 aus[1].

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8    Apr 20130 Kommentare

Geschichte: Arbeitsmigration

Vor Kurzem haben wir hier im Blog eine neue Kategorie mit dem Thema Geschichte eingeführt. Herr Hans-Peter Geis hat uns schon mehrmals mit seinen Texten eine Freude bereitet und auch Frau Christina Rajkovic hat bereits hier über Ahnenforschung und Migration berichtet.
Heute setzt sie die Reihe fort und erzählt über die arbeitsbedingte Migration im 19. Jahrhundert.

Viel Spaß beim Lesen!

Arbeitsmigration ist ein brandaktuelles Thema. Durch die Krisenzeiten des südeuropäischen Arbeitsmarktes, werden in Zentral- und Nordeuropa über hunderttausend Menschen erwartet. Der Spiegel berichtet etwa von 2,2 Millionen Zuwanderern bis 2017. Diese Zahlen wurden einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Kiel Economics entnommen.

Die Welt präsentiert eine prozentuale Auflistung der Zuwanderer, bei welcher Griechen, Spanier und Portugiesen die vordersten Plätze belegen. Gründe: Finanz- und Schuldenkrise, Sparmaßnahmen, Verlust des Arbeitsplatzes, Überqualifikation, mangelnde Perspektiven, etc. und Deutschland wird als DAS Land für Arbeitssuchende beschrieben.

Die süddeutsche Zeitung bezieht sich auf die statistischen Veröffentlichungen des Bundesamtes Deutschland. Die Nettowanderung (Ausgleich von Ein- und Auswandern) befand sich von Januar bis Juni 2012 bei 300.000 Personen.

Ist diese Arbeits-Zuwanderungswelle wirklich eine Neuheit des 20. und 21. Jahrhunderts? Kam solch eine Krisensituation am Arbeitsmarkt tatsächlich noch nie auf?
Die Antwort kann erahnt werden: Nein!

Arbeitsmigration im 19 Jahrhundert

Krisenhafte Zeiten sind auch in der Geschichte zu finden. Besonders das 19. Jahrhundert gilt als ein sehr mobiles Zeitalter. Dieses ist insbesondere von der Arbeitsmigration gekennzeichnet und wurde von den Migrationsmustern der Frühen Neuzeit geprägt. Traditionelle Migrationsformen des langen 19. Jahrhunderts und auch teilweise der Frühen Neuzeit waren etwa die Gesellenwanderung, der Städtewachstum (Urbanisierung), das Entstehen neuer Stadttypen wie etwa der Industriestädte, sowie auch die transatlantische Migration. Besonders bemerkbar war die Zunahme der Binnenmigration, welche sich in einer Land-Land und einer Land-Stadt-Migration manifestierte.

Die Urbanisierung und der Aufschwung des Produktions- und Handelssektors erforderten einen Ausbau der Verkehrsverbindungen, die Verbesserung des Transportangebotes sowie auch den Aufbau eines Kanal- und Eisenbaunetzes. Die nun aufgehobene Leibeigenschaft und die neu entstandene allgemeine Auswanderungsfreiheit, schafften den gesetzlichen Rahmen für die Migration [1].

Stadtansicht von 1854 - Wikipedia.de

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7    Mrz 20138 Kommentare

Migration und Ahnenforschung

Ich freue mich sehr, hier im Blog eine neue Kategorie vorstellen zu dürfen: Geschichte. Seit einem halben Jahr erfreuen wir uns an der Mitwirkung von einem Historiker, der Beiträge schreibt, wobei Themen der Ahnenforschung und Geschichte kombiniert werden. Herr Hans-Peter Geis hat erst über seine eigene Familiengeschichte erzählt und seitdem schreibt er regelmäßig für unseren Blog.

Und da wir denken, dass Familienforschung und Geschichte wunderbar zusammenpassen, freuen wir uns, dass Frau Christina Rajkovic ebenfalls mitwirken möchte! Die Geschichtsstudentin beabsichtigt, kleinere Beiträge zu verschiedenen Ereignisse zu schreiben, inklusive Literaturvorschläge, falls man sich tiefer mit der Thematik beschäftigen möchte.

Das heutige Thema wird vielen von euch ansprechen: Migration und Ahnenforschung. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Migration und Ahnenforschung

Migration ist ein Schlagwort unserer Zeit und wir werden immer und überall damit konfrontiert, im Fernsehen, in Zeitungen, auf Werbe- und Wahlplakaten…

Migration ist aber kein Phänomen des 20. und 21. Jahrhundert. In jeder Epoche finden sich mehrere unterschiedliche Gründe zur Abwanderung von Menschen: Arbeitsmangel, Naturkatastrophen, Kriege, etc. sind heute und auch schon früher
Gründe für das Verlassen der Heimat gewesen.

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7    Jun 20115 Kommentare

MyHeritage.com erwirbt polnische Ahnenforschungsseite Bliscy.pl

MyHeritage.com freut sich, heute die Übernahme der beliebten, polnischen Ahnenforschungsseite Bliscy.pl bekannt geben zu dürfen. Dieser Schritt öffnet für die gesamte Community auf MyHeritage.com neue Türen für die Forschung nach polnischen Vorfahren.

Mit dem Erwerb von Bliscy.pl sind eine halbe Million neuer Nutzer zum Familiennetzwerk von MyHeritage.com hinzugefügt worden - unser internationales Netzwerk zählt nun mit 56 Millionen Nutzern und 760 Millionen angelegten Profilen! Kombiniert mit der letztjährigen Übernahme der polnischen Webseite moikrewni.pl (polnische Sprachversion von verwandt.de), bietet MyHeritage.com jetzt eine hervorragende Ressource für all diejenigen, die ihre polnische Familiengeschichte erforschen möchten.

Polen hat im Laufe seiner bewegten Geschichte mehrere Auswanderungswellen erlebt - aus wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Gründen. Eine der weltgrößten ist die polnische Diaspora mit geschätzt 15 bis 20 Millionen Menschen, die weltweit in über 90 Ländern leben, u.a. Deutschland, USA, Brasilien, Frankreich, Kanada, Weißrussland, Ukraine, Litauen, Australien, Argentinien, Großbritannien, Russland, Schweden, Belgien, Österreich, Südafrika, Italien, Niederlande und Dänemark.
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