29    Mai 2013Ein Kommentar

Geister des Krieges

Was ist die Verbindung zwischen unserer Geschichte und der täglichen Realität?

Jeden Tag laufen wir durch die Gegend, zum Beispiel an den vertrauten Geschäften vorbei, oder wir gehen in einen Park oder eine Kirche, ohne richtig zu überlegen, dass all diese Orte möglicherweise eine Geschichte zu erzählen haben. Viele von diesen Orten sind ja älter als wir und haben schon vieles erlebt.

Manchmal denken wir an die Geschichte als etwas extrem altes, vielleicht sogar als etwas irrelevantes, da es so weit weg in der Vergangenheit liegt. Aber sie kann genauso gut mit unserem Alltag verflochten werden.

Stellt euch vor, es gäbe echte Geister und wir könnten die Geister des Zweiten Weltkrieges auf unseren heutigen Straßen sehen. Genau das zeigt uns die niederländische Historikerin Jo Hedwig Teeuwisse mit ihrer Fotoserie "Ghosts of War".

Geister des Krieges - Frankreich - Gefangengenommene Soldaten (mit freundlicher Genehmigung von Jo Hedwig Teeuwise)

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25    Mrz 20130 Kommentare

Familiengeschichte: Anne Frank

Wir betonen immer wieder, dass Dachboden und Keller fantastische Orte für eine Entdeckungsreise sind und dass man die Chance nicht versäumen sollte, den Dachboden oder Keller älterer Familienmitglieder (natürlich mit deren Erlaubnis) zu durchsuchen.

Genau das wurde auf einem Baseler Dachboden in der Herbstgasse gemacht, wo einst die halbe Familie von Anne Frank wohnte: Briefe, Fotos, Postkarten und Tagebücher der Familie Frank wurden so gefunden. In diesem Haus, wo sich die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war, alljährlich traf, lebt heute noch Anne Franks Cousin Buddy Elias mit seiner Frau Gerti.

Die Anne-Frank-Biografin und Tagebuch-Übersetzerin Mirjam Pressler wurde infolge dieser Entdeckung gebeten, die Geschichte der Familie zusammenzuschreiben. So ist das Buch "Grüße und Küsse an alle" entstanden, eine Familienchronik, die nicht nur 200 Jahre Zeit- und Alltagsgeschichte erzählt, sondern auch, wie die jüdische Familie von den Nazis in ganz Europa versprengt wurde.

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6    Sep 20120 Kommentare

Familiengeschichte: Die Schule meiner Mutter

September ist ein Monat, in dem die meisten deutschen Schulkinder wieder zurück in die Schule müssen. Deswegen hat sich das MyHeritage-Team entschieden, im Laufe des Monats über die Schule von heute und von früher zu berichten.

Angefangen haben wir mit dem Thema Einschulung (wer den Blogpost verpasst hat, hier geht es zum Artikel), und heute möchten wir unsere Schulreihe fortsetzen mit einer leider traurigen Geschichte von einer polnischen Nutzerin.

"Der 1. September ist ein besonderer Tag. Er ist eng mit dem Anfang des Krieges und den düsteren Jahren der Besatzungszeit verbunden. Deswegen habe ich mich entschieden, die Geschichte meiner Mutter zu erzählen.

Als der Zweiter Weltkrieg begann, war meine Mutter noch nicht 8 Jahre alt und war gerade in die 2. Klasse gekommen.

Als meine Mutter anfing, mir ihre Kindheitsgeschichte zu erzählen, musste sie plötzlich innehalten und abwägen. Ich habe mich gar nicht getraut, ihr Schweigen zu stören, sie war von den vielen Gedanken überwältigt und ganz weit weg. Sie guckte mich mit sehr traurigen Augen an, und fing an zu erzählen:

2. Weltkrieg - Quelle: Wikipedia

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5    Sep 20120 Kommentare

Buchtipp: Königskinder

Erica Fischers neues Buch ist eine Mischung aus Roman und Dokumentation, dem die Familiengeschichte ihrer Eltern zugrunde liegt: ihre jüdische Mutter musste zusammen mit ihrem österreichischen Vater nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland Wien verlassen und nach London fliehen.

Bescheiden schlägt sich das junge Ehepaar durch, bis die englische Regierung 1940 beginnt, männliche Ausländer aus Deutschland, Österreich und Italien zu internieren. Erikas Vater fährt nun mit einem Dampfer nach Australien, aber die Reise wird zur Höllenfahrt.

Von der Besatzung als deutsche Feinde drangsaliert, überleben die 2500 Männer, überwiegend jüdische Flüchtlinge, einen Torpedoangriff, katastrophale hygienische Bedingungen unter Deck und unzureichende Verpflegung nur mit knapper Not.

Dort landete er aber in einem Wünstencamp, in New South Wales, wo die Internierten, unter ihnen namhafte Künstler und Wissenschaftler, trotz erbärmlicher Umstände eine lebendige Gemeinschaft mit Lagerparlament, Konzerten und Universitätsvorlesungen aufbauen.

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25    Jul 20122 Kommentare

Gegen das Vergessen: Buchtipp – Annas Spuren

Letzte Woche las ich zufällig einen Artikel über das rührende Buch: Annas Spuren. Ich war beim Arzt und hatte einfach eine Zeitschrift in den Händen und las fasziniert über die Geschichte einer Frau, Sigrid Falkenstein, die den Namen ihrer Tante einfach gegoogelt und etwas Unglaubliches dabei entdeckt hat: Ihre Tante wurde im Krieg ermordet und ihr Name stand auf eine Liste von Opfern der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktion. Entsetzt recherchierte sie über das Programm der Nazis, die hunderttausenden kranken und behinderten Menschen exterminiert haben, weil sie als „minderwertig“ eingestuft worden sind.

Aber auch wichtig: mit ihrer Recherche wurde ein Familiengeheimnis entlüftet: Anna war geistig behindert. Falkensteins Vater – Annas Bruder – schon weit über 80, konnte sie sich kaum noch an seiner Schwester erinnern. Er wusste, dass sie in einer Hilfsschule gewesen war und, dass sie mit der Diagnose „Schwachsinn“ eingestuft worden war, weil sie Schwierigkeiten beim Lernen hätte. Aber sie sei „sehr lieb“ und ganz normal gewesen.

Für Frau Falkenstein fing somit eine Lebensaufgabe an. Sie versuchte Annas Leben zu rekonstruieren. Sie recherchierte an allen Fronten und so erfuhr sie mehr über Euthanasie, nutzte verschiedenen Archiven, Patientenakten und Gespräche mit Familienmitglieder für ihre Recherche. Es war ein sehr schmerzhafter Prozess, aber extrem wichtig, um Würde in das Leben der verstorbenen Frau zurückzubringen.

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13    Mai 2011Ein Kommentar

Geschichten erzählen, die sonst nirgendwo geschrieben stehen

Auf den Spuren ihrer eigenen Vorfahren stieß sie auf ähnliche Schicksale aus dem Ort: Die Rethorner Hobbyfamilienforscherin Simone Schan möchte eine Chronik gegen das Vergessen erstellen. In ihr soll über Vermisste, Kriegstote und zivile Opfer des Zweiten Weltkriegs aus Rethorn berichtet werden.

Eine unvollständige Auflistung: Nicht alle Rethorner Opfer sind auf dem Denkmal bei Backenköhler aufgeführt. Simone Schan will nun weitere Schicksale untersuchen.

Innerhalb nur eines Monats hat Schan schon einige spannende und zugleich bedeutsame Geschichten zusammengetragen. Hervor sticht dabei das Schicksal von Adolf Bultmeyer. Der Rethorner Bibelforscher ist während des Zweiten Weltkriegs als Kriegsdienstverweigerer in Berlin-Plötzensee von den Nazis durch das Fallbeil hingerichtet worden. Die SS hatte ihn seinerzeit im Ort abgeholt und verschleppt. „Das ist eine Geschichte über ein Opfer des Regimes, die nirgendwo steht“, berichtet Schan. Solche Schicksale sind es, die die Rethornerin mit ihren Recherchen aufdecken will.
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