Rosh ha-Shana!
Unsere Kollegen in unserem Hauptsitz in Israel feiern heute Neujahr. Die Mischna legt dieses Fest als Jahresbeginn und für die Berechnung von Kalenderjahren fest. Der Jahresbeginn wird nach dem jüdischen Kalender am 1. Tischri gefeiert und fällt nach dem gregorianischen Kalender in den September oder in die erste Oktoberhälfte. In Israel befinden sich die Menschen jetzt aber nicht im Jahre 2011, sondern (nach hebräischem Kalender) im Jahre 5772!

Das Neujahr heißt auch nicht Neujahr, sondern auf Hebräisch Rosh ha-Shana, „Kopf des Jahres“. Vieles ist anders und auch sehr süß: zum Festmahl gehören z.B. Apfelstücke, die in Honig getunkt werden, damit es ein süßes Jahr wird. Honigkuchen gibt es auch noch! Außerdem werden die Kerne von Granatäpfeln gegessen. Es heißt, in einem Granatapfel seien 613 Kerne, das entspräche der Anzahl der Ge- und Verbote, die gläubige Juden befolgen müssen, die sogenannten Mitzwot.
Rosh ha-Shana ist mehr als nur der Beginn des neuen Jahres. Es ist der erste von zehn Bußtagen, den Jamim Noraim („ehrfurchtsvolle Tage“). Auch interessant: zum ersten Neujahrstag werfen viele Menschen Brotkrumen oder Steinchen ins Wasser, um symbolisch ihre Sünden abzustreifen.
Andere Länder, andere Sitten und daher sagen wir "Shana Tova" (ein gutes Jahr).

Ausstellung zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur
Am Sonntag, 4. September, eröffnet der Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach in seinem Domizil im Blauen Haus eine Ausstellung, die an das Leben jüdischer Familien erinnert, die über viele Generationen hinweg in der Münsterstadt zu Hause waren.
"Was blieb? – Zeugnisse jüdischen Lebens" heißt die Ausstellung, präsentiert werden Objekte und Dokumente aus früheren jüdischen Haushalten in Breisach. Seit Bestehen des Blauen Hauses als Gedenk- und Begegnungsstätte hat der Förderverein diese Erinnerungsstücke gesammelt, die ihm zur Aufbewahrung zur Verfügung gestellt wurden. Sie kamen von Nachfahren ehemaliger Juden aus Breisach oder wurden von Bürgern der Münsterstadt dem Blauen Haus geschenkt: Bücher, Fotos, amtliche und private Dokumente, religiöse Objekte, Geschirr, Tischsilber und Kunsthandwerk.

Historische Fotos aus Breisacher jüdischen Familien zeigt die Ausstellung, die am Sonntag im Blauen Haus in Breisach zu sehen ist.
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Buch-Tipp: Das Erbe meiner Mutter
Ruth Seelig erzählt in ihrem Buch „Das Erbe meiner Mutter“ aus ihrer jüdisch-deutschen Lebensgeschichte. Es soll helfen, die Minderwertigkeitskomplexe und die depressive Struktur jüdischer Menschen zu besiegen. Derer, die überlebt haben.
Die Idee kam ihr, als sie merkte, dass die Suche nach den Hinterbliebenen ihr Lebensinhalt geworden war. „Ich schreib das für die Familie auf", dachte sich Ruth Seelig, und meinte, dass dann alle darüber glücklich sein würden. Sie recherchierte mit ihren Schwestern zahlreiche Dokumente: „Es ist so viel zusammen gekommen“, dass daraus ihr erstes Buch wurde.
