10    Mai 2012Ein Kommentar

Die historische Entwicklung der Ahnenforschung – Teil II

Letzten Freitag haben wir diese kleine Reihe zur historischen Entwicklung der Ahnenforschung gestartet. Heute geht es um die NS-Zeit und der Ahnenforschung heute.

Um das Jahr 1900 begann die Ahnenforschung an Breite und Tiefe zu gewinnen. 1869 war in Berlin der Verein “Der Herold” gegründet worden, 1870 in Wien “Der Adler”, die ersten genealogischen Vereine im deutschsprachigen Raum. In Leipzig wurde 1904 die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte gegründet - immer mehr Menschen widmeten sich der Ahnenforschung.

Der Begründer der modernen Genealogie: Kekulé von Stradonitz

In dieser Phase zeichnete sich aber auch eine Spaltung der Genealogie in zwei Lager ab. Um den Genealogen Stephan Kekulé von Stradonitz, auf den das heute meistgenutzte System zur Nummerierung von Ahnenreihen zurückgeht, bildete sich eine soziologisch und historisch orientierte Genealogie, bei der Familienkunde und die praktischen Probleme der Forschung im Vordergrund standen.

Der Historiker Ottokar Lorenz dagegen trat für eine naturwissenschaftlich ausgerichtete, an der Vererbungslehre orientierte Genealogie ein. Auf dieser Richtung basierte auch das genealogische Denken der nationalsozialistischen Rassen-Ideologie, welche die Ahnenforschung wie schon im Mittelalter zur Abgrenzung und Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen nutzte.
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