12    Feb 20130 Kommentare

Deutsche Geschichte: Die Siedler

Heute setzen wir unsere Geschichtsreihe fort und begrüßen sehr herzlich Herrn Hans-Peter Geis, der über die Siedler jenseits der Oder spricht.

Viel Spaß beim Lesen!

Mein Thema im letzten Blog war die deutsche Ostsiedlung zur Zeit Kaiser/König Ottos I.. Erst hatten germanische Stämme bis weit ins heutige Polen gesiedelt, doch die hatten fast alle das Land östlich der Elbe in Richtung Westen und Süden verlassen. In den leeren Raum waren seit etwa dem Jahr 500 verschiedene slawische Stämme eingewandert. Damit begnügen diese sich aber nicht, sie kommen immer wieder über die Elbe und versuchen, zwischen den ostfränkischen, was später deutsche Stämme sind, zu siedeln. Um sich dagegen zu wehren, hatte schon Karl der Große das Gebiet zwischen Oder und Elbe in „Grenzmarken“ eingeteilt, Otto sichert sie endgültig. Danach strömen deutsche Siedler ins Land.

Was für eine Bedeutung hat denn überhaupt das, was ich hier schreibe, für Ahnenforscher?  Ich denke, ein richtiger Forscher ist nicht damit zufrieden nur zu erfahren, wann der Großvater geboren wurde und wo. Ihn interessiert doch auch, warum der vielleicht einen französischen Namen hatte  und wieso der Ort in Sachsen, aus dem er stammt, Beiersdorf heißt, während Orte drumherum so fremd klingende Namen tragen wie etwa Eulowitz, Wuischke, Rachlau, Blösa. Das alles hat mit der Ostsiedlung zu tun.

Bis jetzt habe ich nur von den Siedlern berichtet, die sich diesseits der Oder nieder gelassen haben. An der Oder machen sie aber nicht Halt. So wohnen zu beiden Seiten der Odermündung die slawischen Pomeraner, die  Bischof Otto von Bamberg für das Christentum gewinnt und bei denen er eine Reihe von Klöstern bauen lässt. Außerdem sollen deutsche Ritter für die Pommernherzöge Waffendienst leisten, wofür sie Land bekommen. Ritter und Klöster rufen anschließend deutsche Siedler, die von 1210 bis 1280 kommen, um der Wildnis fruchtbares Land abzugewinnen. Aus slawischen Burgen mit kleinen Siedlungen entwickeln sich Städte, darunter Stettin (heute Szczecin).

Stettin. Schloss der Pommerschen Herzöge. 1997

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7    Jan 2013Ein Kommentar

Deutsche Geschichte: Die Wanderlust unserer Vorfahren

Heute im Blog begrüßen wir wieder ganz herzlich Herrn Hans-Peter Geis, der bereits über seine Familienforschung hier im Blog berichtet hat. Diesmal erzählt er uns von den Germanischen und Slawischen Stämmen in Mitteleuropa und wie die deutsche Sprache Menschen verbindet, unabhängig davon, wo diese Menschen geboren wurden.

Viel Spaß beim Lesen!

"Mein Buch heißt „Bauer Bürger Arbeitsmann“ und im Untertitel „Geschichte der Menschen deutscher Sprache“.  Warum das? Warum nicht „Deutsche Geschichte“ oder „Geschichte der deutschen Menschen“?  Deutsch oder Dialekte des Deutschen  spricht (oder sprach) man nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in fast allen Ländern, die um Deutschland und Österreich herum liegen. Dazu kommen verschiedene Länder der früheren Sowjet-Union und in Amerika. Alle diejenigen, die deutsch sprechen, haben gemeinsame Wurzeln und haben somit bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch eine gemeinsame  Geschichte, doch sie sind keine Deutschen mehr. Aber sie verbindet die gemeinsame Sprache.

Das Leben dieser Menschen verfolge ich in meinem Buch, nicht die Geschichte der Staaten, in denen sie lebten, denn ich habe ja keine politische Geschichte geschrieben sondern eine der Menschen. Sie waren von jeher sehr wanderfreudig. Bis zu den Auswanderungswellen nach Amerika waren es oft Herrscher (eigene und fremde), welche die Menschen dazu brachten ihre Heimat zu verlassen. Und die Herrscher bestimmten natürlich ebenfalls die Lebensbedingungen im eigenen Land. Deshalb kommen auch sie in meinem Buch vor, aber sie sind für mich nicht die Hauptpersonen wie in den üblichen Geschichtsbüchern.

Die Wanderlust haben wir wohl schon von unseren Vorfahren, den Germanen, mitbekommen. Im Jahr 120 v. Chr. brechen die Kimbern und Teutonen vom mittleren Dänemark aus auf, um neues Siedlungsland zu finden. 19  Jahre lang ziehen sie mit Frauen und Kindern durch Mittel- und Westeuropa. Sie bringen Unruhe in die Länder, durch die sie ziehen, bis nach Italien und Spanien, bis die Römer sie in zwei großen Schlachten völlig vernichten. So vermelden die Römer. Es ist der erste Bericht über eine solche Wanderung. Von da an berichten uns die Römer immer wieder von germanischen Stämmen, gegen deren Wanderlust sie sich stemmen, bis das Römerreich ab 375 n. Chr. von Goten, Langobarden, Wandalen, Sueben und Franken und anderen vollständig überrollt wird. All dies ist keine „deutsche“ Geschichte, höchstens eine Vorgeschichte.

Züge der Kimbern und Teutonen 120-101 v.Chr. von Dänemark aus durch Europa. Noricum entspricht etwa dem heutigen Österreich (aus Krüger, B.: Die Germanen. Geschichte und Kultur der germanischen Stämme in Mitteleuropa. Berlin 1976/83)

Germanische Stämme in Mitteleuropa zwischen 100 vor und 150 nach Christus mit den Namen, die ihnen die antiken Autoren (auf Lateinisch) gegeben haben. Im grauen Feld wohnten keine Germanen (Aus Jankuhn, H.: Vor- und Frühgeschichte vom Neolithikum bis zur Völkerwanderungszeit. Deutsche Agrargeschichte I. Stuttgart 1969).

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26    Nov 20124 Kommentare

Meine Familiengeschichte: Hans-Peter Geis – Teil 2

Heute haben wir die Familiengeschichte Hans-Peter Geis zurück im Blog! Letzte Woche haben wir erfahren, wie sein Interesse an Genealogie entstanden ist und wie er die Quellen, die er schon hatte (Familienbücher, Fotos, etc.), benutzt hat, um die Lücken in seinen Familienstammbaum zu füllen.
Nun erfahren wir, wie Herr Geis seinen Stammbaum manuell (!) erstellt hat und wie er vorgegangen ist, um mehr über seine Ahnen zu erfahren.

Weiterhin viel Spaß beim Lesen!

"Nachdem ich – wie hier beschrieben – alle Daten beieinander hatte, konnte ich anfangen meinen Familienstammbaum zusammen zu stellen. Kräftiges Zeichenpapier, eine Breite von 110 cm schien mir breit genug, davon kaufte ich eine ganze Rolle, weniger war nicht zu kriegen. Dann konnte es losgehen. Mit Schreibmaschine schrieb ich auf Normalpapier für jeden einzelnen der über 100 Personen untereinander Name, Vorname, Geburts- und Todesjahr, Geburtsort. Die schnitt ich aus und legte sie zusammen mit den Bildern auf ein Stück ausgerolltes Zeichenpapier. So bestimmte ich, wie groß der Bogen für den Stammbaum sein musste: Er wurde 2 m lang und 90 cm breit. Und jetzt begann die mühsame Feinarbeit: Striche ziehen zwischen den Personen, die zusammen gehörten, mit Tuschstift nachziehen, Namenszettel, Heiratsdaten und Bilder aufkleben.

Da war noch ein Problem mit den Bildern. Einige hatte ich doppelt und dreifach, da konnte ich eines für den Original-Stammbaum spendieren. Für diejenigen, die ich nur einmal hatte – einige hatte ich auch nur geliehen – musste ich mir etwas anderes einfallen lassen, die wollte ich in meinem Archiv behalten.

Nun sollten ja die Verwandten den Stammbaum auch kriegen. Bei einem Kopiergeschäft konnte ich ihn auf eine handlichere Größe, etwa 2/3 des Originals, kopieren. Auf den Kopien fehlten nun etwa die Hälfte der Bilder.  Von denen machte ich Fotokopien und klebte sie auf die Stammbaumkopien auf.

Das ist der Familienstammbaum!

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1    Aug 20120 Kommentare

Bundesfeiertag

http://www.flickr.com/photos/pranavian/5024333080/

Seit 1891 wird der Schweizer Nationalfeiertag am 1. August gefeiert. Der 1. August ist aber nicht historisch belegt, da im Bundesbrief stand, dass Vertreter dreier Kantone (Uri, Schwyz und Unterwalden) sich gesammelt und geschworen hatten, ein Bündnis zu schließen, um sich gegenseitig gegen Eindringlinge zu schützen "im Jahre der Herrn 1291 zu Anfang des Monats August". Die Vertreter sollen sich auf der Rütliwiese versammelt haben, und der Rütlischwur gilt als Basis der schweizerischen Eidgenossenschaft.

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10    Mai 2012Ein Kommentar

Die historische Entwicklung der Ahnenforschung – Teil II

Letzten Freitag haben wir diese kleine Reihe zur historischen Entwicklung der Ahnenforschung gestartet. Heute geht es um die NS-Zeit und der Ahnenforschung heute.

Um das Jahr 1900 begann die Ahnenforschung an Breite und Tiefe zu gewinnen. 1869 war in Berlin der Verein “Der Herold” gegründet worden, 1870 in Wien “Der Adler”, die ersten genealogischen Vereine im deutschsprachigen Raum. In Leipzig wurde 1904 die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte gegründet - immer mehr Menschen widmeten sich der Ahnenforschung.

Der Begründer der modernen Genealogie: Kekulé von Stradonitz

In dieser Phase zeichnete sich aber auch eine Spaltung der Genealogie in zwei Lager ab. Um den Genealogen Stephan Kekulé von Stradonitz, auf den das heute meistgenutzte System zur Nummerierung von Ahnenreihen zurückgeht, bildete sich eine soziologisch und historisch orientierte Genealogie, bei der Familienkunde und die praktischen Probleme der Forschung im Vordergrund standen.

Der Historiker Ottokar Lorenz dagegen trat für eine naturwissenschaftlich ausgerichtete, an der Vererbungslehre orientierte Genealogie ein. Auf dieser Richtung basierte auch das genealogische Denken der nationalsozialistischen Rassen-Ideologie, welche die Ahnenforschung wie schon im Mittelalter zur Abgrenzung und Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen nutzte.
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4    Mai 2012Ein Kommentar

Die historische Entwicklung der Ahnenforschung – Teil I

Im alten Ägypten legitimierte die Herkunft den Herrschaftsanspruch

Heutzutage werden Königreiche auch vererbt, Klassen-, Stände- und Kastengrenzen manifestiert und vakante Positionen innerhalb der Familie weitergegeben - und meist wird die Selbstverständnis, mit der dies geschieht, aus der genealogischen Abstammung hergeleitet. Die Genealogie oder Ahnenforschung ist aber nicht nur für die Herrscher von Bedeutung, sondern hat sich für viele Menschen zur alltäglichen Freizeitbeschäftigung entwickelt.

Stammbäume und Ahnenlisten gehören weltweit in nahezu allen Kulturen zu den ersten Formen der Geschichtsschreibung. Die alten Ägypter versuchten ebenso wie die Maya die Macht ihrer Herrscher mit der Abstammung von mächtigen Königen, Feldherren oder Göttern zu legitimieren.

Ein bekanntes Beispiel dafür sind beispielsweise auch die “Stammbäume Jesu” in den Evangelien des Lukas und des Matthäus, die jeweils völlig andere Ahnenfolgen konstruieren, um Jesus als Nachfahre Abrahams bzw. Adams darzustellen.
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26    Mrz 20122 Kommentare

Das Jahr 1940

Letzten Freitag haben wir über die Veröffentlichung der US-Volkszählung von 1940 berichtet. Hierzu haben wir eine schöne Grafik für euch vorbereitet, die das Leben im Jahre 1940 in den USA ein wenig darstellt.

Was war eigentlich in Deutschland los? Habt ihr besondere Erinnerungen an das Jahr 1940? Hier Ereignisse, die für Deutschland von Bedeutung waren/sind:

Der Zweite Weltkrieg dominierte den deutschen Alltag.

Am 24. Januar 1940 wird der deutsche Politiker und Publizist Joachim Gauck, der elfte Bundespräsident Deutschlands und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, geboren.

Am 13. April 1940 wird an der Semperoper in Dresden die Oper Romeo und Julia von Heinrich Sutermeister uraufgeführt.

Das Leben im Jahre 1940 in den USA (zum Vergrößern, Bild bitte anklicken)

22    Mrz 2012Ein Kommentar

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang Goethe im Alter von 62. Nach dem Gemälde von Luise Seidler (Weimar 1811)

Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe ist heute vor genau 180 Jahren gestorben. Seine Werke "Faust" und "Die Leiden des jungen Werthers" haben mich schon während meiner Schulzeiten fasziniert. Wer aber war Goethe? Heute wollen wir euch ein wenig über seine Person erzählen und kurz auf seine Familiengeschichte eingehen.

Johann Wolfgang von Goethe forschte und publizierte auf verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. Er bekleidete am Hof von Weimar unterschiedliche politische und administrative Ämter. Goethes literarische Produktion umfasst Gedichte, Dramen, erzählende Werke (in Vers und Prosa), autobiografische, ästhetische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Auch sein umfangreicher Briefwechsel ist von großer literarischer Bedeutung.

Goethe war ein Vorreiter und der wichtigste Vertreter des Sturm und Drang. Im Alter galt Goethe auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschland. Bis heute gilt Goethe als bedeutendster deutscher Dichter, sein Werk wird zu den Höhepunkten der Weltliteratur gezählt.
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19    Okt 20110 Kommentare

Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation

Am 6. Oktober 2011 startete das Webprojekt „Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation“. Das Projekt ist eine Art lebendige Geschichtsdatenbank. Durch die Erinnerungen der Zeitzeugen bekommen reine Daten und Fakten ein Gesicht. Die Interviews sind bei YouTube in einem Kanal und auf der Internetseite des Projekts gedaechtnis-der-nation.de gesammelt, geordnet und redaktionell bearbeitet.

Betreut wird das Projekt von der Zeitschrift Stern und dem ZDF. Das Angebot ist kostenlos. Das gemeinnützige Projekt folgt dem Beispiel der „Shoah Foundation“ des Filmregisseurs Steven Spielberg, in dem Erinnerungen von Überlebenden des Holocausts aufgezeichnet wurden.
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11    Jul 20110 Kommentare

Ausstellung: Den Kelten auf der Spur

Wer waren die Kelten? Die Kenntnis dieser frühgeschichtlichen Gruppe ist bescheiden. Die einen denken an Asterix und Obelix, die anderen an Tier- und Menschenopfer. Ganz gerecht wird man den Menschen, die zwischen dem 6. und 1. Jahrhundert vor Christus nördlich der Alpen siedelten, mit beiden Klischees nicht. Sie schufen schönen Schmuck und Keramik, trieben Handel mit Italien und Griechenland und waren mutige Kämpfer. Nur eines taten sie nicht: „Es gibt keine schriftlichen Quellen zur eigenen Geschichte, nur Inschriften auf Schwerten, Gräbern oder Münzen“, sagt Caroline von Nicolai, Archäologin am Archäologischen Landesmuseum in Konstanz.

Die Darstellung der Kelten auf einem Gemälde.

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