Thüringer Geschichte: Lasterhafte Priester im Land der Heiden
Ein neues Handbuch dokumentiert die schriftliche Ersterwähnungen aller Orte Thüringens. Von den teils erbitterten Machtkämpfen, die gerade zurzeit der Herausbildung der Dörfer und Städte geführt wurden, erzählt es indes nicht.
Bad Langensalza. Sie huren, sie häufen Reichtümer an und sie lassen sich sogar Pferde schmecken. Es sind lasterhafte Zustände, auf die Bonifatius in Thüringen trifft. Um das Jahr 724/25 wird der Missionar hier aktiv. Immer wieder berichtet er in Briefen über vorgefundene Sitten. Es sind nicht allein Heiden, die ihn erzürnen, sondern vor allem viele jener Geistlichen, die es bereits zwischen Werra und Saale gibt. Er trifft auf Priester, die schlimmste Hurer und Ehebrecher sind. Manch Diakon habe vier oder fünf oder noch mehr Beischläferinnen im Bett.
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Das Gedächtnis von Gemeinden – die Archive
Langweilige staubtrockene Regale voll altem Kram sind sie für die einen, hochspannende Sammlungen voll Hintergründe für die aktuelle
Wirklichkeit für die anderen: Die Archive der Gemeinden.
Woher kommt der Hofname? Warum können sich Nachbarn schon seit Generationen nicht leiden? Von wem stammt unsere Familie ab? Auf die unterschiedlichsten Fragen suchen Interessenten Antworten in den alten Unterlagen von Stadt- und Gemeindeverwaltungen. Die hatten schon immer großes Interesse an klaren Verhältnissen. Denn wenn es um Verträge, Grundstücke oder Dienstbarkeiten geht, hilft oft nur der Blick auf das Original.
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Erforschen der Familiengeschichte – Verstaubtes spannend finden

Jens Uwe Nissen aus Klixbüll in Schleswig-Holstein ist seit 35 Jahren aktiv in der Ahnen- und Familienforschung, nach seiner Meinung macht die Ahnenforschung süchtig im positiven Sinn. Vor 10 Jahren begann der heute 61-Jährige für die Probstei Südondern zu arbeiten.
Aber begonnen hat alles mit Nissens Engagement für die Geschichtsschreibung seiner Heimat. Er verfasste mit einer Gruppe Gleichgesinnter eine Dorfchronik und später beteiligte er sich auch an der Arbeitsgemeinschaft "Heimatgeschichte" am Nordfriesischen Institut in Bredstedt. Der Zufall wollte es, dass er und drei weitere Teilnehmer im Gespräch herausfanden, alle miteinander verwandt zu sein. Daraus entwickelten sie die Tauschbörse Familienforschung, die Mitte November erneut stattfinden wird. Nissen ist heute Vorsitzender der am Nord friisk Instituut angesiedelten Arbeitsgruppe für Genealogie.
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Odenwälder Geschichte steckt voller unehelicher Kinder
Einblick in die Lokalgeschichte hat allen Interessenten der Heimat- und Geschichtsverein Odenwald verschafft, indem er einen elektronischen
Datenbestand von 100 000 elektronischen Einträgen der Kirchenbücher erarbeitet hat.
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Alte Steuerlisten sind wichtige Quellen
Über die Geschichte der eigenen Familie wissen die meisten wohl eher weniger, dabei finden viele Menschen es sicherlich interessant, herauszufinden, wer die eigenen Vorfahren waren und welche gesellschaftliche Stellung sie hatten.
Oftmals gibt es sogar recht gute Quellen, die Licht ins Dunkel der Geschichte bringen können.
Ein grundlegender Tipp ist, sich vom jetzigen Zeitpunkt nach und nach in die Geschichte vorzuarbeiten. Einfach ein Buch aufschlagen, seinen eigenen Namen zu lesen und daraus zu schließen, dass es sich um einen Vorfahren handelt, ist nicht möglich. Die Anlage eines Stammbaums ist daher von entscheidender Bedeutung.
Quellen sind zunächst im eigenen Haushalt oder auf dem eigenen Hof zu finden: Familienstammbücher, alte Fotos und verschiedenste Dokumente. Eine alte Rechnung beispielsweise kann Aufschluss darüber geben, wann das erste Mal Milch an eine Molkerei geliefert wurde.
Weitere Quellen sind in den Personenstandsarchiven der Städte zu finden, diese sind seit dem vergangenen Jahr auch für Ahnenforscher geöffnet. Wichtig bei der Ahnenforschung sind meist auch Kirchenbücher, die bis zum Ende des 16. Jahrhunderts reichen können, ebenso Bevölkerungslisten.
Aufschlussreich sind auch alte Steuerlisten, zum Beispiel die Willkommschatzung von 1498 und 1499, die zum Teil in gedruckter Form vorliegt. So ließen sich die gesammelten Daten auch mit Leben und Geschichte füllen. Die ältesten dieser Dokumente in Westfalen sind die Essener Urbare und die Freckenhorster Heberolle.

Fundgrube für Familienforscher – das Einwohnerverzeichnis von Greven

5000 Seiten, auf jeder davon rund zehn bis 15 Namen. Alles handschriftlich notiert: Sie sind eine echte Fundgrube, die Einwohnerverzeichnisse aus dem Stadtarchiv Greven. Eine Fundgrube jedoch, die ohne professionelle Hilfe der Archivare kaum nutzbar, weil schwer zu entziffern und zudem unübersichtlich ist.
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Digitalisierung von Standesamtsbüchern in Baden-Württemberg
Auf dem 62. Deutschen Genealogentag in Stralsund hat Dr. Kurt Hochstuhl, vom Landesarchiv Baden-Württemberg, einen Vortrag über das
Projekt der Digitalisierung der Standesamtsbücher in Baden-Württemberg gehalten.
Einleitend ging Dr. Hochstuhl auf die häufig komplizierte Beziehung zwischen Archiven und Genealogen ein. In den letzten Jahren ist in dieses Verhältnis Bewegung gekommen, da die Familienforscher, die zahlenmäßig größte Nutzergruppe in den staatlichen Archiven sind. Sie sind Kunden und Zielgruppe und die Archive sollten sich an den Interessen dieser Kunden ausrichten, damit eine stabile und dauerhafte Beziehung entsteht. Aufgabe der Archive ist es, Zugang zu den verwahrten Inforamationen zu gewähren.
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Auf der Suche nach unseren Vorfahren – die Genanalyse
Jahre in die Vergangenheit, als Europa und andere Kontinente von alten Stämmen und Völkern besiedelt wurden.Jedes Volk, jede Sippe, jeder Mensch aber ist das Produkt einer langen genetischen Geschichte. Unter Einsatz von genetischen Analysemethoden ist die Wissenschaft heute in der Lage, die Spuren unserer frühesten menschlichen Vorfahren auch in unserem Erbgut sichtbar zu machen. Neben den Y-Chromosomen, die ausschließlich väterlicherseits weitervererbt werden und deshalb bestens für einen rein männlichen Stammbaum geeignet sind, richtet sich der wissenschaftliche Fokus immer mehr auf die Mitochondrien, die rein mütterlicherseits vererbt werden.
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Wo Münsters Kirchengeschichte ruht
Seit dem 30. August ist das Bistumsarchiv nach Renovierungsarbeiten wieder eröffnet. 
Eine Präsenzbibliothek von 30 000 Bänden mit den Schwerpunkten Orts- und Kirchengeschichte des Bistums: Hunderte von Pfarrarchiven mit über 12 000 Urkunden, Hand- und Druckschriften, Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern; umfangreiche Bestände aus dem Besitz von Klöstern, Stiftungen oder des Domkapitels: Das münsterische Bistumsarchiv gehört zu den großen Diözesanarchiven in Deutschland.
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Forschungsprojekt der Universität Duisburg-Essen zu Adel und Abstammung
Die Bedeutung von Herkunft und Abstammung spielt bis in die heutige Zeit eine große Rolle in unserer Gesellschaft. Wenn man einen beka
nnten Namen trägt, öffnen sich manche Türen besser. Wenn bekannt ist, aus welchem Stadtteil man kommt, gilt das manchmal als Makel oder im Gegenteil als elitär. Wir sind ständig dabei Menschen in Schubladen zu stecken und Herkunft und Abstammung sind zwei solcher Kriterien.
Die Universität Duisburg-Essen (UDE) und die TU München werden mit einem interdisziplinäres Wissenschaftlerteam in einem DFG-Forschungsprojekt den Zusammenhang von Adel und Abstammung untersuchen. Im Mittelpunkt steht der berühmte mittelalterliche Sachsenherzog Widukind, der eine große Rolle als Stammvater für spätere Adelsgeschlechter spielte.
Einer der Projektleiter, der UDE-Historiker und Experte für die Frühe Neuzeit Prof. Dr. Stefan Brakensiek: „Am Beispiel zweier bedeutender Fürstenhäuser möchten wir in den kommenden drei Jahren länderübergreifend untersuchen, welche Bedeutung Herkunft und Abstammung bei der Herrschaftsabsicherung hatte.“ Projektleitungsaufgaben hat ebenfalls der Kunsthistoriker Prof. Dietrich Erben (TU München) übernommen. Projektmitarbeiter sind Saniye Al-Baghdadi und Olav Heinemann am Historischen Institut der UDE.
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