5    Sep 20120 Kommentare

Buchtipp: Königskinder

Erica Fischers neues Buch ist eine Mischung aus Roman und Dokumentation, dem die Familiengeschichte ihrer Eltern zugrunde liegt: ihre jüdische Mutter musste zusammen mit ihrem österreichischen Vater nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland Wien verlassen und nach London fliehen.

Bescheiden schlägt sich das junge Ehepaar durch, bis die englische Regierung 1940 beginnt, männliche Ausländer aus Deutschland, Österreich und Italien zu internieren. Erikas Vater fährt nun mit einem Dampfer nach Australien, aber die Reise wird zur Höllenfahrt.

Von der Besatzung als deutsche Feinde drangsaliert, überleben die 2500 Männer, überwiegend jüdische Flüchtlinge, einen Torpedoangriff, katastrophale hygienische Bedingungen unter Deck und unzureichende Verpflegung nur mit knapper Not.

Dort landete er aber in einem Wünstencamp, in New South Wales, wo die Internierten, unter ihnen namhafte Künstler und Wissenschaftler, trotz erbärmlicher Umstände eine lebendige Gemeinschaft mit Lagerparlament, Konzerten und Universitätsvorlesungen aufbauen.

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25    Jul 20122 Kommentare

Gegen das Vergessen: Buchtipp – Annas Spuren

Letzte Woche las ich zufällig einen Artikel über das rührende Buch: Annas Spuren. Ich war beim Arzt und hatte einfach eine Zeitschrift in den Händen und las fasziniert über die Geschichte einer Frau, Sigrid Falkenstein, die den Namen ihrer Tante einfach gegoogelt und etwas Unglaubliches dabei entdeckt hat: Ihre Tante wurde im Krieg ermordet und ihr Name stand auf eine Liste von Opfern der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktion. Entsetzt recherchierte sie über das Programm der Nazis, die hunderttausenden kranken und behinderten Menschen exterminiert haben, weil sie als „minderwertig“ eingestuft worden sind.

Aber auch wichtig: mit ihrer Recherche wurde ein Familiengeheimnis entlüftet: Anna war geistig behindert. Falkensteins Vater – Annas Bruder – schon weit über 80, konnte sie sich kaum noch an seiner Schwester erinnern. Er wusste, dass sie in einer Hilfsschule gewesen war und, dass sie mit der Diagnose „Schwachsinn“ eingestuft worden war, weil sie Schwierigkeiten beim Lernen hätte. Aber sie sei „sehr lieb“ und ganz normal gewesen.

Für Frau Falkenstein fing somit eine Lebensaufgabe an. Sie versuchte Annas Leben zu rekonstruieren. Sie recherchierte an allen Fronten und so erfuhr sie mehr über Euthanasie, nutzte verschiedenen Archiven, Patientenakten und Gespräche mit Familienmitglieder für ihre Recherche. Es war ein sehr schmerzhafter Prozess, aber extrem wichtig, um Würde in das Leben der verstorbenen Frau zurückzubringen.

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11    Okt 20110 Kommentare

Buch-Tipp: In Zeiten des abnehmenden Lichts

Jahrelang hat Eugen Ruge an seiner DDR-Familiensaga "In Zeiten des abnehmenden Lichts" gearbeitet. Gestern erhielt er dafür den Deutschen Buchpreis 2011. In seinem Debütroman gelinge es dem 57-Jährigen, "die Erfahrungen von vier Generationen über 50 Jahre hinweg in einer dramaturgisch raffinierten Komposition zu bändigen", urteilte die Jury. Sein Buch erzähle "von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen abverlangt und ihrem allmählichen Verlöschen". Zugleich würdigte die Jury die große Unterhaltsamkeit und den Sinn für Komik in dem Roman.

Über drei Generationen hinweg verfolgt Eugen Ruge die Geschichte einer Familie. Die Großeltern sind überzeugte Kommunisten, die Eltern Opfer des Stalinismus und der Sohn ist ein frustrierter DDR-Bürger, der sich in den Westen absetzt.

Die Handlung setzt 1952 ein und beginnt in Mexiko, dem Exil von Charlotte und Wilhelm, zwei beinharten Stalinisten. Beide stammen aus Arbeiterfamilien und haben erst durch die Kommunistische Partei Achtung erfahren und ihre Talente entfalten können. Dass die Partei eiserne Disziplin verlangt und Menschen, die nicht parieren, im Gulag verschwinden lässt, wollen sie nicht sehen. Selbst dann nicht, als die eigenen Söhne den Stalinschen Säuberungen in der Sowjetunion zum Opfer fallen.
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13    Okt 20100 Kommentare

Buchvorstellung: “Familie Salzmann. Erzählungen aus unserer Mitte”

Für alle Ahnenforscher, die auch gerne lesen (und das dürfte die Mehrheit sein), haben wir heute ein tolles Buch gefunden, welches auf jeden Fall lesenswert ist! Der Schriftsteller und Übersetzer Erich Hackl erzählt in seinem Buch "Familie Salzmann. Erzählungen aus unserer Mitte" eine Familiengeschichte über drei Generationen. Die Geschichte beschreibt Ungerechtigkeit und Not, aber auch Treue, Freundschaft und die Hoffnung auf Glück.

Das Buch erzählt über drei Schicksale: Großvater, Sohn und Enkelsohn. Alle drei sind vom politischen Terror des 20. Jahrhunderts betroffen. Hugo Salzmann Senior flieht vor den Nazis nach Paris, wird gefasst und ins Gefängnis gesperrt, seine Frau wird im KZ Ravensbrück ermordet. Im Nachkriegsdeutschland fast er nur schwer wieder Fuß.

Sein Sohn Hugo, seines Zeichens Kommunist, versucht in der DDR sein Glück, wird aber dort nur ausgegrenzt, so dass er wieder nach Österreich zurückkehrt.

Der Enkel Hanno verliert seine Arbeit, nachdem er aufgrund der Familienvergangenheit gemobbt wird. Die Folgen der Katastrophe des 20. Jahrhunderts prägen die drei Lebensläufe und führen zum Zerwürfnis zwischen den Generationen.

Das Buch ist bei Diogenes erschienen und für 19,90€ erhältlich.

8    Okt 20100 Kommentare

Unglaubliche Familiengeschichten

Pünktlich zum Wochenende haben wir drei schöne Familiengeschichten für euch. Wenn nämlich Familienmitglieder viele Jahre weit auseinander gelebt haben, sich lange nicht gesehen oder sogar sich noch nie gesehen haben, dann ist das Zusammentreffen sicherlich tränenreich und sehr bewegend! Unser Team hat sich deswegen auf die Suche nach den herzergreifstesten Familienvereinigungen gemacht und stellt euch heute unsere Top 3 vor.

1. Mein Nachbar ist mein Bruder

Die kanadischen Brüder Tommy Larkin und Stephen Goosney wurden kurz nach ihrer Geburt zur Adoption frei gegeben. Beide wuchsen in verschiedenen Familien auf und lebten mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt.

Als beide 29 Jahre alt waren und sich endlich persönlich kennenlernen wollten, baten Sie ihrer Adoptionsagentur um Hilfe. Beide erhielten die Kontaktdaten des anderen und erst dann wurde ihnen etwas bewusst: die Wohnungen der beiden befanden sich in der selben Straße! "Er wohnte auf der anderen Straßenseite, das war einfach unglaublich. Ich war drei Stunden fassungslos und stand erst dann auf um rüber zu gehen", sagte Tommy.
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