Geschichte: Die Ostpreußen
In dem Blogpost vom 14.März 2013 konntet ihr lesen, wie die Ordensritter die ursprünglichen Einwohner Ostpreußens, die Prussen, unterwarfen und danach eine „deutsche“ Geschichte Ostpreußens begann. Hier erzählt Herr Hans-Peter Geis weiter, gestützt auf den Text aus seinem Buch „Bauer, Bürger, Arbeitsmann“:
Nachdem der Deutsche Orden die Prussen Ostpreußens endgültig unter seine Herrschaft gezwungen hat, versucht er in
jährlichen Feldzügen auch noch die Litauer zu unterwerfen. Doch die haben sich 1386 mit den Polen vereinigt und auch angefangen, das Christentum zu übernehmen. Nun schlägt ein vereintes litauisch-polnisches Heer das Ordensheer 1410 bei Tannenberg (die Polen nennen es die Schlacht von Grunwald). Außer einem sehr hohen Lösegeld für die gefangenen Ritter kommt der Orden jedoch noch einmal glimpflich davon.
Er versucht, dieses Lösegeld der Stadt Danzig sowie Städten, Bischöfen und Adel des Kulmerlandes (einem südwestlichen Ausläufer Ostpreußens) abzupressen, ohne ihnen irgendein Recht auf Mitbestimmung einzuräumen. Deshalb erkennen die so Bedrückten mit ihrer deutsch-prussischen Bevölkerung schon bald den polnischen König als ihren Herrn an, bei ihm fühlen sie sich offenbar besser aufgehoben; der Orden braucht das Land aber nicht abzutreten. Bald revoltieren auch im übrigen Ostpreußen die Städte und der Adel. 1440 schließen sie sich zusammen im Preußischen Bund.
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Deutsche Geschichte: Die Siebenbürger Sachsen
Wir freuen uns sehr, Herrn Hans-Peter Geis wieder im unseren Blog begrüßen zu dürfen! Heute berichtet er von den Siebenbürger Sachsen.
Viel Spaß beim Lesen!
Im letzten Blogpost schrieb ich über die deutsche Ostsiedlung im Mittelalter. Sie nennt sich zwar „deutsche“ Ostsiedlung, aber es beteiligen sich auch Niederländer und Flamen. Bei denen ist vermutlich nicht mehr genügend Platz für einen Hof für zweite und weitere Söhne. Sie sind auch sehr gefragt, weil sie in ihrer Heimat gelernt haben Sümpfe zu kultivieren. Sicher locken auch Steuervorteile.
Der große Teil der Siedler lässt sich in Gegenden nieder, wo sie noch eine gewisse Berührung mit dem Rest des Reiches haben. Nur diejenigen, die sich am weitesten weg wagten, die, vom polnischen König in die Ukraine eingeladen, so weit weg von der Masse ihrer Landsleute siedeln, dass sie schließlich ihre Muttersprache aufgeben und zur polnischen Sprache übergehen.
Heute will ich von den Siebenbürger Sachsen berichten, einer Gruppe, die noch weiter nach Osten gezogen ist: Nachdem Kaiser/König Otto I. die Ungarn dazu gebracht hatte, sesshaft zu werden, hatten diese sich über ein riesiges Gebiet angesiedelt, das sich von Wien bis fast nach Bukarest und von Polen bis zur Adria erstreckte. Es war allerdings sehr dünn bevölkert. Um die Grenze gegenüber dem Reich zu sichern, belehnen die Ungarnkönige im 12.Jahrhundert zunächst deutsche und ungarische Adlige mit Land. Dazu holen diese sich Siedler aus dem benachbarten Österreich. Aber die genügen nicht, um das Land bis hin zum Karpatengebirge (heute ein Teil von Rumänien) zu behaupten. Deshalb ruft König Geisa II. um 1141 „Gäste“ aus dem Deutschen Reich auf, sich dort niederzulassen. Bis 1190 machen sich 500 Familien von Rhein und Mosel zu Fuß und mit Pferd und Wagen und Vieh auf den Weg in das 1500 Kilometer entfernte Land. Andere, darunter Flamen, Wallonen, Luxemburger, Niedersachsen, Thüringer folgen ihnen. Die meisten lassen sich in der Gegend von Hermannstadt (Sibiu/Rumänien) nieder.

Siebenbürgen. Die Grenzen verlaufen heute anders. Aus Sydow-Wagners Methodischer Schulatlas. Gotha 1943.
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Verlosung: Bauer, Bürger, Arbeitsmann
Wir alle kennen schon Herrn Geis, der seine spannende Familiengeschichte in 3 Teilen hier im Blog erzählt hat.
Von daher freue ich mich sehr, Herrn Geis hier im Blog wieder begrüßen zu dürfen! Er hat sich bereit erklärt, mehr über Geschichte und Ahnenforschung zu erzählen und uns wertvolle Tipps zu geben, so dass wir mit unserer eigenen Familienforschung vorankommen. Zum Beispiel: Wisst Ihr, warum in manchen Teilen Deutschlands am Anfang des 19. Jahrhunderts Geburts- und Heiratsurkunden auf Französisch geschrieben wurden? Habt ihr selber solche Urkunden zuhause?
"In meinen drei Blogposts habe ich bisher darüber geschrieben, wie ich mich mit meinen Vorfahren beschäftigt habe. Ich habe versucht, den einzelnen als Menschen näher zu kommen, indem ich auf dem Stammbaum jeden seinen Platz mit Bild habe finden lassen. Und dann habe ich die Orte an der Lahn und in Ostpreußen besucht, wo einige von ihnen gelebt haben.
Einiges würde ich gerne noch tun: Wo die Geise herkamen, war vielleicht ein Kloster, es mag dem großen Schlachtfest zum Opfer gefallen sein, das die acht führenden Fürsten des Reichs 1803 unter dem Eindruck Napoleons veranstalteten. Vielleicht sind ja von dem Kloster ein paar Akten übrig geblieben, in denen auch mal Vorfahren von mir erwähnt werden. Und dann ist da der Ort in Polen, wo vielleicht der Bruder meines Vaters begraben ist. Ich weiß noch gut, wie enttäuscht meine Großmutter war, dass er – damals, am Anfang des ersten Weltkrieges – so einfach verschwunden war. Den Ort möchte ich gerne noch besuchen.

