18    Feb 20140 Kommentare

Buch-Tipp: “Flut und Boden”

Per Leo, geboren 1972 in Erlangen, hat Geschichte, Philosophie und russische Philologie studiert und wurde 2009 mit einer Arbeit über Ludwig Klages und die Tradition des charakterologischen Denkens promoviert. 2011 erhielt er für seine Dissertation den Humboldtpreis – Sonderpreis »Judentum und Antisemitismus«. Leo lebt mit seiner Familie in Berlin und arbeitet als freier Autor und Schatullenproduzent.

In einer persönlichen Krise stürzt sich der angehende Historiker Per in die Erforschung der Vergangenheit seines Großvaters Friedrich. Aber erst als er Friedrich dessen vergeistigten Bruder Martin an die Seite stellt, gewinnt er ein tatsächliches Bild vom Glanz und Niedergang seiner Familie. In dem ihm immer fremd gebliebenen Nazi-Opa entdeckt er einen rebellischen jungen Mann, der uns viel näher ist, als uns lieb sein kann. Seine Liebe jedoch gilt dem Großonkel Martin. »Flut und Boden« ist eine deutsche Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert, aber vor allem ein herausragendes literarisches Debüt:

Eine Familiengeschichte von elementarer Kraft, die die Verheerungen und Brüche des 20. Jahrhunderts spiegelt

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20    Jun 2013Ein Kommentar

Das Ende der Reichsmark

Eine Umtauschstelle in Hamburg am 20. Juni 1948 (Wikipedia.de)

Es gibt Ereignisse in der Geschichte eines Landes, die auch für die Einzelperson von großer Bedeutung sind. Sie prägen uns und beeinflussen, wie wir uns verhalten.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten die Bürger, was es bedeutet, eine Währung zu haben, die ihren Wert verloren hat. Deutschlands Städte waren zerstört, Millionen von Menschen waren tot, vermisst, krank oder verletzt. Die Leute hatten Hunger und mussten sich durchkämpfen, um zu überleben. Dazu der Währungsverlust infolge einer seit 1936 steigenden Geldmenge, verursacht durch die für die Finanzierung des Kriegs.

Es gab sehr wenig zu kaufen: Die Industrie produzierte im Nachkriegsdeutschland nur noch 27% der Höhe von 1936. Um die Grundversorgung der Bevölkerung zu sichern, führten die Alliierten die Versorgung mittels Lebensmittelkarten weiter, die schon während des Kriegs gegolten hatten. Das Wenige, was es zu kaufen gab, landete schnell auf dem Schwarzmarkt und wurde 20 bis 100fach teurer verkauft, als die offiziellen Preise.

Im Krieg mussten alle sparen, weil es einfach nichts zu kaufen gab. Nach dem Krieg aber, verloren die Menschen ihr ganzes Ersparte durch den Wertverlust.

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31    Mai 2013Ein Kommentar

Arbeitsmigration – Anwerbung von Arbeitskräften im 19. Jahrhundert

In dem heutigen Gastbeitrag erzählt uns Christina Rajkovic über die aktive Anwerbung von Arbeitskräften im 19. Jahrhundert. Viel Spaß beim Lesen!

"Der letzte Beitrag „Arbeitsmigration“ im vergangenen Monat, beschäftigte sich mit der Migration, die vor allem durch die Arbeitssuche ausgelöst wurde. Zu solchen Prozessen gehören immer zwei Seiten – die eine sucht Arbeit, die andere wiederum hält nach Beschäftigten Ausschau.

Schulung italienischer Gastarbeiter, die im Bergbau eingesetzt werden sollen, Duisburg 1962 - Wikipedia.de

„Anwerbung von Arbeitskräften“, sehr schnell fallen einem bei diesen Stichworten die Zuwanderungen der späten 1950er, 1960er und 1970er Jahre ein. Durch das Wirtschaftswunder der 50er Jahre in Deutschland und auch in Österreich, wuchs ebenso der Bedarf an Arbeitnehmern. Erste Einwanderer kamen etwa 1950 aus Italien, 1960 aus Griechenland und Spanien, ab 1961 kamen auch Arbeitskräfte aus der Türkei, Marokko , Portugal und Tunesien. Der letzte größere Schub an Arbeitern und Arbeiterinnen kam 1968 aus dem ehemalige Jugoslawien. Dies machte etwa bei der Bevölkerung in Deutschland einen Arbeiteranteil an ausländischen Arbeitnehmern von 11,9 % im Jahr 1973 aus[1].

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27    Feb 20130 Kommentare

Filmtipp: Quellen des Lebens

Anfang Februar feierte "Quellen des Lebens" - ein Film von Oskar Roehler - seine Premiere in Berlin.

Der Film erzählt mitreißend, bewegend und mit viel Humor die Geschichte von Robert Freytag und seiner Familie über drei Generationen - und damit zugleich die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, von den braunen bis zu den Flower Power Zeiten.

Die Rückkehr von Roberts Großvater Erich aus der Kriegsgefangenschaft löst bei seiner Familie in der fränkischen Provinz der 50er Jahre nicht nur Freude aus, denn niemand hat mit seiner Ankunft gerechnet. Schon bald aber wird Erich mit seiner Gartenzwerg-Fabrik ein Teil des deutschen Wirtschaftswunders. Sohn Klaus wiederum, literarisch eher wenig begabt, träumt während des gesellschaftlichen Umbruchs der 60er Jahre von einer Schriftstellerkarriere. Er verliebt sich in die hochtalentierte und aus wohlhabendem Elternhaus stammende Gisela, die selbst zu einer bedeutenden Literatin wird.

Ihr gemeinsames Kind Robert will dabei nicht so recht in die Pläne und Träume der 68er Boheme in West-Berlin passen und so schicken die Eltern Robert auf eine lange Odyssee durch die eigene Familie und die unterschiedlichsten Orte der Republik, die erst zu Ende ist, als Robert als junger Erwachsener seine große Jungendliebe wiederfindet.

Oskar Roehlers melancholisch-ironische Familiengeschichte basiert auf seinem autobiographischem Roman "Herkunft" und entführt den Zuschauer in die Welt der alten Bundesrepublik und Westberlins, zwischen Gartenzwerg, Käseigel und Italienreise. Quellen des Lebens zeigt uns sehr amüsant, wie wir wurden, was wir sind.

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7    Jan 2013Ein Kommentar

Deutsche Geschichte: Die Wanderlust unserer Vorfahren

Heute im Blog begrüßen wir wieder ganz herzlich Herrn Hans-Peter Geis, der bereits über seine Familienforschung hier im Blog berichtet hat. Diesmal erzählt er uns von den Germanischen und Slawischen Stämmen in Mitteleuropa und wie die deutsche Sprache Menschen verbindet, unabhängig davon, wo diese Menschen geboren wurden.

Viel Spaß beim Lesen!

"Mein Buch heißt „Bauer Bürger Arbeitsmann“ und im Untertitel „Geschichte der Menschen deutscher Sprache“.  Warum das? Warum nicht „Deutsche Geschichte“ oder „Geschichte der deutschen Menschen“?  Deutsch oder Dialekte des Deutschen  spricht (oder sprach) man nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in fast allen Ländern, die um Deutschland und Österreich herum liegen. Dazu kommen verschiedene Länder der früheren Sowjet-Union und in Amerika. Alle diejenigen, die deutsch sprechen, haben gemeinsame Wurzeln und haben somit bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch eine gemeinsame  Geschichte, doch sie sind keine Deutschen mehr. Aber sie verbindet die gemeinsame Sprache.

Das Leben dieser Menschen verfolge ich in meinem Buch, nicht die Geschichte der Staaten, in denen sie lebten, denn ich habe ja keine politische Geschichte geschrieben sondern eine der Menschen. Sie waren von jeher sehr wanderfreudig. Bis zu den Auswanderungswellen nach Amerika waren es oft Herrscher (eigene und fremde), welche die Menschen dazu brachten ihre Heimat zu verlassen. Und die Herrscher bestimmten natürlich ebenfalls die Lebensbedingungen im eigenen Land. Deshalb kommen auch sie in meinem Buch vor, aber sie sind für mich nicht die Hauptpersonen wie in den üblichen Geschichtsbüchern.

Die Wanderlust haben wir wohl schon von unseren Vorfahren, den Germanen, mitbekommen. Im Jahr 120 v. Chr. brechen die Kimbern und Teutonen vom mittleren Dänemark aus auf, um neues Siedlungsland zu finden. 19  Jahre lang ziehen sie mit Frauen und Kindern durch Mittel- und Westeuropa. Sie bringen Unruhe in die Länder, durch die sie ziehen, bis nach Italien und Spanien, bis die Römer sie in zwei großen Schlachten völlig vernichten. So vermelden die Römer. Es ist der erste Bericht über eine solche Wanderung. Von da an berichten uns die Römer immer wieder von germanischen Stämmen, gegen deren Wanderlust sie sich stemmen, bis das Römerreich ab 375 n. Chr. von Goten, Langobarden, Wandalen, Sueben und Franken und anderen vollständig überrollt wird. All dies ist keine „deutsche“ Geschichte, höchstens eine Vorgeschichte.

Züge der Kimbern und Teutonen 120-101 v.Chr. von Dänemark aus durch Europa. Noricum entspricht etwa dem heutigen Österreich (aus Krüger, B.: Die Germanen. Geschichte und Kultur der germanischen Stämme in Mitteleuropa. Berlin 1976/83)

Germanische Stämme in Mitteleuropa zwischen 100 vor und 150 nach Christus mit den Namen, die ihnen die antiken Autoren (auf Lateinisch) gegeben haben. Im grauen Feld wohnten keine Germanen (Aus Jankuhn, H.: Vor- und Frühgeschichte vom Neolithikum bis zur Völkerwanderungszeit. Deutsche Agrargeschichte I. Stuttgart 1969).

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17    Dez 20120 Kommentare

Und der Gewinner ist…

... Die Nummer 4! Aber bevor ich verrate, wer die Nummer 4 ist, möchte ich erklären wie wir die Teilnehmer validiert haben.

Wir sind folgendermaßen vorgegangen: Zuerst haben wir eine Liste mit allen Teilnehmern vom Blog (8 Nutzer, doppelte Einträge dort wurden nicht berücksichtigt) erstellt, danach ergänzt um die Teilnehmer von Facebook (ebenfalls 8 Nutzer, doppelte Einträge wurden auch hier nicht berücksichtigt). Am Ende haben wir den Personen, die unseren Blogpost mit Freunden bei Facebook geteilt haben, jeweils noch einen Eintrag gewährt. Es waren dann insgesamt 26 Teilnehmer, in dieser Reihenfolge.

Random.org hat dann automatisch eine Nummer gezogen. Aber wer ist die Nummer 4? Wie oben beschrieben, waren die ersten Teilnehmer auf unsere Liste diejenigen, die im Blog kommentiert haben.

Wenn wir uns die Kommentare vom Blog ansehen, dann sehen wir die Person, die an der 4. Stelle kommentiert hat. Und es ist: Babette!

Herzlichen Glückwunsch!

Morgen werden wir Babette per E-Mail kontaktieren, damit ihr Weihnachtsgeschenk noch rechtzeitig eintrifft!

Bei allen, die teilgenommen haben, bedanken wir uns herzlich und... morgen gibt es eine weitere Aktion! Vielleicht habt ihr morgen mehr Glück?

3    Dez 20120 Kommentare

Meine Familiengeschichte – Hans-Peter Geis Teil 3

Heute im Blog erzählte Herr Geis, wie er auf den Spuren seiner Ahnen nach Königsberg gefahren ist. Bewaffnet mit einer deutschen Stadtkarte, einem Wörterbuch und mit Hilfe eines netten Taxifahrers, konnte er erfahren, was von dem deutschen Ostpreußen seiner Vorfahren übrig geblieben ist.

Viel Spaß beim Lesen!

Nachdem ich auf den Spuren der Vorfahren meines Vaters in der Gegend von Limburg an der Lahn gewandelt war,  wollte ich auch Näheres über die ostpreußischen Vorfahren meiner Mutter wissen.

So sah die evangelische Kirche in Kleßowen in deutscher Zeit aus. Ein Urgroßvater wurde hier getauft.

Die Großmutter, geborene Christukat, war in Danzig geboren. Von dort erfuhr mein Vater, der Vater unserer Oma habe Eduard Christukat geheißen und sei in Rodaunen im Kreis Darkehmen geboren. Als er in der Kirche von Kleßowen getauft wurde, hieß er allerdings Eduard Kriszukat und der Geburtsort war Raudohnen.  Beim Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa hier in Oldenburg fand ich in einem Verzeichnis, dass Raudohnen nun Volkovo heißt und Kleßowen heißt Kutusowo. Eine neue polnische Karte zeigte, dass beide Orte im russischen Teil liegen.

Ausgerüstet mit den letzten genauen deutschen Karten fuhren meine Schwester und ich mit dem Omnibus einer Reisegesellschaft nach Königsberg. Das Hotel „Tourist“ war dann für einige Tage unser Heim.  Ein Betonkasten mit winzigen Zimmern, der schon lange auf eine Erweiterung wartete, gelegen im früheren Villenviertel Königsbergs, am Oberteich. In der Umgebung standen die meisten Villen noch, bewohnt, aber in keinem guten Zustand, mit verwilderten Gärten. Das was vom Zentrum übrig war, hatten die Sowjets platt gewalzt und durch moderne Plattenbauten ersetzt, das Schloss war gesprengt und auf seinen Grundmauern einen Betonkoloss als Rätehaus gestellt, in das aber noch niemand eingezogen war, weil er sich ein wenig zur Seite geneigt hatte.

Die evangelische Haberbergkirche in Königsberg in deutscher Zeit. Hier wurde unsere Urgroßmutter getauft.

Ein kräftiger Kerl mit drei Kumpanen teilte uns Nikolai, einen pensionierten Marineoffizier mit seinem Lada als „Taxi“ zu. Nikolai war jünger als wir, ein lieber Kerl. Er konnte nicht viel Deutsch, aber mit Hilfe eines Wörterbuchs verstanden wir uns einigermaßen.

Nikolai fuhr uns zunächst nach Raudohnen=Volkovo. Über Tapiau und Insterburg führte uns der Weg zunächst in die Kreisstadt Darkehmen, heute Ozersk. Vergammelte eingeschossige Gebäude bei der Einfahrt deuteten auf Kolchosen-Landwirtschaft. Zum Zentrum hin fuhren wir an zwei- bis  dreistöckigen Gebäuden vorbei. Schließlich kam ein riesiger asphaltierter Platz, auf dem Freund Lenin mit seiner rechten Hand den rechten Weg wies. Um ihn herum standen ein paar Häuser, die aus der Zeit um 1900 stammen konnten, dazwischen Plattenbauten und ein Kino in Bunkerarchitektur. Etwas abseits gammelte eine große Backsteinkirche vor sich hin, nachdem sie als Traktorenwerkstatt ausgedient hatte. Am Haus nebenan waren mehrere Farbschichten abgeblättert, darunter war in großen, schwarzen Buchstaben “Kaiserl.Post-Amt“ zum Vorschein gekommen. Die russische Post hatte es übernommen.

Ein solides Stallgebäude ist das einzige, das von Raudohnen übrig ist, wo unser Urgroßvater geboren wurde. Rechts steht Nikolai.

Nikolai fragte nach dem Weg nach Volkovo, niemand kannte den Ort. Wir fanden schließlich Raudohnen mit Hilfe der alten deutschen Karte. Kein Ortsschild, links der Straße eine leicht gewellte Landschaft mit abgeernteten Feldern, rechts der Straße nur die verhältnismäßig gut erhaltenen Mauern eines aus Feld- und Backsteinen gebauten Stalls. Im rechten Winkel dazu Mauerreste eines Gutshauses. Ein Haufen Steine, ein bisschen Mörtel unter Gestrüpp in der Nähe der Straße ist alles, was von den übrigen Häusern übrig ist, darunter der Kate, in der Eduard Kriszukat 1827 geboren wurde. In einem Nachbarort hatten sich 1990 zwanzig deutsche Familien aus Kirgisien niedergelassen.

Kleßowen, wo Eduard getauft worden war, war leichter zu finden. Es lag an der früheren Reichsstraße 137 und war der letzte Ort vor der heutigen polnischen Grenze. Von der Kirche ragte ein Stück Mauer von der einen Ecke aus dem Gestrüpp hervor, vom Rest der Grundmauern stand noch knapp ein Meter über der Umgebung. Eine alte Russin, die in dem wohnte, was vielleicht das Pfarrhaus war, erzählte, ja, damals seien die Leute wie verrückt gewesen, sie hätten alles kaputt geschlagen.

Meine Schwester steht vor der einen Ecke der Kirche in Kleßowen, die noch übrig ist.

Nikolai begleitete uns einen Tag in Königsberg auf den Spuren der Familie Sohn, deren Tochter Charlotte der Eduard ja geheiratet hatte. Dem Kirchenbuch zufolge wohnte sie in der Borcherstr.7, 1829 wurde die Charlotte wohl dort geboren. Die Straße heißt heute Ulica Elblongskaja. Sie war geprägt von sozialistischen Plattenbauten, ein Supermarkt zog sich von der einen Ecke bis zur nächsten. Gegenüber, wo das Haus Nr.7 gestanden haben mag, lag ein von etwas Grün und und jüngeren Bäumen umstandenes niedriges Gebäude, vielleicht ein Kindergarten.

Auch die Stelle der Taufkirche, St.Trinitatis- oder Haberbergkirche, fanden wir. Der Turm und weitere Teile wurden nach dem Krieg abgebrochen, an ihrer Stelle stand nun das Kino „Oktober“, in das eine oder zwei Wände der Kirche eingebaut waren, aber von außen konnte man das nicht sehen. Um das Kino herum, da wo ganz früher der zur Kirche gehörende Friedhof lag,  wuchsen Gras und ein paar Bäume.

Das Kino „Oktober“ hat in Kaliningrad den Platz der Haberbergkirche übernommen.

Wir dachten, wenn wir Glück haben, finden wir vielleicht die Gräber der Sohns auf einem zur Gemeinde gehörenden Friedhof. Da wo der „Alte“ Friedhof  der Haberberger Gemeinde lag, steht heute eine Schule. Von früherem Friedhof war nichts zu erkennen. Reichlich einen Kilometer vom alten befand sich der „Neue“ Friedhof. Da wir auf dem Stadtplan gesehen hatten, wo er gelegen hatte, konnten wir ihn in seinen Umrissen noch erkennen. Unter seinen hohen Bäumen und zwischen Resten von Ziersträuchern lag ein Vergnügungspark, dessen Grasfläche kreuz und quer von asphaltierten Wegen durchschnitten war. Ein Tanzboden war zu sehen, neben ihm eine einfache Schiffschaukel, und in der Nähe lagen die Reste eines Karussells. Einzig eine Büste von Jurij Gagarin, dem ersten Raumfahrer, gab dem Ort eine gewisse Würde. Keine Spur von Gräbern.

Eine Woche waren wir in Ostpreußen unterwegs, wir waren in den gut erhaltenen Königsberger Badeorten Crantz und Rauschen, wir waren auf der Kurischen Nehrung, wo wir die Vogelstation Rossitten besuchten, dort werden jetzt von russischen Vogelforschern die Zugvögel beringt. Wir waren in dem recht gut erhaltenen Tilsit, wir sahen die Memel. Wir besuchten die Ruine des Königsberger Doms mit dem Grab von Immanuel Kant. Es ist ein schönes Land mit lieben Menschen, aber es ist nicht mehr das deutsche Ostpreußen, es ist der zu Russland gehörende Oblast Kaliningrad.

26    Nov 20124 Kommentare

Meine Familiengeschichte: Hans-Peter Geis – Teil 2

Heute haben wir die Familiengeschichte Hans-Peter Geis zurück im Blog! Letzte Woche haben wir erfahren, wie sein Interesse an Genealogie entstanden ist und wie er die Quellen, die er schon hatte (Familienbücher, Fotos, etc.), benutzt hat, um die Lücken in seinen Familienstammbaum zu füllen.
Nun erfahren wir, wie Herr Geis seinen Stammbaum manuell (!) erstellt hat und wie er vorgegangen ist, um mehr über seine Ahnen zu erfahren.

Weiterhin viel Spaß beim Lesen!

"Nachdem ich – wie hier beschrieben – alle Daten beieinander hatte, konnte ich anfangen meinen Familienstammbaum zusammen zu stellen. Kräftiges Zeichenpapier, eine Breite von 110 cm schien mir breit genug, davon kaufte ich eine ganze Rolle, weniger war nicht zu kriegen. Dann konnte es losgehen. Mit Schreibmaschine schrieb ich auf Normalpapier für jeden einzelnen der über 100 Personen untereinander Name, Vorname, Geburts- und Todesjahr, Geburtsort. Die schnitt ich aus und legte sie zusammen mit den Bildern auf ein Stück ausgerolltes Zeichenpapier. So bestimmte ich, wie groß der Bogen für den Stammbaum sein musste: Er wurde 2 m lang und 90 cm breit. Und jetzt begann die mühsame Feinarbeit: Striche ziehen zwischen den Personen, die zusammen gehörten, mit Tuschstift nachziehen, Namenszettel, Heiratsdaten und Bilder aufkleben.

Da war noch ein Problem mit den Bildern. Einige hatte ich doppelt und dreifach, da konnte ich eines für den Original-Stammbaum spendieren. Für diejenigen, die ich nur einmal hatte – einige hatte ich auch nur geliehen – musste ich mir etwas anderes einfallen lassen, die wollte ich in meinem Archiv behalten.

Nun sollten ja die Verwandten den Stammbaum auch kriegen. Bei einem Kopiergeschäft konnte ich ihn auf eine handlichere Größe, etwa 2/3 des Originals, kopieren. Auf den Kopien fehlten nun etwa die Hälfte der Bilder.  Von denen machte ich Fotokopien und klebte sie auf die Stammbaumkopien auf.

Das ist der Familienstammbaum!

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16    Nov 20124 Kommentare

Meine Familiengeschichte: Hans-Peter Geis

Hans-Peter Geis

Vor kurzem hat Hans-Peter Geis MyHeritage entdeckt, nachdem er unseren Blogpost über die gemeinsamen Vorfahren und Sprachwurzeln zwischen Briten und Deutschen gelesen hat. Herr Geis hat ein sehr interessantes Buch geschieben: "Bauer Bürger Arbeitsmann. Geschichte der Menschen deutscher Sprache" und hat sich netterweise bereit erklärt, über Ahnenforschung, seinen Stammbaum und sein Buch zu sprechen.

Das Ergebnis ist eine 3-teilige Reihe, die wir heute anfangen! Die nächsten zwei Blogposts werden nächsten und übernächsten Freitag erscheinen.

Viel Spaß beim Lesen!

"Ja, auch ich "betreibe" Genealogie. Wenn man damit die Beschäftigungm it seinen Vorfahren meint. Nachdem ich Rentner geworden war, hatte ich all das hervor gekramt, was mein Vater mir hinterlassen hat. Dazu gehörte sein "Ahnenpass", mit dem er, wie die meisten damals, nachweisen musste, dass unter seinen Eltern und Großeltern und denen seiner Frau keine Juden waren. Und all die Briefe an Standesämter und Pfarrämter, die zu schreiben waren, um etwas über seine Vorfahren zu erfahren und die Antworten darauf. Ich erinnere mich noch, wie spannend für mich als 12-13-Jährigen das Puzzlespiel war, um jedem Verwandten seinen Platz im Stammbaum zuzuweisen. Mein Vater, meine Mutter und ich, wir sprachen viel darüber, wenn wieder eine Antwort kam, die ihn - und uns - ein Stückchen weiter brachte und uns ein bisschen mehr über unsere Vorfahren erfahren ließ. Und jedes Mal, wenn er einen neuen gefunden hatte, bekam er Lust, dessen Vorfahren weiter zurück zu verfolgen.

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13    Nov 2012Ein Kommentar

Franz Adolphs García: Zwischen Kolumbien und Deutschland

Franz und seine Familie

Franz und seine Familie

Heute erzählt uns der Deutsch-Kolumbianer  Franz Adolphs, wie er seine Familienforschung begonnen hat.

"Hallo liebe Kollegen Genealogen, ich bin Franz Adolphs García, Architekt, geboren in Kolumbien, aber mit Doppelstaatsangehörigkeit, da mein Vater Deutscher war.

Geboren bin ich in Bogotá am 5. März 1943, noch während des 2. Weltkriegs, in einer schwierigen Zeit nicht nur hier in Kolumbien, sondern weltweit. Damals wurden normale Menschen aus Deutschland, Japan und Italien, die sich entschieden hatten, Kolumbien als neue Heimat zu betrachten und die mit der Politik in dem Geburtsland nichts zu tun hatten, plötzlich verfolgt. Sie wurden verhaftet und in dem Hotel Sabaneta de Fusagasugá untergebracht, das die kolumbianische Regierung als Konzentrationslager umgebaut hatte , weil sie als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft worden sind.

Hotel Sabaneta de Fusagasugá

Hotel Sabaneta de Fusagasugá

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