Familienforschung: Auswanderung aus religiösen Gründen + VERLOSUNG
Heute ist der Welttag des Buches, ein von der UNESCO eingerichteter Feiertag für das Lesen, für Bücher und für die Kultur des
geschriebenen Wortes. Passend dazu haben wir heute einen Blogpost von dem Buchautor Herrn Hans-Peter Geis, der heute über Auswanderung aus religiösen Gründen erzählt, und eine Verlosung!
Wir werden einem von euch eine Daten-Mitgliedschaft von MyHeritage schenken. Um zu gewinnen, müsst ihr nur antworten: Wie kann eine Daten-Mitgliedschaft meiner Ahnenforschung helfen? Die beste Antwort gewinnt! Ihr habt bis Sonntag Zeit: Am Montag geben wir den Gewinner hier im Blog bekannt. Viel Glück und viel Spaß!
"In den Blogposts bisher hatten wir von den Zügen überwiegend deutscher Auswanderer in Richtung Osten gehört. Sie waren in nähere und fernere Länder gezogen, weil sie dort einen eigenen Hof bekommen konnten, weil sie dort – jedenfalls für eine Weile - keine Abgaben leisten mussten, und weil sie sich mehr Freiheiten erhofften. Zweite und dritte Söhne und die Töchter von Bauern konnten auf diese Weise eine Familie gründen, während sie zu Hause höchstens als Knechte und Mägde Arbeit gefunden hätten, weil der Hof an den ältesten Sohn ging. Obwohl: Im neuen Land einen eigenen Hof zu bekommen, das war zunächst einmal ganz harte Arbeit, um das dazugehörige Stück Land urbar zu machen. Wie hart das war, das hat uns der große norwegische Dichter Knut Hamsun in seinem Roman „Segen der Erde“ („Markens Gröde“) eindrucksvoll nahe gebracht (auch wenn der Roman in einer viel späteren Zeit spielt). Dafür hat er mit recht 1920 den Nobelpreis für Literatur erhalten.
Die Ostwanderung deutscher Siedler endet um 1350. Damals wütet in ganz Europa die Pest, in Wellen kommt sie wieder bis zum Jahr 1439. 1346 trifft sie als erstes die Mongolen, 1349/50 kommt sie zu uns. Flöhe auf der Ratte übertragen die Pestbakterien – die Menschen ahnen damals noch nicht, dass es so etwas wie Bakterien gibt. Kein Beten, kein Gottesdienst, keine Geißelei, kein Aderlass, kein Räuchern hilft dagegen. So viele sterben, dass in einem breiten Streifen, der sich vom Südwesten Deutschlands bis an die Oder erstreckt, schließlich bis zu über 40 Prozent der Dörfer verlassen sind. Kein Wunder, dass niemand mehr in Richtung Osten zieht. Es ist die größte Katastrophe in Europa nach der Römerzeit.
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Geschichte: Arbeitsmigration
Vor Kurzem haben wir hier im Blog eine neue Kategorie mit dem Thema Geschichte eingeführt. Herr Hans-Peter Geis hat uns schon mehrmals mit seinen Texten eine Freude bereitet und auch Frau Christina Rajkovic hat bereits hier über Ahnenforschung und Migration berichtet.
Heute setzt sie die Reihe fort und erzählt über die arbeitsbedingte Migration im 19. Jahrhundert.
Viel Spaß beim Lesen!
Arbeitsmigration ist ein brandaktuelles Thema. Durch die Krisenzeiten des südeuropäischen Arbeitsmarktes, werden in Zentral- und Nordeuropa über hunderttausend Menschen erwartet. Der Spiegel berichtet etwa von 2,2 Millionen Zuwanderern bis 2017. Diese Zahlen wurden einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Kiel Economics entnommen.
Die Welt präsentiert eine prozentuale Auflistung der Zuwanderer, bei welcher Griechen, Spanier und Portugiesen die vordersten Plätze belegen. Gründe: Finanz- und Schuldenkrise, Sparmaßnahmen, Verlust des Arbeitsplatzes, Überqualifikation, mangelnde Perspektiven, etc. und Deutschland wird als DAS Land für Arbeitssuchende beschrieben.
Die süddeutsche Zeitung bezieht sich auf die statistischen Veröffentlichungen des Bundesamtes Deutschland. Die Nettowanderung (Ausgleich von Ein- und Auswandern) befand sich von Januar bis Juni 2012 bei 300.000 Personen.
Ist diese Arbeits-Zuwanderungswelle wirklich eine Neuheit des 20. und 21. Jahrhunderts? Kam solch eine Krisensituation am Arbeitsmarkt tatsächlich noch nie auf?
Die Antwort kann erahnt werden: Nein!
Arbeitsmigration im 19 Jahrhundert
Krisenhafte Zeiten sind auch in der Geschichte zu finden. Besonders das 19. Jahrhundert gilt als ein sehr mobiles Zeitalter. Dieses ist insbesondere von der Arbeitsmigration gekennzeichnet und wurde von den Migrationsmustern der Frühen Neuzeit geprägt. Traditionelle Migrationsformen des langen 19. Jahrhunderts und auch teilweise der Frühen Neuzeit waren etwa die Gesellenwanderung, der Städtewachstum (Urbanisierung), das Entstehen neuer Stadttypen wie etwa der Industriestädte, sowie auch die transatlantische Migration. Besonders bemerkbar war die Zunahme der Binnenmigration, welche sich in einer Land-Land und einer Land-Stadt-Migration manifestierte.
Die Urbanisierung und der Aufschwung des Produktions- und Handelssektors erforderten einen Ausbau der Verkehrsverbindungen, die Verbesserung des Transportangebotes sowie auch den Aufbau eines Kanal- und Eisenbaunetzes. Die nun aufgehobene Leibeigenschaft und die neu entstandene allgemeine Auswanderungsfreiheit, schafften den gesetzlichen Rahmen für die Migration [1].
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1816: Das Jahr ohne Sommer
April ist schon langsam in Sicht, aber leider nicht der Frühling. Im Radio hier im Norden ist von "Weißen Ostern" die Rede und da draußen haben wir tatsächlich immer noch Schnee!
Da fragt man sich schon, ob es so was schon jemals gab. Oder ob wir doch mit der Klimaveränderung zu tun haben. Und siehe da, vor knapp 200 Jahren war es sogar etwas schlimmer.
1816 ging als das Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein, vor allem in Amerika und im Westen und Süden Europas. Hier in Deutschland bekam das Jahr den Spitznamen "Achtzenhundertunderfroren".

"Feierlicher Einzug des ersten Erndte-Wagens in Heilbronn im Jahr 1817" nach einer Lithografie von Franz Friedrich Schmidt - Wikipedia.de
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Migration und Ahnenforschung
Ich freue mich sehr, hier im Blog eine neue Kategorie vorstellen zu dürfen: Geschichte. Seit einem halben Jahr erfreuen wir uns an der Mitwirkung von einem Historiker, der Beiträge schreibt, wobei Themen der Ahnenforschung und Geschichte kombiniert werden. Herr Hans-Peter Geis hat erst über seine eigene Familiengeschichte erzählt und seitdem schreibt er regelmäßig für unseren Blog.
Und da wir denken, dass Familienforschung und Geschichte wunderbar zusammenpassen, freuen wir uns, dass Frau Christina Rajkovic ebenfalls mitwirken möchte! Die Geschichtsstudentin beabsichtigt, kleinere Beiträge zu verschiedenen Ereignisse zu schreiben, inklusive Literaturvorschläge, falls man sich tiefer mit der Thematik beschäftigen möchte.
Das heutige Thema wird vielen von euch ansprechen: Migration und Ahnenforschung. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Migration und Ahnenforschung
Migration ist ein Schlagwort unserer Zeit und wir werden immer und überall damit konfrontiert, im Fernsehen, in Zeitungen, auf Werbe- und Wahlplakaten…
Migration ist aber kein Phänomen des 20. und 21. Jahrhundert. In jeder Epoche finden sich mehrere unterschiedliche Gründe zur Abwanderung von Menschen: Arbeitsmangel, Naturkatastrophen, Kriege, etc. sind heute und auch schon früher
Gründe für das Verlassen der Heimat gewesen.
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Buch-Tipp: Von Ostfriesland nach Amerika
In jahrelanger Forschungsarbeit wurden die Auswanderungsgeschichten vieler Ostfriesen von der Bremerhavener Autorin Margarete Jelten zusammengetragen.
Das Buch "Von Ostfriesland nach Amerika" umfasst die Geschichte von 1848 bis 1872, die eine für die Baptisten besonders lebhafte und interessante Auswanderungsgeschichte war. 377 Personen werden in 67 Tabellen dargestellt, viele Berichte von Einzelschicksalen gegeben, ergänzt mit vielen zeitgenössischen Abbildungen und Schiffsbildern.
Aufgrund des Zugangs zu den primären Quellen der Baptisten konnte die Autorin berührend die Schicksale darstellen und lässt ihr Werk nicht nur wie ein rein heimatgeschichtliches oder kirchengeschichtliches Werk lesen. Wer ein Stück Geschichte von Ostfriesland nach Amerika verschenken möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten. Es lässt sich nicht nur aufgrund der Aufmachung den Angehörigen in den USA passabel präsentieren. Es wird sicher auf der anderen Seite des großen Teichs auch von den jüngeren deutschunkundigen Generationen verstanden, da es dank Übersetzer Pastor Volkmar Janke bilingual gehalten ist.
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Link Tipp: Die deutsche Auswanderung
Im 19. Jahrhundert wanderten mehr als 20.000 Menschen aus der Region Emsland / Grafschaft Bentheim, im Nordwesten Deutschlands gelegen, aus. Viele in Richtung Nordamerika. Anfangs noch enge Kontakte zwischen der Alten und der Neuen Welt brachen im Laufe vieler Jahre und Jahrzehnte fast völlig ab.
Die Webseite german-immigrants.com möchte diese Verbindungen wiederbeleben, die Seite will Daten und Hilfsmittel bereitstellen, um Interessierten auf beiden Seiten des Atlantiks die Forschung und die erneute oder erstmalige Kontaktaufnahme ermöglichen.
Die Datenbank enthält derzeit Angaben von über ca. 15.000 Auswanderern aus der Region Emsland/Grafschaft Bentheim, zum Teil auch mit Informationen über ihre Familien. Durch weitere Recherchen wird der Datenbestand fortlaufend ergänzt. Die Angaben beruhen vorrangig auf Passagierabfahrts- und Ankunftslisten, regionalen und lokalen Auswanderungsverzeichnissen, Kirchenbüchern sowie weiteren Onlinequellen und -datenbanken.
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Insel der Tränen und der Hoffnung – Ellis Island
Die Freiheitsstatue, das Symbol für die Neue Welt, kann man von Ellis Island im New Yorker Hafen gut sehen.
Auf die Freiheit in Amerika richtete
sich die Sehnsucht von fast 12 Millionen Einwanderern, die in Ellis Island ankamen, darunter rund eine Million Deutsche. In dem riesigen Durchgangslager entschieden Einwanderungsinspektoren, wer einreisen durfte oder zurückgeschickt wurde.
Heute ist die Einwandererinsel ein Museum, das ein Zentrum für Ahnenforschung beherbergt.
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Auswandererwelt Hamburg
Eine von Hamburgs beliebtesten Freizeitaktivitäten ist die historische Auswandererstadt BallinStadt. In drei originalgetreu rekonstruierten Wohn- und Schlafpavillons können die Besucher die Geschichten der über fünf Millionen Menschen nacherleben, die zwischen 1850 und 1934 von Hamburg aus in eine ungewisse Zukunft aufbrachen.
Die Ausstellung bietet eine Fülle an Informationen über die damaligen Emigranten und verknüpft historische Dokumente geschickt mit interaktiven Inhalten. So gibt es bspw. einen 2,5 Meter großen Atlas, der auf Knopfdruck Informationen aus den Herkunftsländern der Auswanderer liefert.
Kurzum: eine tolle Möglichkeit, an einem verregneten Hamburger Nachmittag (und davon gibt es einige - wir sitzen ja in Hamburg
) etwas zu erleben. Auf der umfangreichen Homepage der Auswanderwelt findet ihr alle wichtigen Informationen.

Deutsche Auswanderer Datenbank
Zwischen 1850 und 1891 sind knapp 4 Millionen Deutsche (um genau zu sein 3.834.620) nach Nordamerika ausgewandert. Die Deutsche Auswanderer Datenbank (DAD), am Historsichen Museum Bremerhaven, hat zum Ziel die Erfassung aller Passagierlisten der Auswandererschiffe, die im Zeitraum von 1820 bis 1939 von vornehmlich deutschen Häfen aus, die Vereinigten Staaten von Nordamerika angelaufen haben.

Grundlage der Deutschen Auswanderer-Datenbank sind die Passagierlisten der Auswandererschiffe. Diese Passagierlisten mussten den amerikanischen Einwanderungsbehörden vorgelegt werden. Die Listen enthalten Daten zu den auswanderungswilligen Personen sowie zur Reise. Ergänzt werden diese Daten durch Informationen zu den Auswanderern aus weiteren Quellen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Daten sozialstatistisch auszuwerten und wissenschaftlich zu beschreiben.
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