23    Jul 2014Ein Kommentar

Buch-Tipp: Das Geheimnis des Notizbuchs

Heute ist es mal wieder an der Zeit euch einen schönen Buch-Tipp zu geben. Gerade wenn ihr momentan im Urlaub seid, oder bald in den Urlaub fahrt/fliegt, darf eine gute Lektüre nicht fehlen. Und da ich davon ausgehe, dass sich alle Leser hier für Ahnenforschung und Familiengeschichte interessieren, sollte dieses Buch sicherlich auch euer Interesse wecken.

Vier Frauen, ein Notizbuch und ein unglaubliches Familiengeheimnis

Das Buch "Das Geheimnis des Notizbuchs" wurde von Eva Haas geschrieben. Sie wurde 1924 in Breslau geboren. 1934, ein Jahr nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, emigrierte sie mit ihrer Familie nach England. Schon früh begann sie, zu schreiben und als freie Autorin für Zeitschriften zu arbeiten. Sie war über 42 Jahre verheiratet und hat drei Söhne. Eve Haas lebt in Hampstead bei London.

Die Geschichte spielt 1934 in Deutschland ab: Eve ist neun, als sie mit ihren Eltern von Berlin nach London emigriert. Sie glaubt, aus einer jüdischen Familie zu stammen. Als Eve – Jahre später – beschließt, ihrer Herkunft auf den Grund zu gehen, entdeckt sie jedoch eine ganz andere Geschichte: Ihr Ururgroßvater war Prinz August von Preußen, der seine Tochter zum Schutz vor Neidern als Kind seines jüdischen Schneiders ausgab. Diese Entscheidung, die Eves Urgroßmutter 1843 das Leben rettete, wird ihrer Großmutter – ein Jahrhundert später – zum Verhängnis…

„Das Geheimnis des Notizbuchs“ ist eine Reise in die Vergangenheit nicht nur von Eva Haas und ihrer Vorfahren sondern auch eine Reise durch die deutsche Geschichte.

Viel Spaß beim Lesen!

HAAS, EVE: Das Geheimnis des Notizbuchs
Heyne Verlag
München 2011
368 Seiten
12€

18    Feb 20140 Kommentare

Buch-Tipp: “Flut und Boden”

Per Leo, geboren 1972 in Erlangen, hat Geschichte, Philosophie und russische Philologie studiert und wurde 2009 mit einer Arbeit über Ludwig Klages und die Tradition des charakterologischen Denkens promoviert. 2011 erhielt er für seine Dissertation den Humboldtpreis – Sonderpreis »Judentum und Antisemitismus«. Leo lebt mit seiner Familie in Berlin und arbeitet als freier Autor und Schatullenproduzent.

In einer persönlichen Krise stürzt sich der angehende Historiker Per in die Erforschung der Vergangenheit seines Großvaters Friedrich. Aber erst als er Friedrich dessen vergeistigten Bruder Martin an die Seite stellt, gewinnt er ein tatsächliches Bild vom Glanz und Niedergang seiner Familie. In dem ihm immer fremd gebliebenen Nazi-Opa entdeckt er einen rebellischen jungen Mann, der uns viel näher ist, als uns lieb sein kann. Seine Liebe jedoch gilt dem Großonkel Martin. »Flut und Boden« ist eine deutsche Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert, aber vor allem ein herausragendes literarisches Debüt:

Eine Familiengeschichte von elementarer Kraft, die die Verheerungen und Brüche des 20. Jahrhunderts spiegelt

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25    Mrz 20130 Kommentare

Familiengeschichte: Anne Frank

Wir betonen immer wieder, dass Dachboden und Keller fantastische Orte für eine Entdeckungsreise sind und dass man die Chance nicht versäumen sollte, den Dachboden oder Keller älterer Familienmitglieder (natürlich mit deren Erlaubnis) zu durchsuchen.

Genau das wurde auf einem Baseler Dachboden in der Herbstgasse gemacht, wo einst die halbe Familie von Anne Frank wohnte: Briefe, Fotos, Postkarten und Tagebücher der Familie Frank wurden so gefunden. In diesem Haus, wo sich die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war, alljährlich traf, lebt heute noch Anne Franks Cousin Buddy Elias mit seiner Frau Gerti.

Die Anne-Frank-Biografin und Tagebuch-Übersetzerin Mirjam Pressler wurde infolge dieser Entdeckung gebeten, die Geschichte der Familie zusammenzuschreiben. So ist das Buch "Grüße und Küsse an alle" entstanden, eine Familienchronik, die nicht nur 200 Jahre Zeit- und Alltagsgeschichte erzählt, sondern auch, wie die jüdische Familie von den Nazis in ganz Europa versprengt wurde.

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11    Dez 201213 Kommentare

Verlosung: Bauer, Bürger, Arbeitsmann

Hans-Peter Geis

Wir alle kennen schon Herrn Geis, der seine spannende Familiengeschichte in 3 Teilen hier im Blog erzählt hat.
Von daher freue ich mich sehr, Herrn Geis hier im Blog wieder begrüßen zu dürfen! Er hat sich bereit erklärt, mehr über Geschichte und Ahnenforschung zu erzählen und uns wertvolle Tipps zu geben, so dass wir mit unserer eigenen Familienforschung vorankommen. Zum Beispiel: Wisst Ihr, warum in manchen Teilen Deutschlands am Anfang des 19. Jahrhunderts Geburts- und Heiratsurkunden auf Französisch geschrieben wurden? Habt ihr selber solche Urkunden zuhause?

"In meinen drei Blogposts habe ich bisher darüber geschrieben, wie ich mich mit meinen Vorfahren beschäftigt habe. Ich habe versucht, den einzelnen als Menschen näher zu kommen, indem ich auf dem Stammbaum jeden seinen Platz mit Bild habe finden lassen. Und dann habe ich die Orte an der Lahn und in Ostpreußen besucht, wo einige von ihnen gelebt haben.

Einiges würde ich gerne noch tun: Wo die Geise herkamen, war vielleicht ein Kloster, es mag dem großen Schlachtfest zum Opfer gefallen sein, das die acht führenden Fürsten des Reichs 1803 unter dem Eindruck Napoleons veranstalteten. Vielleicht sind ja von dem Kloster ein paar Akten übrig geblieben, in denen auch mal Vorfahren von mir erwähnt werden. Und dann ist da der Ort in Polen, wo vielleicht der Bruder meines Vaters begraben ist. Ich weiß noch gut, wie enttäuscht meine Großmutter war, dass er – damals, am Anfang des ersten Weltkrieges – so einfach verschwunden war. Den Ort möchte ich gerne noch besuchen.

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10    Okt 20120 Kommentare

Buch-Tipp: Die Verbannte

Heute haben wir in unserem Blog einen weiteren Buch-Tipp für euch: Die Verbannte.

Es handelt sich dabei um Jolanda Piniels Erstlingsroman, der das dunkle Kapitel einer Familiengeschichte erkunden will.

Piniel erzählt die Geschichte Deboras, die endlich mal Antworten auf ihre Fragen bekommen möchte: Warum wurde ein kleines Mädchen während des Kriegs allein von Bukarest zu Verwandten in die Schweiz geschickt? Und warum überhaupt lebten die Großeltern damals in Rumänien? Wenn Debora solche Fragen stellt, stößt sie auf ablehnendes Schweigen. Sie weiß gerade nur, dass die Mutter vor dem Zweiten Weltkrieg in Bukarest geboren wurde, wohin ihr Großvater von seinem Arbeitgeber zuvor entsandt worden war.

So entscheidet sie sich, nach Großmutters Tod und gegen den Wunsch ihrer Mutter, diesen Geschichten vor Ort nachzugehen. Dabei erfährt sie unter anderem, was es damals für eine Schweizerin bedeutete, einen Deutschen zu heiraten und damit das Schweizer Bürgerrecht zu verlieren.

Deboras Reise wird zu einer Spurensuche, in der Vergangenes aufscheint und sich zu einer Geschichte verdichtet, die sie schließlich zu rumänischen Wohnung der Großeltern führt, von der nur noch die Mutter weiß, wie sie einst ausgesehen hat.

Piniel wurde 1969 in Winterthur geboren. Sie studierte Ethnologie, spanische Literaturwissenschaft und Publizistikwissenschaft an der Universität Zürich und war in verschiedenen Berufsfeldern tätig: als Redaktorin, als Moderatorin bei Schweizer Radio DRS, als Kampagnenleiterin in Bern und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Zürich. Ihr Roman erschien in Herbst 2012 im Dörlemann-Verlag, Zürich.

Quelle: nzz.ch und Amazon.de

5    Sep 20120 Kommentare

Buchtipp: Königskinder

Erica Fischers neues Buch ist eine Mischung aus Roman und Dokumentation, dem die Familiengeschichte ihrer Eltern zugrunde liegt: ihre jüdische Mutter musste zusammen mit ihrem österreichischen Vater nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland Wien verlassen und nach London fliehen.

Bescheiden schlägt sich das junge Ehepaar durch, bis die englische Regierung 1940 beginnt, männliche Ausländer aus Deutschland, Österreich und Italien zu internieren. Erikas Vater fährt nun mit einem Dampfer nach Australien, aber die Reise wird zur Höllenfahrt.

Von der Besatzung als deutsche Feinde drangsaliert, überleben die 2500 Männer, überwiegend jüdische Flüchtlinge, einen Torpedoangriff, katastrophale hygienische Bedingungen unter Deck und unzureichende Verpflegung nur mit knapper Not.

Dort landete er aber in einem Wünstencamp, in New South Wales, wo die Internierten, unter ihnen namhafte Künstler und Wissenschaftler, trotz erbärmlicher Umstände eine lebendige Gemeinschaft mit Lagerparlament, Konzerten und Universitätsvorlesungen aufbauen.

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25    Jul 20122 Kommentare

Gegen das Vergessen: Buchtipp – Annas Spuren

Letzte Woche las ich zufällig einen Artikel über das rührende Buch: Annas Spuren. Ich war beim Arzt und hatte einfach eine Zeitschrift in den Händen und las fasziniert über die Geschichte einer Frau, Sigrid Falkenstein, die den Namen ihrer Tante einfach gegoogelt und etwas Unglaubliches dabei entdeckt hat: Ihre Tante wurde im Krieg ermordet und ihr Name stand auf eine Liste von Opfern der nationalsozialistischen Euthanasie-Aktion. Entsetzt recherchierte sie über das Programm der Nazis, die hunderttausenden kranken und behinderten Menschen exterminiert haben, weil sie als „minderwertig“ eingestuft worden sind.

Aber auch wichtig: mit ihrer Recherche wurde ein Familiengeheimnis entlüftet: Anna war geistig behindert. Falkensteins Vater – Annas Bruder – schon weit über 80, konnte sie sich kaum noch an seiner Schwester erinnern. Er wusste, dass sie in einer Hilfsschule gewesen war und, dass sie mit der Diagnose „Schwachsinn“ eingestuft worden war, weil sie Schwierigkeiten beim Lernen hätte. Aber sie sei „sehr lieb“ und ganz normal gewesen.

Für Frau Falkenstein fing somit eine Lebensaufgabe an. Sie versuchte Annas Leben zu rekonstruieren. Sie recherchierte an allen Fronten und so erfuhr sie mehr über Euthanasie, nutzte verschiedenen Archiven, Patientenakten und Gespräche mit Familienmitglieder für ihre Recherche. Es war ein sehr schmerzhafter Prozess, aber extrem wichtig, um Würde in das Leben der verstorbenen Frau zurückzubringen.

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25    Jun 20120 Kommentare

Buch-Tipp: “Großer Bruder, kleine Schwester”

Mittlere Kinder sind besonders diplomatisch, können sich aber nicht festlegen. Erstgeborene sind total leistungsorientiert und vergleichen sich ständig. Aber ist an diesen Klischees über die Rangfolge von Kindern wirklich was dran?

Psychologin Linda Blair sagt „Ja!“ und erklärt in ihrem Buch "Großer Bruder, kleine Schwester", wie unsere Stellung in der Familie unseren Charakter prägt.

Hier ein kurzer Einblick in die vier wichtigsten Positionen der Geschwisterreihe:

Einzelkinder

  • starkes Selbstbewusstsein – Grund: Durch die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Eltern haben sie das sichere Gefühl von Liebe und Bestätigung.
  • Hang zum Perfektionismus – Grund: Einzelkinder richten sich in den ersten Lebensjahren fast ausschließlich an Erwachsenen aus und legen deren Maßstäbe an. Dadurch ist die Erwartungshaltung an sich selbst sehr hoch.

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13    Jun 20120 Kommentare

Buch-Tipp: Von Ostfriesland nach Amerika

In jahrelanger Forschungsarbeit wurden die Auswanderungsgeschichten vieler Ostfriesen von der Bremerhavener Autorin Margarete Jelten zusammengetragen.

Das Buch "Von Ostfriesland nach Amerika" umfasst die Geschichte von 1848 bis 1872, die eine für die Baptisten besonders lebhafte und interessante Auswanderungsgeschichte war. 377 Personen werden in 67 Tabellen dargestellt, viele Berichte von Einzelschicksalen gegeben, ergänzt mit vielen zeitgenössischen Abbildungen und Schiffsbildern.

Aufgrund des Zugangs zu den primären Quellen der Baptisten konnte die Autorin berührend die Schicksale darstellen und lässt ihr Werk nicht nur wie ein rein heimatgeschichtliches oder kirchengeschichtliches Werk lesen. Wer ein Stück Geschichte von Ostfriesland nach Amerika verschenken möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten. Es lässt sich nicht nur aufgrund der Aufmachung den Angehörigen in den USA passabel präsentieren. Es wird sicher auf der anderen Seite des großen Teichs auch von den jüngeren deutschunkundigen Generationen verstanden, da es dank Übersetzer Pastor Volkmar Janke bilingual gehalten ist.
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4    Jun 2012Ein Kommentar

Spurensuche – Familienforschung im Tecklenburger Land

Das dritte Heft der Reihe „Spurensuche - Familienforschung im Tecklenburger Land“ hat den Schwerpunkt Lienen und ist soeben erschienen.

Um möglichst vielen Menschen das faszinierende Hobby Ahnenforschung nahe zu bringen, will die Zeitschriftenreihe „Spurensuche - Familienforschung im Tecklenburger Land“ Anregungen und Hilfen zur Erforschung der eigenen Familiengeschichte geben.

Wissenswertes aus der jeweiligen Ortsgeschichte, Zufallsfunde in Archiven, amüsante, aber auch traurige Lebensgeschichten lassen die Vergangenheit der Vorfahren wieder lebendig werden. Eine umfassende Bibliografie zu den einzelnen Orten des Tecklenburger Landes, zahlreiche Quellenangaben und ein Namensindex erleichterten die spannende Suche nach den eigenen Ahnen.

Auf 60 prall gefüllten Seiten erfahren die Leser zum Beispiel Neuigkeiten aus erhalten gebliebenen Gebührenauflistungen und wie der Alltag der Lienener vor 400 Jahren aussah.
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