14    Apr 20140 Kommentare

Interview mit Prof. Dr. Wulf von Restorff

Prof. Dr. Wulf von Restorff ist in Frankfurt/Main geboren worden. Er ging zur Schule in Marburg, wo er auch sein Abitur absolvierte. Studierte in Göttingen und München. Promotion, Habilitation und Professur auch in München. Beruflich Fürstenfeldbruck und Koblenz und nun im Ruhestand in München.

Prof. v. Restorff als Diskutant (2012)

MH: Wie ist Ihr Interesse für die Ahnenforschung entstanden?

vR: Mein Vater war genealogisch interessiert. Zum Abitur bekam ich eine handgeschriebene Ahnentafel mit ca. 2000 Ahnen väter- und mütterlicherseits. 1963 wurde ich vom Vater auf Verwandtenreise geschickt. Die Ehe eines Vetters meiner Mutter mit einer Nichte meines Vaters bescherte mit Cousinen und Vettern, die gleichzeitig Nichten und Neffen waren. Das war prickelnd.

MH: Warum sollte man sich – Ihrer Meinung nach - mit der Familiengeschichtsforschung beschäftigen?

vR: Es ist ein spannendes Hobby, je nach Forschungsrichtung lernt man viele Verwandte kennen oder das Leben der Ahnen.

MH: Wie weit geht Ihre Forschung in die Vergangenheit zurück und was haben Sie bis dato über Ihre Familiengeschichte entdeckt?

vR:Da der Adel immer schon Genealogie betrieben und dokumentiert hat, gehen einige Ahnenreihen ins 13. Jahrhundert zurück. Dort höre ich auf, da die Quellenlage sehr unsicher ist („Stochern im Nebel“).

Ein Teil der Ahnentafel von Prof. Dr. Restorff mit 273 Seiten.

MH: Erzählen Sie uns über Ihre Website http://www.von-restorff.de/. Wann haben Sie diese Seite erstellt und welche Informationen findet man dort?

vR:Das ist eine Website für die Familie, die dort ihre Ursprünge nachlesen kann und die Lebensläufe der Vorfahren im 20. und 19. Jahrhundert Beginn um 2004, Ende ???

Die genealogischen Forschungsergebnisse (Vorfahrenlisten) wurden mit Pro-Gen und TNG publiziert, um die Arbeit meines Vaters und eines Vetters zu dokumentieren und um Ergänzungen (und Korrekturen) zu bekommen.

Auszug aus der Website von Prof. Dr. Restorff

MH: Hilft Ihnen Ihre Familie bei Ihrer Forschung?

vR: Ja, sehr bereitwillig. Als Familie betrachte ich die ca. 600-800 Nachkommen meines Ururgroßvaters.

MH: Wie viele Personen haben Sie in Ihrem Stammbaum?

vR: In meinem Stammbaum bin nur ich, da ich keine Kinder habe. Wenn mit der Frage eine Ahnentafel gemeint ist, sind es ca. 16.000 Datensätze eigener Ahnen (Angabe des Programms).

MH: Haben Sie unbekannte Verwandte bzw. Verwandte, die Sie gesucht haben, entdecken können? Wenn ja, sind Sie mit ihnen in Kontakt? Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?

vR: Natürlich habe ich Verwandte entdeckt, da ich auch alle Nachkommen meines Ururgroßvaters suche.

MH: Würden Sie mit uns eine besondere Geschichte oder Erfahrung, die Sie durch Ihre Familienforschung erlebt haben, teilen?

vR:
Derzeit suche ich nach Namensträgern, die bisher unbekannt waren und im Pommern gelebt haben sollen. Eine frisch eingeheiratete Nichte kommt zufälligerweise just aus dem Gebiet (Neumark). Ich konnte sie darauf hinweisen, dass ihr Urgroßvater, den sie nicht mehr kannte, wohl deutsch gesprochen haben muss (Grenzgebiet, Polen-Deutschland-Kongresspolen- Deutschland-Polen).

MH: Was können Sie anderen Menschen empfehlen, die erst kürzlich mit der Ahnenforschung begonnen haben? Welche Tipps haben Sie?

vR: Dokumentieren Sie bei allen Informationen, die Sie bekommen, woher sie kommen (Tante Emma: Telefongespräch am 7.2.2011 ist auch richtig. Besser wäre: „Piepenbrink Emma Louise Helga: persönliche Mitteilung (Telefon) 7.2.2011“ und legen Sie sie wohl geordnet ab. Es wird immer Nachfragen, auch Quellen geben und außerdem soll Ihr Nachfolger (Erbe/Verein/Archiv) mit Ihren Ergebnissen weiter arbeiten können.

Genealogie ohne Quellen ist Mythologie! Dokumentieren Sie bei allen Informationen, die Sie bekommen, genau, wo Sie sie gefunden haben: www ist oft ein schlechter Datengeber. Dokumentieren Sie nur Informationen, die Sie belegen können: Vermutungen sind keine Genealogie. Schließen Sie sich einem Stammtisch, einem Verein an, um weitere Anregungen zu bekommen. Besuchen Sie Fortbildungen im Verein, in der VHS.

Prof. v. Restorff als "Qualifizierter Genealoge (DAGV)" (2013)

Wir danken Herrn von Restorff für das Interview und hoffen es hat euch gefallen.

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