4    Jun 20134 Kommentare

Mutterlinie und Seitenlinie bei der Ahnenforschung

Vor knapp 3 Wochen war ich in Bremen beim 7. Tag der Familiengeschichte. Die Veranstaltung wurde von dem Bund der Familienverbände e. V. (BdF) in Kooperation mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände e. V. (DAGV) und der Maus unter dem Motto Auswanderer in die Neue Welt und ihre Verwandten organisiert.

Es war eine sehr schöne Veranstaltung, die den Interessenten die Möglichkeit gab, sich über die Arbeit der Genealogen zu informieren und zu eigenen Aktivitäten zu motivieren. Außerdem fand ich sehr spannend, mehr über die Zukunft der Auswandererforschung zu erfahren, was in einer Gesprächsrunde diskutiert wurde.

Besonders interessant fand ich die Diskussion um die "Seitenlinie" und wie sich das Konzept von Ahnenforschung je nach Land unterscheidet. Wir Deutschen tendieren stark dazu, nur die Männerlinie, also die namensgebende Linie der Familie zu erforschen. Die weibliche Linie wird also unterschätzt. Ebenso die Seitenlinie.

Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die meisten weiblichen Linien vor mehr als 200 Jahren irgendwann enden, da man oftmals nur noch liest: "Hans Meyer und seine Frau Emma", denn sehr oft steht der Mädchenname der Mutter nicht in den Urkunden.

Zudem suchen viele Ahnenforscher als erstes nach den Ahnen des Vaters und nicht nach denen der Mutter.

Und wie ist es mit der Seitenlinie? Obwohl für die US-Amerikaner, z.B. alle Personen mit den gleichen Nachnamen irgendwie Familie sind, ist es bei uns ganz anderes. Im Gegensatz zu den Amerikanern suchen wir selten nach den Nachfahren unseres Urgroßvaters, der in die USA ausgewandert ist.

Regelmäßig lese ich in der Zeitung über Amerikaner, die nach Deutschland kommen und die beispielsweise die Cousins 5. Grades mal besuchen.

Wie sieht das bei euch aus? Was gehört zu euren Zielen? Werden beiden Linien erforscht oder eher die männliche Linie?

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  1. In meinem Fall erforsche ich beide Linien "gleichberchtigt" wobei natürich spätestens ab der 6 Gebrationen die Probleme mit wechselnden Namen ggf. mehrere Ehen , also auch mehrere Namen und ggf. Halbgeschwister, vielleicht durch den frühen Tod des ersten Partners , auftauchen.
    Da es Standesämter erste seit ca. 1875 gibt, ist bei den Kirchenbüchern wenigsten ein halbwegs gesicherter Anhaltspunkt Geburtsjahr und Geburtsort, bzw. zuständige Kirchengemenden notwendig, sonst wird es die Nadel im Heuhaufen.
  2. Wir graben uns durch beide Linien. Unserer Meinung nach ist die Mutterlinie ebenso interessant, wenn auch oftmals schwieriger zurückzuverfolgen. Aber das macht es vielleicht gerade aus. Vielfach sehen wir in den diversen Aufzeichnungen, allen voran in den Kirchenbüchern, wie die Frauenseite mehr als lückenhaft dokumentiert wurde. Das hat wahrscheinlich auch mit dem Frauenbild von früher zu tun.
    Beste Grüsse
    Remo
  3. Nur die paternale Linie zu verfolgen, bedeutet ja, eine Sache nur halb zu machen. Man spürt dann nur einem Namen hinterher, weniger den Inhalten - eigentlich sehr oberflächlich.
    Dabei ist doch die einzig sichere Abstammungslinie die maternale Linie... ;-)
    Und was einem alles so an interessanten Informationen entgeht, wenn man nur einseitig forscht! Mich interessiert auch immer wieder, wie divergierend doch die Linien der Nachkommen einer Geschwisterriege verläuft. Absolut spannend.
  4. Kurz gesagt ich habe beide Linien 'im Programm'. Allerdings ist es bei der Linie meiner Mutter nicht einfach weiter zurück zu kommen. Da man aus Polen (ehemaligen Ostgebieten) so gut wie keine Infos bekommt, warum auch immer. Bei der Linie meiner Frau, die aus Kärnten stammt, wars es relativ einfach, insofern, als sie in einem Tal aufwuchs, wo man nur von Ort zu Ort gehen musste. Allerdings ist da bei 1850 Feierabend, weitere Kirchenbücher liegen einfach nicht vor.

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