3    Apr 2013Ein Kommentar

Familiengeschichte auf der Kirmes?

Am Wochenende war es wieder so weit: Wie wir immer zu Ostern oder um Weihnachten machen, sind wir auch an diesem Samstag auf die Kirmes gegangen. Diesmal mit Schwiegervater und unseren Kindern. Dabei haben wir uns über die Attraktionen von heute und damals unterhalten und es war sehr passend, als wir eine Fotoausstellung mitten auf der Kirmes gefunden haben, die Fotos von Kirmessen in Nordrhein-Westfalen zeigte.

Da ich neugierig wurde, seit wann es Kirmessen gibt, teile ich hier mit euch, was ich über diese uralte Veranstaltung gefunden habe.

Die Kirmes hat eine lange Tradition. Der Begriff 'Kirmes' geht auf das mittelhochdeutsche "Kirmesse" beziehungsweise "Kirchweihfest" zurück, das aus "Kirchmesse" entstanden ist. An diesem Tag gedachte man früher der Einweihung der jeweilige Dorfkirche. Spätestens im 12. Jahrhundert hat sich parallel zum Kirchenfest auch eine weltliche Veranstaltung gebildet - mit Warenhändlern, Artisten und Schaustellern.

Kirmestage waren arbeitsfrei. Die Bauern bestellten ihre Felder nicht und der Arbeiter erschien nicht in der Fabrik. Somit sicherte man sich einige Urlaubstage, die es damals gesetzlich noch gar nicht gab. Die Verwandtschaft kam zu Besuch, was für die Frauen bedeutete, dass sie putzen und vorkochen mussten. Im 18. Jahrhundert war es sogar üblich, ganze Häuserfassaden zu streichen, wenn Kirmes war.

Auf dem Lande bot die Kirmes oft eine Gelegenheit zum Tanz. Deswegen war die Kirmes für junge heiratswillige Personen auch ein willkomener Anlass, einen Partner kennenzulernen.

In den ersten Jahrhunderten ließen sich die Kirmesbesucher meist etwas an den sogenannten Schaubuden vorführen. Erst im 19. Jahrhundert begann ihre aktive Teilnahme am Geschehen: Karussells, Schaukeln, Wurfbuden und Schießstände gehörten zu den ersten aktiven Kirmesbeschäftigungen, später kamen noch Belustigungsgeschäfte wie die Geisterbahn dazu.

Erinnert ihr euch an eure Kindheit, wenn von einer Kirmes die Rede ist? Habt ihr noch Fotos von damals? Und wie sieht es in eurer Familie aus? War eine Kirmes vielleicht der Anfang einer Liebesgeschichte eurer Ahnen?

Quelle: Planet-wissen.de

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  1. Zur Kirmes gehört nun einmal ein Zelt (oder ein anderer geeigneter Ort) mit Musik und Tanz. Und das war schon immer ein Ort der Begegnung und des Kennenlernens für die jungen Leute des betreffenden Orts und der Nachbarorte - und damit ein inoffizielles "Eheanbahnungsinstitut".

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