30    Okt 20120 Kommentare

Familie: Ist die Reihenfolge der Geburt der Kinder wichtig?

Vor zwei Jahren haben wir schon über die unterschiedlichen Charakter der Kinder gesprochen, je nachdem, in welcher Reihenfolge sie geboren sind. Das ist ein spannendes Thema und von Zeit zu Zeit gibt es neue Studien über das Verhalten der Geschwister in der Gesellschaft, abhängig von der Reihenfolge der Geburt.  Diese könnte die Persönlichkeit, Verhalten, intellektuelle Fähigkeiten, berufliche Prestige und sogar das Aussehen und Gesundheit beeinflussen.

Michael Grose - erfolgreicher Buchautor, der auch für Zeitungen und Elternzeitschriften über Fragen der Kindererziehung und das Zusammenleben von Eltern und Kinder schreibt - hat seine Erkenntnisse über die Reihenfolge der Geburt in dem Buch "Warum die Erstgeborene die Welt regieren und die letztgeborenen Kinder die Welt verändern wollen" gesammelt. Der Autor erklärt u.A. dass, darin die Erklärung liegt, warum Kinder, die die gleichen Genen, ein sehr ähnliches wirtschaftliches und soziologisches Umfeld und die gleichen Eltern haben, aber dennoch so unterschiedliche Persönlichkeiten, Interessen und Begabungen entwickeln.

Für den Autor ist das erste Kind in der Regel so einzigartig, wie die erste Liebe. Die Beziehung zwischen dem Erstling und seinen Eltern wird mit einem Gefühl der Fremdheit gekennzeichnet. Die Eltern sind meistens sehr besorgt und die mangelnde Erfahrung erlaubt ihnen nicht, das Kind einfach so zu genießen. Sie verfolgen jeden Schritt und Tritt und analysieren alles sehr gründlich.

Als Ergebnis des Engagements der Eltern entwickeln sich diese Kinder in der Regel sehr schnell. Sie fangen früher an zu sprechen, laufen oder lächeln, als die später geborenen Geschwistern . Es passiert oft, dass die Eltern mit ihnen sehr konsistent und streng sind und dass sie zu viele Erwartungen an das Kind haben (was zu Frustrationen führen kann). Interessant ist, dass diese Kinder später gerne Berufe auswählen, wo sie eine Führungsposition übernehmen können.

Die "Sandwich-Kinder" denken oft, dass sie benachteiligt sind, weil sie weder die vollkommene Aufmerksamkeit der Eltern bekommen haben, noch den Status des Nesthäckchen besitzen. Studien zeigen aber, dass diese Kinder besser vorbereitet für das Erwachsenenleben sind, als die anderen. Da sie mit älteren und jüngeren Geschwister umgehen müssen, können sie  besser verhandeln. Sie sind diplomatischer, flexibler und einfühlsamer als ihre Geschwister und sie tendieren dazu, besser mit Enttäuschungen umgehen zu können.

Das jüngste Kind ist in der Regel der Rebell. Es will die Welt verändern und möchte sich von den Traditionen auch innerhalb der Familie distanzieren. Sehr oft sind diese Kinder sehr witzig und sie finden im Humor die Chance, sich von den Geschwistern zu unterscheiden und dadurch mehr Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Sie stehen oft in einer privilegierten Stellung, indem sie von allen Familienmitgliedern verwöhnt werden.

Was denkt ihr über solche Studien? Ist was Wahres dabei? Kann man irgendwelche Lektionen für die Erziehung der eigenen Kinder gewinnen?

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