23    Aug 20123 Kommentare

Dominik Dommer: Mein interessantester Fund – Teil I

Dominik Dommer vor einem der schönen Seen in der Umgebung Lonkens

Vor ein paar Wochen haben wir hier im Blog und in Facebook gefragt, was euer interessantester Fund bei eurer Familienforschung bis jetzt war. Viele haben neue Familienmitglieder gefunden, andere haben Fotos, Briefe oder gar Testamente, aber Dominik Dommer hatte etwas äußerst wichtiges gefunden: einen Ahnenpass, mit dem eine Familienzusammenführung nach 5 Jahren Suche gelungen ist.

Wir sind natürlich sehr neugierig geworden und haben nachgefragt, wie das genau passiert ist. Jetzt haben wir hier die Geschichte für euch. Heute werden wir berichten, wie er zu seinem Ahnenpass gekommen ist. Morgen erzählen wir weiter, wie seine Familie einen bewegenden Moment auf dem Friedhof erlebt hat und, wie er mit SmartMatches entfernte Verwandte in Brasilien entdeckte.

Viel Spaß beim Lesen!

"Vor etwa 5 Jahren habe ich bei meinem Vater die von einer Großcousine erstellte Familienchronik angeschaut. Ich fand es gleich faszinierend zu sehen, wie die eigene Familiengeschichte mit der allgemeinen Geschichte Deutschlands verknüpft ist. Und ich fragte mich, ob ich mit Hilfe des Internets noch mehr über meine Vorfahren erfahren könnte. So wurde mein Interesse an der eigenen Familiengeschichte geweckt. Ein Hobby, was mich bis heute nicht mehr los gelassen hat.

Ich fing zuerst an, Kontakt mit verschiedenen älteren Familienmitgliedern aufzunehmen. Aus der Familienchronik wusste ich, dass in Berlin noch ein Cousin meines Großvaters mit knapp 90 Jahren lebt. Schnell konnte telefonisch Kontakt aufgenommen werden. Und gleich beim ersten Mal sagte er mir, dass hier in Bayern noch weitere Verwandtschaft von mir wohnen würde.

Die Familie des Urgroßvaters Karl Dommer im Garten ihres Hauses in der Danziger Straße in Bütow (das Loch im Bild entstand nach dem Krieg, als die Urgroßmutter Emilie noch vermisst wurde. Man schnitt ihren Kopf aus dem Bild und mit einer Schnur pendelte man durch die Öffnung, damit sie wieder gesund nach Hause kommt).

Dieser Zweig war mir bislang gar nicht bekannt, aber ich kontaktierte auch diese Familie und wir trafen uns bald regelmäßig.
Die Mutter dieser Familie - Amanda Dommer - soll die Cousine meines Ur-Großvaters Karl Dommer gewesen sein. Unser Problem war nur, es ließ sich dazu keine Unterlagen finden. Beide Familien Dommer lebten zur gleichen Zeit in der Stadt Bütow in Pommern. Aber es gab kein Foto, auf denen die Familienmitglieder aus dem einen Zweig mit Personen des anderen Zweigs abgebildet waren. Sogar auf einem noch existierenden Hochzeitsfoto nicht. Und ich erinnerte mich, dass, wenn ich in meiner Kindheit jemanden Onkel und Tante genannt hatte, oftmals gar keine Verwandtschaft vorlag.

War das auch hier der Fall?

Trotzdem sammelte ich auch Informationen zu diesem Zweig und kontaktierte weitere Personen. Aber es gab immer das gleiche Problem: Aufgrund der Flucht aus Pommern, konnten wenige Fotos oder Dokumente mitgenommen werden. Also gab es nichts, was die Frage - ob wir miteinander verwandt sind - beantworten könnte.

Dieses Jahr im Mai traf sich ein Teil unserer Familie (mein Vater mit Ehefrau, ein Onkel mit Ehefrau, meine Tante mit Ehemann und eine Großcousine) in Bütow, dem heutigen Bytów in Polen. Auf dem Weg dorthin, schlug meine Großcousine Brunhilde spontan vor, wir könnten einen Familienzweig in Wunsiedel besuchen. Wir wurden mit großer Freude begrüßt. Aber auch hier hieß es zuerst, es sind leider keine Dokumente aus der Vorkriegszeit erhalten.

Ausflug nach Bütow/Pommern - Das Foto ist an der gleichen Stelle erstanden, wie das Foto vom Ur-Großvater Karl aus dem Jahre 1943. Auf beiden Fotos sind Tante Hiltraut und Onkel Siegfried (jeweils mittig) zu sehen

Doch plötzlich kamen zwei Ahnenpässe auf den Tisch, die ich sofort inspizierte. Und tatsächlich war darin die Antwort unserer Frage versteckt. Wir waren miteinander verwandt! Die Freude war groß! Diese Ahnenpässe sind ja wahre Fundgruben an Daten!

Ahnenpass

Durch die Ahnenpässe hat sich herausgestellt, dass Amanda Dommer und Karl Dommer Cousins waren. Ich wusste zuvor von beiden die Eltern (die jeweiligen Väter müssten ja Geschwister sein), aber nur von meinem Urgroßvater Karl die weiteren Vorfahren. Die Linien laufen genau bei meinem Spitzenahn Martin Dummer (der Familienname wurde damals noch so geschrieben) zusammen.

Martin Dummer ist also der Opa von Amanda und auch von Karl. Vermutlich hatten sie in Bütow nicht so viel Kontakt, weil sie altersmäßig weit auseinanderlagen. Karl wurde schon 1877 in Lonken geboren, Amanda erst 1894 in Groß Volz (Kreis Rummelsburg).

Am gleichen Tag besuchten wir in Berlin auch noch den inzwischen 93jährigen Cousin meines Großvaters. Als wir ihm von den Ahnenpässen erzählten, fragte er mich, ob ich ihm nicht geglaubt hätte, er hätte es mir doch genau so gesagt..."

Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. Glück muß man haben !!
  2. Ihr Bericht hat mich neugierig gemacht... auch ich habe Verwandte aus Bütow. Mein Vater ist ca. 1944 mit seiner Mutter aus Bütow über die Ostsee geflüchtet. Nun ist er schon seit 16 Jahren nicht mehr da und ich würde gerne mehr erfahren. Können Sie mir ein paar Tips geben, wo ich anfange?
  3. Hallo, in Bütow ist es gar nicht einfach alte Unterlagen zu finden, aber auch nicht unmöglich. Es hängt viel davon ab, was Sie selber für Dokumente haben. Schreiben Sie mir mal bitte genaueres (genfamilie_dommer(at)gmx.de)

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