4    Mai 2012Ein Kommentar

Die historische Entwicklung der Ahnenforschung – Teil I

Im alten Ägypten legitimierte die Herkunft den Herrschaftsanspruch

Heutzutage werden Königreiche auch vererbt, Klassen-, Stände- und Kastengrenzen manifestiert und vakante Positionen innerhalb der Familie weitergegeben - und meist wird die Selbstverständnis, mit der dies geschieht, aus der genealogischen Abstammung hergeleitet. Die Genealogie oder Ahnenforschung ist aber nicht nur für die Herrscher von Bedeutung, sondern hat sich für viele Menschen zur alltäglichen Freizeitbeschäftigung entwickelt.

Stammbäume und Ahnenlisten gehören weltweit in nahezu allen Kulturen zu den ersten Formen der Geschichtsschreibung. Die alten Ägypter versuchten ebenso wie die Maya die Macht ihrer Herrscher mit der Abstammung von mächtigen Königen, Feldherren oder Göttern zu legitimieren.

Ein bekanntes Beispiel dafür sind beispielsweise auch die “Stammbäume Jesu” in den Evangelien des Lukas und des Matthäus, die jeweils völlig andere Ahnenfolgen konstruieren, um Jesus als Nachfahre Abrahams bzw. Adams darzustellen.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Ahnenforschung jedoch auf Adelsgeschlechter und reiche Bürgerfamilien begrenzt. Im Mittelalter war die Herkunft des Namens zur Erlangung von Macht und Ämtern überaus wichtig: Wollte man sich um einen Amt bewerben oder nur an einem Turnier teilnehmen, musste eine Ahnenprobe als Nachweis adeliger Abstammung vorgelegt werden. Die Ahnenforschung stand ganz im Dienst einer streng, nach sozialen Gruppen gegliederten Gesellschaft.

Handbuch der neuesten Genealogie und Heraldik, 1763 (Quelle: Wikipedia)

Ab dem 17. Jahrhundert, mit steigendem Reichtum und Einfluss des Bürgertums, begann sich die Ahnenforschung einer breiteren Bevölkerungsschicht zu widmen. Zudem wurde sie zunemend nach wissenschaftlichen Kriterien betrieben und Genealogie wurde an Universitäten zum Unterrichtsfach. 1788 erschien mit dem “Abriss der Genealogie” des Göttinger Historikers Johann Christoph Gatterer die erste systematische Darstellung der Genealogie.

Kommende Woche berichten wir dann über den Missbrauch der Ahnenforschung während der NS-Zeit und den neuen Perspektiven durch Computer-Nutzung. Seid gespannt!

Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Mein Name ist Bilazewski ( Bielazewski ) Vielleicht hat jemand
    Informationen über meine Familie. Meine Fam. lebte in Posen,
    Zlotow, Krojanke, Mielzyn, Miloslavitze.
    Im Krieg gingen leider viele Informationen verloren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Georg Bilazewski

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