28    Dez 20112 Kommentare

Eltern-Kind-Beziehung

Die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von Konflikten zwischen den Generationen. Studenten stellten die autoritären Erziehungsmethoden infrage, während der Hitler-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs hinterfragten sie die Rolle der Eltern und Großeltern. Der Protest breitete sich bis in die Schulen aus.

Seit den 1990er Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern weitgehend normalisiert. 67% der Jugendlichen aus der Mittelschicht sagen heute, dass sie mit ihren Eltern gut auskommen. Wenn man die Jugendlichen fragt, wie sie ihre Kinder erziehen wollen, antworten die meisten: genauso, wie sie selbst erzogen wurden.

Die Familie ist zu dem Ort geworden, an dem die Belastungen der Kinder ausbalanciert werden. Diese Bilanz zog das Deutsche Jugendinstitut kürzlich bei einer Tagung in Berlin.

Sabine Andresen, Professorin für Familienforschung in Frankfurt am Main, hat sich bei ihren Recherchen in Deutschland an amerikanischen Vorbildern orientiert. 2500 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren wurden bei den World Vision Studies befragt. Leitmotiv war die Frage, wie Kinder heute ihren Alltag erleben. Das Ergebnis frappiert: Das Aushandeln zwischen Kindern und Eltern über Fernsehkonsum, Kleidung oder die Höhe des Taschengelds beginnt heute schon bei Sechsjährigen! Seit den 1970er Jahren galt dieses Aushandeln eher als typisch für die Pubertät.

Was also erwarten Kinder von einem guten Leben? Kinder wünschen mehr Unabhängigkeit beim Zeitbudget. Vor allem beim Medienkonsum fordern sie mehr selbstbestimmte Zeit, während ihre Eltern die Zeit vor dem Fernseher oder bei Computerspielen einschränken wollen. Ganz zentral ist auch der Wunsch der Kinder, dass die Eltern Zeit haben sollen, präsent sind und zuhören. 78% der Kinder fühlen sich bei einer Mischung von Autonomie und elterlicher Fürsorge wohl.

In welchen Bereichen dürfen Kinder im Alltag mitbestimmen? 80% sind es bei der Gestaltung der Freizeit, 77% bei der Auswahl der Kleidung und 73% bei der Höhe des Taschengeldes. Insgesamt beobachtet Sabine Andresen ein erstaunliches Wohlbefinden der Sechs- bis Elfjährigen.

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr streng mit euren Kindern?

Quelle: Tagesspiegel

Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Erziehung ist sone Sache.. Jede Eltern versuchestes...Jede Eltern wollen das Besste für Ihr Kinder.. und niemand scheint die wahre Erziehung zu können, denn jeder macht Fehler, denn wo Menschen zusammenkommen, spielen auch andere Menschen mit. Niemand kann alle Faktoren der Zwischenmenschlichen Beziehungen und Hormonhaushalte "richtig" behandeln.
    Der Satz Nobody is Perfect" trifft da gerade wirklich in die Mitte.

    Ich denke, jede Familie hat Ihr gewisses Muster was neue Eltern zu der Aussage treibt: Dies möchte ich nicht so machen, wie meine Eltern, oder das mache ich genauso..wenn ich einmal Kinder habe..und...in den entsprechenden Situationen kommts dann ganz Anders.
    Menschen..Eltern..prüft Euren Bauch, wenn Ihr mit den Kindern und Jugentlichen redet..versucht Euch zu erinnern..wie war das so bei Euch..
    Maria Montessori gab mir viele Antworten in Ihrem Erziehungsratgeber...helft den Kindern es selbst zu tun...und dann zu tun..wenn die Kinder dazu bereit sind.. nicht wenn Ihr meint es müsste dies jetzt können.
    Wir als Eltern haben die Verantwortung..aber waren wir wirklich bereit dazu? Wieviel Kinder haben noch Heute den Start ins Leben...als Unfall...trotz Aufklärung und Verhütungsmöglichkeiten.. Hätte ich vorher gewusst wieviel uns die Kinder an Verantwortung bedeuten....und dann ist noch jedes Kind anders..verhält sich anders...reagiert anders auf Dein Tun und Wollen...
    Aber es ist das wunderschönste erlebnis über all die Jahre, das ich je hatte. Nichts kommt dem Gleich, was ich erleben durfte gemeinsam mit dem Vater und den Kindern.
    Erziehung heisst für mich ins Leben begleiten...manchmal tragen...aber nie wirklich ziehen.
    Be-gleiten...ja manchmal isses wie auf dem Eis mit dem be-gleiten..du fällst auch mal auf die Nase..naund..aufstehen mit und ohne Hilfe muss auch gelernt werden..Leben...erleben..Mitleben..den Kindern das Gefühl geben nicht alleine zu sein...das Gefühl von Familie zu geben...Leitplanken setzten am Rande des Weges..
    und zu allerletzt auch zu den elterlichen Fehlern stehn..auch mal zugeben:ich weiss was nicht...sich erst schlau machen zu müssen...
    Mein Idealbild vom Eltern sein habe ich nie erreicht..aber im grossen Ganzen..nehme ich an:
    Ich habe sehr starke Leitplanken gesetzt
    Ich diskutiere seit die Kinder sprechen können mit ihnen über ihre Bedürfnisse und wünsche-Kompromisse schliessen
    Ich habe Rituale
    Ich bin sehr ehrlich mit Ihnen
    Ich zeige meine Grenzen
    Ich versuche gemeinsame Wege zu finden
    Ich habe selbst Ziele und erwarte von den Kindern, dass sie Ihre Ziele verfolgen

    Meine Kinder sind nun in der Ausbildung , zwischen 16 und 17 Jahren, doch es kann noch viel geschen..aber wir haben alle 4 unsere eigenen und gemeinsamen Ziele...und das ist sehr schön.

    Taschengeld: dann wenn das Kind darüber zu sprechen beginnt ob es Taschengeld erhalten würde.
    Taschengeld gibts einmal im Monat nur auf Verlangen
    (unsere Kinder waren 6 Jahre alt und erhielten dann 2.-- im Monat, mit 7 3.--, mit 8 4.--, mit 9 - 11 5.--, ab 11-16 20.--, seit der Lehre nichts )
    Abgabe in der Lehre vom Lohn: 25%
    Kleidung, Kosmetik, Ferien, Handy müssen sie selber bezahlen.
    Ich bezahle: öffentliche Verkehrsmittel zum Arbeitsplatz, Krankenkasse, Versicherungen

    Meine Tochter findet dies OK,
    mein Sohn kommt erst in die Ausbildung und findet das zu viel. Doch was die Tochter vorgeleistet hat, muss der Sohn auch abgeben. Aber es ist Hart dem Wortgewandtheit des Sohnes nicht auf dem Leim zu gehn....aber die Pfeiler waren gesetzt..die Leitplanke dran..nun müssen mein Sohn und Ich auch die Konsequenzen tragen.

    Das muss jedes Elternteil sich bewusst sein...Eltern sein ist nicht leicht...und doch wunderschön..aber oft sehr verbunden mit Dingen, die Du selbst nie tun wolltest und nun doch tust...ein Strickmuster..ein Familienmuster..manchmal ein Zwiespalt..eine Prüfung...und doch eines der Dinge die mein Leben Lebenswert gemacht haben.
    Ich wünsche mir und meinen Mit- Eltern viel Glück..Spass..Ausdauer...und Standhaftigkeit
  2. Hallo Ursi,

    vielen Dank für dein Kommentar, sehr interessant und aufschlussreich!

    Schöne Grüße

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