30    Dez 20113 Kommentare

17.000 Personen im Stammbaum – Familienforscher dokumentiert Geschichte seines Dorfes

Wenn Hartmut Wegner die Papierrolle mit seinem eigenen Familienstammbaum komplett ausrollt, reicht sein Schreibtisch als Unterlage nicht aus: Fünf Meter lang ist die Ahnentafel. 'Die Geschichte meiner Familie mit rund 400 Personen habe ich nahezu lückenlos erforscht und mich anschließend der meiner Frau gewidmet', sagt er. Weil diese von einem Bauerngeschlecht abstammt, das seit 200 Jahren in Leopoldshagen ansässig ist, sei es nur ein kleiner Schritt zur Ergründung der Geschichte der Menschen im Dorf sowie der Häuser gewesen.

Hartmut Wegner kennt den Stammbaum der knapp 800 Einwohner von Leopoldshagen im Kreis Vorpommern-Greifswald mitunter besser, als manch ein Familienmitglied

Geschichte zu erforschen heißt, Rätsel zu lösen: Leopoldshagen ist ein langgezogenes Dorf mit einer Durchfahrtsstraße, die kilometerlang geradeaus durch den Ort führt. 'Mir ist aufgefallen, dass die Häuser auf der einen und die auf der anderen Straßenseite meist genau gegenüber liegen', sagt Wegner. Er fand heraus, dass die Grundstücke früher zusammengehörten. Die ersten 30 Siedler im Jahr 1749, allesamt Bauern, waren angewiesen worden, für die bei ihnen beschäftigten Handwerker und Kleinbauern direkt auf der Straßenseite gegenüber ein Büdnerhaus zu bauen.

Hartmut Wegner hat jedem Haus, das heute im Leopoldshagen steht und eine Hausnummer trägt, aber auch längst nicht mehr existenten Gebäuden eine Seite in seinem Buch gewidmet, das er gerade herausgegeben hat. 232 Häuser sind es insgesamt; zu jedem Haus gibt es ein aktuelles und - soweit vorhanden - ein historisches Foto, einen kurzen Text sowie einen Ausschnitt aus der Ahnentafel der Bewohner.

Die Geschichten, die der gebürtige Leopoldshagener bei der Recherche für sein Buch erfahren hat, haben ihm die Hausbewohner zum Teil selbst erzählt. 40 Jahre lang war Weggner Lehrer, mehr als 20 davon in Leopoldshagen. 'Das erleichtert meine Arbeit. Da sagt keiner, das kriegst du nicht, wenn ich nach Informationen frage', erklärt er.

So manche Geschichte lässt sich nicht aufklären - selbst, wenn es um die eigene Familie geht: Der Großonkel von Hartmut Wegners Frau baute in den 1920er Jahren an sein Haus einen achteckigen Spitzturm an. Gerüchten zufolge soll er ein Mitglied der Freimaurer gewesen sein. 'Das Achteck gilt als Zeichen der Freimaurer. Onkel Fritz ist später auch nach Stralsund gegangen, wo es eine Freimaurerloge gab', sagt Wegner. Die Spuren des Onkels enden dort, wann er starb, ist unbekannt. Solche offenen Fragen sind für Wegner schon eine harte Nuss, aufgeben will er seine Suche dennoch nicht. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg!

Quelle: dapd

Kommentare (3) Trackbacks (1)
  1. find ich toll
  2. Da jubelt das Ahnenforscherherz! Herzlichen Glückwunsch und Respekt vor diesem gewaltigen Werk.
  3. Herzlichen Glückwunsch
    Ich weiß wieviel Arbeit darin steckt. Ich mache selbe. Meine Stammbaum umfaßt auch 18000 Personen und ich schreibe Chroniken über die Insel Nordstrand. Man sagt noch immer Insel auch wenn es schon seit 1935 mit dem Festland verbunden ist. Ich habe inzwischen 8 Chroniken über das Eiland geschrieben. Viel Arbeit, aber bringt auch viel Spaß
    Viele Grüße
    KLP

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