27    Okt 2011Ein Kommentar

Forscher entschlüsseln Geheimschrift aus dem 18. Jahrhundert

Ein internationales Forscherteam hat den Code eines komplett verschlüsselten Buches aus dem 18. Jahrhundert geknackt! Das Manuskript besteht aus lateinischen und griechischen Buchstaben sowie erfundenen Symbolen.

Der "Codex Copiale" wurde nach dem Ende des Kalten Krieges in einem Ostberliner Archiv entdeckt. Es besteht aus 105 vergilbten Seiten, die mit 75.000 Zeichen beschrieben sind. Bislang erschien es unmöglich, den Code zu knacken.

Der Codex Copiale

Jetzt gelang es Kevin Knight von der USC Viterbi School of Engineering, Beáta Megyesi und Christiane Schäfer von der Universität Uppsala in Schweden und einem internationalen Informatikerteam, die Bedeutung der Geheimschrift zu entschlüsseln.

Die Forscher wussten nicht einmal, in welcher Sprache das verschlüsselte Dokument geschrieben wurde. Durch die lateinischen und griechischen Zeichen im Manuskript nahm man aber an, dass die abstrakten Symbole nicht benötigt werden und daher wurden diese erst mal isoliert. Der verbliebene Text wurde nun nach Mustern untersucht, um ihn einer von 80 getesteten Sprachen zuordnen zu können. Das dauerte nach Angaben von Knight ziemlich lange und blieb ergebnislos.

Das Kryptographie-Team entfernte im nächsten Schritt die lateinischen Zeichen. Sie sollten den Leser in die Irre führen, hatten aber genau wie die griechischen Zeichen keinerlei Bedeutung. Der eigentliche Text war in den abstrakten Symbolen enthalten. Weiterhin untersuchte das Team die Hypothese, dass gleichartige Symbole auch den immer gleichen Buchstaben entsprachen. Schließlich gelang es, die in Deutsch verfassten Worte "Zeremonien der Initiation" und "Geheimer Teil" zu isolieren.

Der entschlüsselte Text des Codex Copiale

Die im Dokument beschriebenen Rituale gehören zu einer Geheimgesellschaft, die der Faszination der Augenchirurgie und Augenheilkunde erlegen waren, obwohl die Mitglieder des Geheimbundes offenbar selbst keine Augenärzte waren.

Im folgenden Video erklärt Kevin Knight, wie er die Geheimschrift entschlüsseln konnte:

Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Geheimschriften sind schon faszinieren. Wenn man überlegt wie lange man heute für die damalige Verschlüsselung benötigt hat ist das schon ein ziemlich genialer Code.

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