14    Okt 2011Ein Kommentar

Die “Russlanddeutschen”

"Volk auf dem Weg" lautet der Titel einer Wanderausstellung, die in Wittmund mit einem Abend der Begegnung letzte Woche in der KGS Alexander-von-Humboldt-Schule eröffnet wurde. In der Ausstellung geht es um die Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland, an dem Abend standen das Kennenlernen und Informationen im Vordergrund.

Die Geschichte der so genannten "Russlanddeutschen" begann vor rund 200 Jahren, als die ersten Einwanderer auf Wunsch der Zarin Katharina der Großen nach Russland zogen, um deutsche Siedlungen aufzubauen. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurden aus den geschätzten Fachleuten in deren neuer Heimat plötzlich Feinde. Seit 1950 kehrten immer mehr von ihnen nach Deutschland zurück, viele allerdings erst nach 1990 als Spätaussiedler. Allein im Landkreis Wittmund leben schätzungsweise 1000 bis 1500, die in Russland als "die Deutschen" und nun hier als "die Russen" angesehen werden. In der Wanderausstellung soll mit Vorurteilen aufgeräumt werden.

KGS-Schulleiter Uwe Brauns (von links), die Gleichstellungsbeauftragte Karin Garlichs, die Integrationsbeauftragte Ingeborg Eckhoff sowie die Projektleiter Jakob Fischer und Josef Schleicher.


Zur Eröffnung hieß Schulleiter Uwe Brauns zahlreiche Interessierte in der Aula willkommen und berichtete von dem erfolgreich absolvierten Schulunterrichtsprojekt "Migration und Integration" an der KGS. Das Projekt wird durch das Bundesministerium des Innern sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert und von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland präsentiert. Die Projektleiter Jakob Fischer und Josef Schleicher gaben in Wittmund eine Einführung und moderierten den Abend, bei dem auch Vorträge und kurze Filme geboten wurden.

Ingeborg Eckhoff von der Leitstelle für Integration für Aussiedler und bleibeberechtigte ausländische Zuwanderer für die Landkreise Wittmund und Friesland betonte, wie spannend die Geschichte der Russlanddeutschen sei. Sie dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Zum Rahmenprogramm gehörten Beiträge der Gruppe "Saitenwind", und es sang der Chor der katholischen Kirchengemeinde St.-Bonifatius unter Leitung von Olga Ils-Makarki. Aus den Werken ihres Vaters trug Wilma Arnhold vor. Die Ausstellung "Volk auf dem Weg" kann noch bis zum 4. November im Foyer der Sparkasse Wittmund besucht werden.

Quelle: oz-online.de

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  1. Auch in Darmstadt und Umgebung leben schon seit 1990 viele Auswanderer auf deutschem Boden.

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