20    Jul 20110 Kommentare

Neun Kinder, sechs Farben und mittlerweile schon 137 Treffen

Im Alter von 12 Jahren hat Rosemarie Lauber zum ersten Mal an einem Familientreffen teilgenommen, damals noch im Schlepptau ihrer Großeltern und Eltern. Seitdem sind viele Treffen ins Land gezogen. Denn die jährlichen Treffen der Familiengemeinschaft Gebhardt/Paulus/Hoffmann haben eine lange Tradition. In diesem Jahr wurde Nummer 137 notiert. Wie überhaupt viel über die Familie Paulus notiert ist. Das weiß auch Rosemarie Lauber. "Es gibt einige Bücher über unsere Familiengeschichte", erzählt sie lächelnd. Sie kennt natürlich die Werke ihrer Vorfahren.

"So gut wie Werner Paulus sich auskannte, kenne sich jedoch niemand mit der Geschichte der Paulus aus", gesteht sie. Der zuletzt in Esslingen lebende Paulus verstarb jedoch Ende des vergangenen Jahres im Alter von 89 Jahren. Ein Schlag für die Familiengemeinschaft, schließlich hatte er nicht nur jahrelang den alljährlichen Rundbrief verfasst, sondern die Treffen mit seinem Wissensreichtum geprägt. "Er wusste auf alles eine Antwort", erinnert sich Lauber. So hätte er auch sicherlich mit Leichtigkeit die Frage beantworten können, wieso nur sechs Farben sich im Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeindehaus versammelt hatten. Die Farben, die die Familienmitglieder auf ihren Namensschildern trugen - das war klar - stehen ebenso wie die Nummern für die verschiedenen Stämme der Familie. Nachdem Beate Paulus allerdings neun Kinder und nicht nur sechs gebar, würden drei Farben fehlen. "Dafür gibt es eine Erklärung, aber das wird ziemlich verwirrend", erklärte Eberhard Weiss.

Licht ins Dunkel brachte dafür Dr. Jakob Eisler. Als profunder Kenner der Besiedlung Palästinas durch die Templer im 19. Jahrhundert zeigte er den gut 50 anwesenden Familienmitgliedern die Verbindung zwischen den Templern und der Familiengemeinschaft Gebhardt/Paulus/Hoffmann auf. Einige von ihnen hatten sich nämlich auf die Suche nach einer besseren Kirche gemacht. Und wo sollte diese besser zu finden sein als im Heiligen Land selbst. Dadurch gerieten die Suchenden allerdings in Konflikt mit der hiesigen Kirche. "Schließlich wurden sie des Landes verwiesen", berichtet Weiss. Sie wanderten zunächst nach Ägypten aus, später dann nach Australien und Amerika. Wie so viele der Familienmitglieder.

Denn beim alljährlichen Treffen reisen nicht nur die Familienmitglieder aus dem Nachbarland Schweiz, sondern gar aus Israel an. Ein Mitglied aus Australien musste kurzfristig absagen. "Normalerweise haben wir aber immer jemand aus Übersee dabei", berichtet Weiss. Das bereitete ihm aber kein Kopfzerbrechen, viel eher machen ihm und Rosemarie Lauber der Nachwuchs Sorgen. "Die Jugend zu motivieren ist schwer, vor allem wenn sie hunderte von Kilometer entfernt studieren oder geschäftstüchtig sind", erklären die beiden. Doch Lauber weiß aus eigener Erfahrung, dass sich so etwas wieder schnell ändern kann. "In meiner Jugendzeit war ich auch nicht bei jedem Treffen dabei", gesteht sie. Erst nachdem Lauber vor über 30 Jahren mit ihrem Mann wieder in die Nähe von Stuttgart zog, nimmt sie an jeden Familientreffen teil. Im nächsten Jahr wird sie dann ihre Enkel mitbringen.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

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