27    Jul 20110 Kommentare

Der Stadtarchivar

Das Archivwesen war für Hans-Jürgen Grönke erstmal kaltes Wasser, aber er entwickelte eine Leidenschaft. Als nordhäuser Stadtarchivar war Grönke mehr als neun Jahre der Herr über mehr als einen Kilometer Bücher, Akten, Urkunden, Bilder, Karten. Das historische Archiv umfasst etwa 730 laufende Meter, das ab 1802 aufgebaute Verwaltungsarchiv rund 200, wobei aus dem Rathaus pro Jahr 15 bis 20 weitere Meter Akten hinzukommen. Würde man alle Bilder stapeln, wäre der Turm acht Meter hoch. Rund 2500 Urkunden zur Stadtgeschichte werden bewahrt.

Hans-Jürgen Grönke, Stadtarchivar in Nordhausen, in seinem "Büro", dem Archiv.

Summa summarum ist im Archiv die Stadtgeschichte seit der urkundlichen Ersterwähnung im Jahre 927 nachvollziehbar. Manch wertvolle Nachlässe von Privatleuten wurden in den vergangenen Jahren aufgenommen, anderes musste angekauft werden.

Die Nordhäuser Zeitung wiederum bekam das Stadtarchiv vor einigen Jahren kostenfrei von der Unibibliothek Halle, und zwar sämtliche Ausgaben der Jahre 1879 bis 1932: "Die Zeitungen waren in einem desolaten Zustand, viele sogar originalverpackt und zusammengerollt", erinnert sich Grönke. Inzwischen sind die Ausgaben wie die anderer Zeitungstitel verfilmt. Mittels Lesegeräte kann sie jeder im Archiv einsehen, ohne dass die Originale Schaden nehmen.

Eine Ausgabe des "Nordhäusischen Intelligenz- Blatts" aus dem Jahre 1774 übrigens ist die älteste noch vorhandene Zeitung. Was besonders wichtig ist, liegt seit dem Brand in der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek im September 2004 nicht mehr in Holzregalen, sondern in Panzerschränken, die mindestens 90 Minuten Feuer standhalten. Die Laufregale aus Kunststoff sollen zumindest für eine halbe Stunde den Archivbestand vor Flammen schützen.

Besonders häufig gefragt sind neben den Standesamtsbüchern auch die Nordhäuser Adressbücher der Jahre 1824 bis 1937 sowie die in den 1930er- Jahren vom Genealogischen Verein erstellte genealogische Kartei: "Beides ist für die Ahnenforschung sehr wertvoll. Denn nicht mehr alle damals verwendeten Kirchen- und Innungsbücher sind noch erhalten." Die Forschung nach eigenen Vorfahren lässt viele aus ganz Deutschland ins Nordhäuser Stadtarchiv kommen. Hinzu kommen nicht wenige Anfragen von Ämtern wegen Erbschaftsangelegenheiten. Längst also ist das Archiv nicht nur eine Fundgrube für Heimatforscher.

Quelle: thüringer-allgemeine.de

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