25    Mai 20110 Kommentare

Familientreffen nach 400 Jahren

Eine direkte Nachfahrin des früheren Schlossherrn Carol von Bose hat am Samstag das Netzschkauer Schloss besucht. Gretchen von Bose, verheiratete Killingsworth, kam mit ihrer Familie aus Fort Worth in Texas/USA. "Wir sind das erste Mal in Deutschland", erklärte sie. In Sachsen will sie auf den Spuren ihrer Vorfahren wandeln und sich dabei in Zwickau, Bosenhof und Schweinsburg umschauen, bevor die Urlaubsreise weiter nach Frankreich geht.

Carol von Bose gilt als Krösus des Vogtlandes und war zur Zeit des 30-jährigen Krieges in Mitteldeutschland einer der reichsten Männer mit vielen Besitztümern und verschiedenen Ämtern. Gretchen von Bose gehört der zehnten Generation nach dem von 1596 bis 1657 lebenden Vorfahren Carol und der neunten nach dessen Sohn Carl an, der Herr von Mylau war. Ihr Ururgroßvater Heinrich Adolph Julius von Bose ist 1820 in Naumburg geboren und in jungen Jahren nach Texas ausgewandert. Dort war er Farmer in New Braunfels, einer von deutschen Einwanderern gegründeten Stadt. Die Nachfahren des Netzschkauer Familienzweiges leben alle in den USA und haben dort den Texas-Zweig begründet, während die Boses anderer Familienzweige und -äste über ganz Deutschland verstreut sind. 2008 fand das Familientreffen in Südwestsachsen und im Vogtland statt.

Gretchen von Bose hat am Wappenschrank im Netzschkauer Schloss das Zeichen ihrer Familie entdeckt. Volker Steps führt Carol von Boses Nachfahrin durch das alte Gemäuer.


"In der Burg Mylau habe ich nichts über Carol von Bose entdeckt, nur ein Bild von Carl Gottfried und dessen Frau", so Gretchen von Bose. Carl Gottfried ist ein Halbbruder aus vierter Ehe, während Carols Sohn Carl als ihr Vorfahre aus erster Ehe stammt. Deshalb waren auch die Wappen der Anna Maria von Wambolt, Carols erster Frau, für die Amerikanerin von großem Interesse. Sie entdeckte an vielen Stellen das Wappen ihrer Familie in den Farben Schwarz/Silber (=Weiß), die auch heute noch die Stadtfarben sind.

"Wow", "Great" oder "Amazing" waren die am häufigsten verwendeten Wörter angesichts des großen Ofens mit Bose-Wappen, des Wappenschrankes, der Stuckarbeiten oder der Wandmalereien und der Holzdecke im oberen Viereckturm. Volker Steps vom Förderverein zeigte der Besucherin Gegenstände aus dem Besitz ihres berühmten Vorfahren sowie Veränderungen, die unter seiner Regie im 1491/92 erbauten Schloss ab 1626 vorgenommen wurden.

Dankbar und tief berührt stand sie vor dem lebensgroßen Bildnis des Carol von Bose. "Ich glaube, eine Ähnlichkeit zwischen dem früheren Schlossherren und den Söhnen der Familie aus Texas entdeckt zu haben", meinte der Schlossvereinschef.

Quelle: freiepresse.de

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