5    Mai 20110 Kommentare

Das Salzburger Landesarchiv

In Archiven und Bibliotheken findet man sie oft: Menschen, die sich stundenlang in alte Aufzeichnungen und Akten vertiefen. Meist sind sie auf der Suche nach Informationen über ihre Urururgroßeltern und deren Lebensumstände. Woher kommt dieses Interesse am Familienstammbaum? „Es ist die Frage: Woher komme ich? Wo haben wir die Wurzeln?“, sagt Oskar Dohle, der Leiter des Salzburger Landesarchivs.

Von den jährlich rund 2000 Archivbesuchen gehe es bei einem Drittel um die Stammbaumforschung, sagt Dohle. „Manche der Forscher sind Nachfahren von Protestanten, die 1731 vertrieben wurden. Viele sind auch Nachkommen von Menschen, die 1945 aus Ostpreußen vertrieben worden sind.

Am Beginn der Familienrecherche steht in der Regel der Weg ins Pfarrarchiv, wo man die Standesdaten über die Vorfahren in Erfahrung bringt. Auf Mikrofilm sind diese Standesdaten auch im Archiv der Erzdiözese in Salzburg erhältlich. Der Vorteil: Im Archiv der Erzdiözese stünden auch Experten bereit, die bei der Entzifferung der Kurrentschrift helfen könnten.

Wenn sich dann herausstellt, dass es in der Familie Bauern gab, führt der Weg wieder in das Landesarchiv, wo die Urbare, also die Verzeichnisse der Güter einer Grundherrschaft, aufbewahrt werden. Allerdings ist es im konkreten Fall oft nicht klar, in welchem Archiv eine gesuchte Quelle zu finden ist. Der Grund: Das Land Salzburg war bis 1803 ein selbstständiges geistliches Fürstentum, der Erzbischof war auch weltliches Oberhaupt im Land. Deshalb finden sich heute historische Quellen sowohl im Archiv der Erzdiözese als auch im Landesarchiv.

In Zukunft wird die Suche einfacher und schneller: Die beiden Archive tauschen die Repertorien aus. Diese sogenannten „Findbücher“ sind Verzeichnisse der Archivalien eines Archivs – Konsistorialprotokolle, Pfarrmatriken, Urbare, Archivalien der Pfleggerichte, Grundherrschaften, Hofämter und Stiftungen.

Ein Repertorium sei „der Schlüssel in das Allerheiligste eines Archivs“, sagt Historiker Dohle. Weil wichtige „Findbücher“ künftig in beiden Archiven aufliegen, können die Forscher jederzeit nachschauen, wo sie welche geschichtlichen Quellen finden können. Die Historiker sehen in dem Austausch der Repertorien einen Quantensprung. Denn selbstverständlich sei es keineswegs, mit dem Repertorium den „Schlüssel“ zu den Beständen einfach auszutauschen, sagt Dohle. „Früher waren die Archive nicht so offen.

Quelle: Salzburg.com

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