4    Apr 20110 Kommentare

Marxheimer Ortsfamilienbuch: 300 Jahre gesammelte Familiengeschichte

Jahrelang hat Franz Xaver Baur Material gesammelt. Er saß nach Feierabend oder während seines Urlaubs in Archiven und ackerte sich durch alte Bücher und Akten. Er führte Gespräche mit den Familien vor Ort, sammelte Fotos und erkundete die Region. Immer auf der Suche nach Informationen, die er für sein Marxheimer Ortsfamilienbuch verwenden kann. Dabei ist Franz Xaver Baur eigentlich Maschinenbauingeniuer.

An Geschichte sei er aber schon als Schüler besonders interessiert gewesen, berichtet der 56-Jährige, der auch Mitglied im historischen Verein für Donauwörth und Umgebung ist. "Hobby und Liebe" ist für ihn die Familienforschung. Am Anfang stand das Interesse am eigenen Stammbaum. Bald aber entwickelte sich daraus mehr. "Wenn man einmal mit dem Recherchieren angefangen hat, kann man fast nicht mehr aufhören", beschreibt Baur seine Leidenschaft. Animiert von Manfred Wegele, dem Landesvorsitzenden des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde aus Tapfheim, hat er sich bereit erklärt, ein Familienbuch für Marxheim zu verfassen. Das war vor über sieben Jahren.

Dieses Bild zeigt drei Generationen der Familie Stark.

Systematisches Vorgehen: Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen

"Ich bin systematisch vorgegangen. Das Grundgerüst bilden die Hochzeiten, hinzu kommen die Taufen und die Beerdigungen", erklärt der Hobbyforscher. Die Marxheimer Kirchenbücher, die auch die Ortsteile Schweinspoint und Neuhausen umfassen, beginnen 1638 – dieses Jahr markiert auch den Beginn des Ortsfamilienbuchs, das die Spanne bis 1930 abdeckt.

Baur hat aber auch Informationen aus früheren Epochen mit eingearbeitet. "Alles, was ich bei meiner Recherche gefunden habe, habe ich eingebaut."

So findet sich in dem insgesamt 820 Seiten starken Werk auch ein Teil, der sich mit der Geschichte von Marxheim beschäftigt. Dieser geht zurück bis ins 11. Jahrhundert, zur Zeit der Grafen von Lechsgemünd. Dieses Kapitel hat Baur nicht nur aus Büchern zusammengetragen, sondern hat auch in Österreich und Italien die Spur der Lechsgemünder verfolgt. "Ich bin mit meiner Frau dorthin in den Urlaub gefahren", berichtet er – und verband dabei das Angenehme mit dem Nützlichen.

Den Großteil des Werkes machen aber die ansässigen Familien aus. Zunächst habe er alle Stammfamilien besucht und die Zustimmung eingeholt, dass er Nachforschungen anstellen darf. "Ich glaube, ich bin zwei Jahre nur im Ort rumgelaufen", erinnert sich Baur. Einwände gab es keine. Vielmehr rannte er mit seinem Vorhaben offen Türen ein. Die Leute gaben ihm viele alte Bilder, Briefe oder Urkunden mit, die er alle in irgendeiner Form verwendet hat. Hinzu kamen lange Tage und Abende in den Diözesanarchiven in Augsburg und Eichstätt, in den Staatsarchiven Augsburg und München, dem Stadtarchiv Donauwörth sowie dem Gemeindearchiv und dem Pfarramt in Marxheim.

Dass das zweibändige Werk so viel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen würde, hatte Baur nicht geglaubt. "Es gab Phasen, da mussten ein paar Wochen Pause einfach sein.“ Vor allem das Sortieren des Materials habe lange gedauert. Jetzt, nach der Fertigstellung, ist Baur aber stolz. „Ich glaube schon, dass es sich gelohnt hat." Für jede ortsansässige Familie ergibt sich eine oft über mehrere Generationen hinweg reichende Bestandsaufnahme.

Der Autor selbst beschreibt das Ortsfamilienbuch so: "Eine systematische Zusammenstellung aller Daten aus verschiedenen Quellen zu einem alphabetischen und chronologischem Nachschlagewerk mit geschichtlichen Kapiteln als Ergänzung." Diese Beschreibung klingt zunächst etwas trocken. Dabei beweist das Ortsfamilienbuch Marxheim eindrucksvoll, dass man (Familien-)Geschichte auch sehr lebendig und interessant darstellen kann.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

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